Leidenschaftlicher Daumendrücker

Sport / 10.05.2019 • 23:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jörg Schwärzler aus Dornbirn hat wieder einmal Krawatte und Sakko gegen sein Fan-Outfit getauscht. VN-Steurer
Jörg Schwärzler aus Dornbirn hat wieder einmal Krawatte und Sakko gegen sein Fan-Outfit getauscht. VN-Steurer

Jörg Schwärzler ist das 17. Mal bei einer Eishockey-WM dabei.

Dornbirn „Die Welt kennenlernen, das macht mir Spaß.“ Jörg Schwärzler, der gerade erst aus Dubai zurückkehrte, ist beruflich viel auf Achse. „Als Projektleiter eines großen Vorarlberger Kunststoffbetriebs habe ich schon viele Länder kennengelernt“, berichtet der Dornbirner. Zu Hause bleiben gibt es für ihn auch im Urlaub nicht. In den nächsten Tagen tauscht der Messestädter seine Krawatte und das Sakko gegen ein Eishockey-Shirt mit der Nummer Zehn. Es ist das Nationalteamtrikot des ersten heimischen NHL-Torschützen, Christoph Brandner. „Ein Original und ein Mitbringsel meiner Reisen mit dem rot-weiß-roten Nationalteam.“

Der Dornbirner drückt dem Team Austria nicht nur vor dem Fernsehgerät die Daumen. „Es ist dieses Mal meine 17. Eishockey-Weltmeisterschaft. Ich freue mich immer wieder aufs Neue“, meint Schwärzler. Ab heute kämpfen Manuel Ganahl und Co. in Bratislava um den Verbleib in der A-Gruppe. „Ich habe Karten für vier der sieben Österreich-Spiele. Das wichtigste Spiel ist sicher das letzte Match gegen Italien, am 20. Mai. Da geht es dann wohl um den Klassenerhalt für unsere Cracks.“

Heim-WM war wegweisend

1996 erlebte Schwärzler als Student in Wien seine erste Weltmeisterschaft. „Es war eine unglaubliche Stimmung, die mich nicht mehr losließ.“ Trotzdem dauerte es noch einige Jahre, bis sich der 47-Jährige der rot-weiß-roten Fangemeinde anschloss. „Seit 2004 bin ich dann bei jedem WM-Auftritt der heimischen Cracks mit dabei gewesen.“ Prag, Moskau, Helsiniki oder Kopenhagen waren nur einige Stationen. „Am meisten beeindruckt hat mich aber die WM 2014 in Südkorea. Wir waren nur zehn heimische Fans, die dem Team vor Ort die Daumen gedrückt haben.“

Neben dem Eishockeysport ist es für Schwärzler vor allem die Stimmung unter den Anhängern, die seine Leidenschaft erklärt. „Es ist wie eine große Familie, die sich einmal im Jahr zu einem mehrtägigen Fest trifft. Da spielen Vereinsfarben keine Rolle.“ Dieser Zusammenhalt war 2017 auch der Grund für die Gründung des „United Fans Team Austria“-Vereins, kurz UFTA. „Es sind schon weit über 100 Mitglieder und es ist sowas wie der harte Kern der Team-Austria-Daumendrücker.“ Schwärzlers Eishockeybegeisterung ist aber nicht nur auf die WM beschränkt. Von September bis März unterstützt er seit 2003 die Bulldogs als Stadionsprecher. „Womöglich bin ich etwas eishockeyverrückt“, meint der Messestädter abschließend. ABR

„Es ist wie eine große Familie, die sich einmal im Jahr zu einem mehrtägigen Fest trifft.“

Schwärzler 2010 in Tilburg bei der WM in den Niederlanden. Privat
Schwärzler 2010 in Tilburg bei der WM in den Niederlanden. Privat
Auch bei der Weltmeisterschaft in Südkorea war Schwärzler mit von der Partie. privat
Auch bei der Weltmeisterschaft in Südkorea war Schwärzler mit von der Partie. privat