Thiem triumphiert gegen den Maestro

10.05.2019 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem wehrte zwei Matchbälle ab, bewies unbändigen Siegeswillen und feierte im sechsten Duell mit Federer seinen vierten Erfolg. AP
Dominic Thiem wehrte zwei Matchbälle ab, bewies unbändigen Siegeswillen und feierte im sechsten Duell mit Federer seinen vierten Erfolg. AP

ÖTV-Ass feiert Drei-Satz-Erfolg gegen Federer und trifft im Madrid-Halbfinale auf Djokovic.

Madrid Dominic Thiem hat seine positive Bilanz gegen Roger Federer ausgebaut. Drei Jahre nach dem Erfolg in Rom besiegte er den Schweizer Tennis-Superstar erneut auf Sand und erreichte das Halbfinale in Madrid. Der 25-jährige Niederösterreicher bezwang den Basler bei dem Masters-1000-Turnier mit 3:6, 7:6(11), 6:4 und spielt nun gegen den topgesetzten Serben Novak Djokovic. Für Thiem geht es am Samstag (nicht vor 16 Uhr, live Sky und Servus TV) um seinen Final-Hattrick in der spanischen Hauptstadt. In den Vorjahren war er in den Endspielen Lokalmatador Rafael Nadal (2017) und dem Deutschen Alexander Zverev (2018) unterlegen. Gegen Djokovic hat er in diesen Jahren die jüngsten zwei Duelle auf Sand gewonnen.

Klare Steigerung

Federer bestritt erst sein drittes Match auf Sand seit fast drei Jahren, doch die fehlende Spielpraxis war ihm nicht anzumerken. Er setzte sein Vorhaben um und attackierte viel, während Thiem vorerst nicht zu seinem Spiel fand und nach Eigenfehlern haderte. Mit Fortdauer der Partie kamen die Qualitäten des Siegers von Indian Wells und Barcelona aber immer besser zur Geltung und Thiem reüssierte in dem spannenden, aber im Vergleich zu den beiden jüngsten Finali lange nicht so hochklassigen Duell. Für den ÖTV-Star war zunächst ein Match der vergebenen Chancen. Federer hatte im ersten Satz die zweite Breakchance (zum 2:0) genutzt. Thiem vergab beim gleichen Stand im zweiten Satz jedoch zwei Chancen und später drei weitere Möglichkeiten bei Aufschlag des Gegners zum 4:2. Dank einer deutlichen Steigerung vor allem beim Service kam Thiem aber ins Tiebreak. Da lag der Weltranglisten-Fünfte 0:3 zurück, glich aus, vergab jedoch gegen den variantenreich spielenden Federer nicht weniger als fünf Satzbälle. Thiem wehrte aber auch zwei Matchbälle des Eidgenossen ab, ehe er das Tiebreak nach 15 Minuten mit den sechsten Satzball abschloss. Federer hatte Thiem diese Chance mit einem Netzangriff nach seinem zweiten Service ermöglicht und war passiert worden.

Im Entscheidungssatz gelang es Thiem früh, die wichtigen Punkte zu holen. Er nahm dem Rekord-Gewinner von 20 Grand-Slam-Turnieren nach 40:0-Führung mit der dritten Chance den Aufschlag zum 2:1 ab und machte gleich anschließend zwei Breakchancen Federers zunichte. Thiem bewies in Folge psychische Stärke und unbedingten Siegeswillen und verwandelte nach 2:10 Stunden seinen zweiten Matchball. Mit dem vierten Erfolg im sechsten Duell mit dem 101-fachen Turniersieger wurde der jüngsten Erfolg auf Hartplatz im Finale von Indian Wells bestätigt.

Gegen Djokovic, gegen den er heuer noch nie gespielt hat, weist Thiem eine negative Bilanz von 2:5 auf. Die zwei jüngsten Duelle hat Thiem im Achtelfinale von Monte Carlo 2018 und im Viertelfinale der French Open 2017 aber in je drei Sätzen gewonnen. „Das wird die nächste ganz große Herausforderung und der nächste ganz große Gegner.“