„Es sind Tränen geflossen“

10.05.2019 • 21:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Adi Hütter: Enttäuschung ja, aber auch viel Stolz auf das Geleistete.afp
Adi Hütter: Enttäuschung ja, aber auch viel Stolz auf das Geleistete.afp

Frankfurts Trainer Adi Hütter spricht über Enttäuschung und Stolz und die Schlussphase der Meisterschaft.

London Nach dem unglücklichen Aus in der Europa League durch die 3:4-Niederlage im Elferschießen beim FC Chelsea stand Eintracht-Trainer Adi Hütter erst in London den Journalisten Rede und Antwort und dann meinte der Vorarlberger nach der Rückkehr von der Insel in Frankfurt: „Es macht mich mächtig stolz, wie wir uns auch gestern präsentiert haben, das war schon großartiger Kampf und großes Herz.“

Herr Hütter, wie geht es Ihnen und den Spielern nach diesem Spiel?

Hütter Wir sind sehr enttäuscht, dass unser Traum vom Finale geplatzt ist. Aber ich bin unheimlich stolz darauf, was die Mannschaft hier an der Stamford Bridge geleistet hat. Wir haben noch einmal alles gezeigt, alles rausgehauen und Chelsea an den Rand einer Niederlage gebracht. Es tut natürlich im ersten Moment weh, denn wir hätten es verdient gehabt, ins Finale zu kommen.

Wie war die Stimmung in der Kabine?

Hütter Die Köpfe hingen unten, es sind Tränen geflossen. Wenn man

einen Traum hat und der dann platzt, ist es logisch, dass die Enttäuschung sehr groß ist. Ich habe versucht, die Jungs wieder aufzurichten. Man kann ihnen nur gratulieren und sagen, wie stolz man ist. Wir haben in der Meisterschaft noch die Chance, uns wieder für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Wenn man die Mannschaft und die Fans hier gesehen hat, hätten wir das absolut verdient.

Die Anhänger haben die Mannschaft minutenlang gefeiert. Lindert das den Schmerz ein wenig?

Hütter Die Reaktion der Fans hilft extrem. Wir sind unglaublich zusammengewachsen.

Wie fällt Ihre Gesamtbilanz nach dieser Europa-League-Saison aus?

Hütter Es war fantastisch, was wir gezeigt haben. Mit sechs Siegen in der Gruppenphase haben wir einen Rekord aufgestellt, dann Champions-League-Mannschaften ausgeschaltet und im Halbfinale den Topfavoriten aus England zu Hause fast blamiert. Auch wenn wir nichts in der Hand haben, darf uns das stolz machen. Es war eine sensationelle internationale Saison, auch wenn wir keinen Titel gewonnen haben. Wir haben auf uns aufmerksam gemacht und uns sehr gut verkauft. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt.

Wie bewerten Sie die Vorstellung Ihrer Mannschaft in London?

Hütter Ich würde das fast als bestes Spiel der Saison bezeichnen, weil es gegen eine Mannschaft ging, die ein ganz anderes Format hat. Was ich speziell ab der 45. Minute gesehen habe, waren Mut, Überzeugung und Glaube. Da waren wir besser. Wenn man die zwei Chancen in der Verlängerung sieht, wo die Bälle von der Linie gekratzt werden – da hätten wir es entscheiden können. Elfmeterschießen ist immer eine Glückssache. Es ist natürlich schade und bitter, dass wir ausgeschieden sind.

Wird das Aus lange nachwirken?

Hütter Es hilft nichts: Wir müssen die Köpfe ganz schnell nach oben bringen, denn wir haben ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Mainz vor uns, das wir unbedingt gewinnen wollen. Natürlich sind die frisch und meine Jungs sind über 120 Minuten gegangen. Jetzt heißt es, Kräfte bündeln und Energie tanken. Wir müssen viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen, auch wenn wir ausgeschieden sind.