Enttäuschung weicht der Vorfreude

14.05.2019 • 19:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach einer für ihn enttäuschenden Saison in Altach freut sich Adrian Grbic auf eine neue Herausforderung.gepa
Nach einer für ihn enttäuschenden Saison in Altach freut sich Adrian Grbic auf eine neue Herausforderung.gepa

Altach-Stürmer Adrian Grbic (22) will nach EM-Endrunde in Frankreich neu durchstarten.

Altach „Mir wurde ein Ultimatum gestellt.“ In den Worten von Adrian Grbic klingt der Frust einer ganzen Saison mit. Erst jetzt, mit der Vertragsunterzeichnung in Frankreich, weicht die Enttäuschung schön langsam der Vorfreude auf die kommende Aufgabe. Ab Sommer spielt der 22-jährige Stürmer nicht mehr für den Cashpoint SCR Altach, sondern für den französischen Zweitligisten Clermont Foot. Der Österreicher mit kroatischen Wurzeln hat einen Dreijahresvertrag im Land des Weltmeisters unterzeichnet.

Enttscheidung fiel im Winter

2017 war Grbic, der in Stuttgart die Nachwuchsabteilung durchlief, vom Floridsdorfer AC zu den Rheindörfler gewechselt. Gleich in der ersten Saison gelangen ihm bei 26 Ligaeinsätzen sieben Treffer. Der Stürmer hatte sich auf Anhieb hinter Hannes Aigner etabliert. Ganz anders verlief die zweite Saison für den U-21-Teamspieler. Derzeit hält er gerade einmal bei der Hälfte der Einsatzzeiten aus dem Vorjahr – und auch in den letzten beiden Spielen dürfte Grbic nur Zuschauer sein. All das war genug Frustpotenzial, um sich dann in der Winterzeit gegen Altach zu entscheiden. Gerade im Herbst fühlte sich der Spieler ungerecht behandelt. Etwa nach der erfolgreicher EM-Qualifikation mit persönlich guten Team-Auftritten und Tor-Erfolgserlebnissen. „Für mich war es das Größte, und dann stand ich nach der Rückkehr zwei Wochen gar nicht im Kader“, erinnert er sich nur ungern an eine der aus seiner Sicht zu vielen Negativerlebnisse. Als es dann im Winter doch zu Vertragsgesprächen kam, habe er dem Verein mitgeteilt, im Sommer gehen zu wollen. „Eigentlich wollte ich die Endrunde abwarten“, verrät Grbic. Dann aber sei ihm von Vereinsseite ein Ultimatum gestellt worden: „Entweder du unterschreibst oder es wird schwer für dich im Frühjahr“, erzählt der Spieler. „Ich wusste also, dass es hart wird für mich.“ Dass es bislang gerade einmal 75 Einsatzminuten waren, sei einfach nur „bitter“. Zumal er auch unter Alex Pastoor nur zweite Wahl ist. „Ich war bei der Trainervorstellung eine Woche beim Nationalteam.“

Anfangs sei es schwer gewesen, die Maßnahme zu akzeptieren, dann habe er sich im Hinblick auf die EM-Endrunde im Training „voll reingehaut“. „Die Konkurrenz im Team schläft nicht“, fürchtet er nun auch um seinen Platz in der Stammformation des Teams.

Neue Hoffnung

Mit dem Wechsel in die zweite französische Liga verfolge er vor allem eines: „Ich muss schauen, dass ich wieder mehr spiele. Nur so kann ich mich weiterentwickeln.“ Beim Klub aus Clermont-Ferrand soll dies nun gelingen, deshalb behauptet er: „Für mich ist das der beste Schritt. In der zweiten Liga bin ich in der Auslage und kann mich für höhere Aufgaben empfehlen.“ Deshalb ist die Vorfreude groß, zumal er sich vor Ort die Bedingungen bei seinem neuen Klub schon angesehen hat.

Die EM in Italien beginnt für Grbic und Co am 17. Juni mit dem Spiel in Triest gegen Serbien. Danach folgt ein Doppel in Udine gegen Dänemark und Deutschland. Bereits am 2. Juni erfolgt die Teamzusammenkunft, weshalb Grbic nur einen Kurzurlaub – der letzte Spieltag im am 25. Mai – haben wird. „Und wenn wir das Europa-League-Play-off schaffen, dann fällt er gänzlich ins Wasser.“

„Für mich ist es der beste Schritt. Es ist einfach wichtig, dass ich wieder mehr spiele.“