Ein Abwehrchef fehlte

Sport / 13.05.2019 • 20:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Die Fans des Cashpoint SCR Altach müssen sich nach dem 2:2 gegen die Admira mit dem Klassenerhalt ihrer Elf noch etwas gedulden. Altachs Trainer Alex Pastoor schickte sein Team im gewohnten 4-4-2-System (Offensiv) bzw. 4-2-3-1 (Defensiv) aufs Feld. Die Gäste aus Niederösterreich agierten in einem 3-4-3. Die Partie begann für die Hausherren dank der frühen Führung durch Samuel Oum Gouet perfekt. Doch das 1:0 sollte nur von kurzer Dauer sein, denn bereits zwei Minuten nach der Altacher Führung glich Patrick Schmidt für die Admira aus. Weitere sechs Minuten später stand es nach einem Eigentor des „Altach-Brasilianers“ Anderson sogar 1:2 aus Sicht der Rheindörfler.

Stellungsfehler

Dabei muss sich die Altacher Abwehr eingestehen, dass ihr Verhalten bei beiden Gegentreffern mangelhaft war. Zunächst nützte die Admira einen Stellungsfehler der Altacher Innenverteidigung mit einem langen Ball hinter die Viererkette geschickt aus. Beim zweiten Treffer der Gäste aus Niederösterreich stimmte erneut die Zuordnung in der Altacher Defensive nicht. Trotz Überzahl an Spielern im Strafraum fühlte sich keiner für den aufgerückten Admiraner Patrick Petlach verantwortlich, der mit seiner scharfen Flanke das Eigentor durch Anderson erzwang.

In dieser Situation war auch die Absenz des verletzten Kapitäns und Abwehrchefs Philipp Netzer deutlich spürbar. Weiters hatte ich im ersten Spielabschnitt das Gefühl, dass dem Altacher Mittelfeld ein Ideengeber fehlte. Der Spielaufbau war zu statisch, und oft waren die beiden Offensivspieler Mergim Berisha sowie Christian Gebauer zu sehr auf sich alleine gestellt. Hervorzuheben ist in dieser Phase des Spiels die Leistung von Torhüter Martin Kobras. Der Routinier war bei zwei, drei Topchancen der Südstädter wie so oft in dieser Meisterschaft der große Retter in Not.

Viel Druck nach der Pause

In der Pause dürfte Altachs Coach Pastoor die richtigen Worte gefunden haben. Seine Elf zeigte jedenfalls eine Reaktion auf den etwas bescheidenen Auftritt im ersten Durchgang. Vielleicht auch darum, weil sich die Gäste aus der Südstadt immer mehr zurückzogen und den Altachern das Mittelfeld überließen. Berisha und Co. nutzten die Räume und waren nun besser im Spiel. Leider fehlte im Abschluss oft die letzte Entschlossenheit vor dem Tor, oder das Team hatte Pech wie beim Lattentreffer durch Emanuel Schreiner.

Dass gerade an diesem Tag mit Anderson ein Abwehrspieler den so wichtigen Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielen konnte, freute mich. Trotz Dauerdrucks und guter Spielszenen in der Schlussphase des Spiels reichte es am Ende dennoch leider nicht für den Heimsieg. Ich bin aber überzeugt: spätestens am kommenden Samstag nach dem Heimspiel gegen Hartberg, werden das Trainerteam, die Spieler, die Vereinsverantwortlichen und natürlich die Fans den Klassenerhalt feiern dürfen.

Dieter Alge (53) ist Fußballtrainer mit Erfahrung im Profi-, Amateur- und Nachwuchsbereich.