Bittere Strafdrehung kostet Medaille

14.05.2019 • 19:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl rückten bei der 49er-EM auf den neunten Zwischenrang vor.Störkle
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl rückten bei der 49er-EM auf den neunten Zwischenrang vor.Störkle

Bargehr/Mähr mit Rang sieben bei 470er-EM.

San Remo, Weymouth Die Europameisterschaft der 470er-Segler vor San Remo an der italienischen Riviera ging mit einem „Tiefschlag“ für David Bargehr und Vorschoter Lukas Mähr zu Ende. Als Gesamt-Fünfte und Vierte in der EM-Wertung in den Finaltag gegangen, musste sich das Duo des YC Bregenz in der Gesamtwertung mit den neunten Platz sowie Rang sieben im EM-Klassement begnügen. „So ein Abschluss ist natürlich enorm bitter und die Enttäuschung ist verständlich groß“, erklärt Vorschoter Mähr.

Im alles entscheidenden Medal Race der Top-Ten der vorangegangenen Wettfahrten entschieden sich die Bregenzer am Start für die flasche Seite. „Es gab wie schon an den Tagen zuvor aufgrund des schwachen Windes einige Verschiebungen. Bei einer Windstärke von fünf bis sechs Knoten haben wir die falsche Seite gewählt. Dazu kam, dass wir im Kampf um die Startposition ein gegnerischen Boot berührt haben und deshalb unmittelbar vor dem Startsignal eine Strafdrehung machen mussten und so mit einigen Bootslängen Rückstand ins Rennen gestartet sind“, ergänzt Steuermann Bargehr.

Trotz großer Bemühungen gelang bei den von ihnen wenig geliebten Leichtwindverhältnissen keine Positionsverbesserung. Am Ende sorgten der zehnte und letzte Platz und die damit verbundenen 20 Punkte dafür, dass die Bregenzer mit 44 Nettopunkten um vier Positionen nach hinten fielen. EM-Gold ging an die Schweden Anton Dahlberg/Fredrik Bergström mit 23 Punkte, dahinter folgten die Spanier Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez bzw. Kevin Peponnet/Jeremie Mion aus Frankreich. Letztere belegten im Medal Race Rang drei und hatten mit 37 Punkten um sieben Zählern weniger auf dem Konto als Österreichs Parade-470er-Duo. „Am Ende wurde die Entscheidung durch die Windverhältnisse zu einem Pokerspiel, in dem wir die falschen Trümpfe wählten. Doch wir haben gesehen, dass wir uns auch vor der Weltspitze nicht verstecken müssen und wissen, woran wir arbeiten müssen“, so Mähr abschließend. Damit bleibt der fünfte Endrang 2017 vor Palma de Mallorca weiter das beste Resultat der WM-Dritten von 2018 bei kontinentalen Titelkämpfen.

Nach der Rückkehr stehen nun Trainingsblöcke in Neusiedl am See bzw. Split auf dem Programm, ehe es zum Weltcupfinale vom 2. bis 9. Juni vor Marseille geht. Anschließend wartet noch die Kieler Woche (22. bis 30. Juni), ehe dann vom 2. bis 9. August im Olympiarevier vor Enoshima die WM und der Kampf um das Olympiaticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio als Saisonhöhepunkte anstehen.

Zwei Wettfahrtsiege

Wesentlich bessere Segelbedingungen als an der italienischen Riviera finden die 49er-Segler bei ihrer EM im englischen Weymouth vor. Nach zwei fünften und einem 15. Platz bzw. einem 17. Rang als Streichresultat in den ersten vier Wettfahrten lieferten der Wolfurter Benjamin Bildstein und sein Tiroler Vorschoter David Hussl am zweiten Tag im Olympiarevier von 2012 ein gelungene Performance ab. Mit zwei ersten und einem fünften Rang schob sich das YC-Bregenz-Duo das YC-Bregenz-Duo vom 26. Rang auf Platz zwölf in der Zwischenwertung vor und sind Neunte im bereinigten EM-Klassement. Mit 32 Punkten haben Bildstein/Hussl aktuell 14 Zähler Rückstand auf die EM-Dritten Justus Schmidt/Max Boeme aus Deutschland. „Unsere Leistung war heute auf dem Punkt. Wir haben einige Dinge umsetzen können, die uns gestern noch nicht gelungen sind. Es waren viele tolle Positionskämpfe gegen starke Boote. Wir haben am Start nicht zu viel riskiert, waren vor allem bei den Wettfahrtsiegen bei der Luv-Tonne gut dabei und haben uns auf der ersten Kreuz vorne platzieren können. Jetzt gilt es, diesen flow aufrechtzuerhalten. Wir sind schnell und wissen, was notwendig ist“, berichtet Steuermann Bildstein.

Zum Abschluss der Qualifikation sind am Mittwoch drei Wettfahrten geplant.

„Mit der Bestrafung vor dem Start war im Prinzip unsere Medaillenchance dahin.“

Die Enttäuschung nach dem Medal Race ist Steuermann David Bargehr und Vorschoter Lukas Mähr am Gesichtsausdruck anzusehen.Störkle
Die Enttäuschung nach dem Medal Race ist Steuermann David Bargehr und Vorschoter Lukas Mähr am Gesichtsausdruck anzusehen.Störkle