Eine Ehre und Herzensangelegenheit

Sport / 15.05.2019 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tamira Paszek beim Training im VTV-Campus und zusammen mit Linus Erhart bei der Mannschaftspräsentation der beiden Mannschaften des TC Dornbirn in der Tennis-Bundesliga.GEPA/JD
Tamira Paszek beim Training im VTV-Campus und zusammen mit Linus Erhart bei der Mannschaftspräsentation der beiden Mannschaften des TC Dornbirn in der Tennis-Bundesliga.GEPA/JD

Tamira Paszek erstmals in Tennis-Bundesliga bei ihrem Heimatklub TC Dornbirn gemeldet.

Dornbirn „Wir sind eigentlich das gallische Dorf in Österreichs Tennis-Bundesliga“, betont Johannes Oelz, seit November des letzten Jahres Obmann des TC Dornbirn. „Wir sind in der glücklichen Lage, einer der zwei Klubs in Österreich zu sein, die sowohl in der Damen- als auch Herren-Bundesliga vertreten sind.“ Besonders stolz ist Oelz darauf, dass erstmals in der Geschichte auch Tamira Paszek, die erfolgreichste Spielerin des Vereines, für ihren Heimatklub in der nationalen Mannschaftsmeisterschaft das Racket schwingen wird. Die 28-jährige Paszek bezeichnet ihr Engagement als gar nicht so außergewöhnlich: „Als ich vor einigen Monaten gefragt wurde, habe ich sofort zugesagt. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich“, betont die ehemalige Nummer 26 der Weltrangliste (Anm.: Februar 2013) mit einem breiten Lächeln im Gesicht bei der Mannschaftspräsentation. „Hier ist meine Heimat, hier trainiere ich und hier fühle ich mich wohl. Ich empfinde es nicht als Verpflichtung, sondern als Ehre, dies zu tun.“

Heimspiel gegen Kufstein

Der erste Ligaeinsatz am Samstag (11 Uhr) gegen den TC Kufstein wird für Paszek gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. Bei ihrem letzten wettkampfmäßigen Einsatz auf der Anlage des TC Dornbirn im Juli 2006 schrieb sie ein Kapitel Tennisgeschichte. Bei den Staatsmeisterschaften kürte sich die Lokalmatadorin mit Gold im Einzel und im Doppel (mit der Tirolerin Marion Walter) mit 15 Jahren und 228 Tagen zur jüngsten Staatsmeisterin der ÖTV-Geschichte. Gleichzeitig schaffte Paszek das Kunststück, als erste Spielerin nach der U-12-, U-14- und U-16-Kategorie auch in der Damenklasse das Double (Einzel und Doppel) in einer Saison zu gewinnen.

Wie oft die Wimbledon-Viertelfinalistin der Jahre 2011 und 2012 für den TC Thozi Dornbirn im Verlauf der Saison zum Einsatz kommen wird, hängt primär von ihrer Turnierplanung ab. „Priorität hat aber weiter ganz klar meine eigene Karriere. Die Rasenturniersaison rückt näher und jeder, der mich kennt, weiß, dass dies mein Lieblingsbelag ist. Durch mein Protected Ranking muss ich mir bezüglich Weltrangliste keinen Druck auferlegen. Spätestens in Wimbledon (Anm. 1. bis 14. Juli), meinem absoluten Lieblingsturnier, möchte ich auf die große Tennisbühne zurückkehren.“

Nächste Woche hat Paszek, die aktuell durch eine Fußverletzung leicht gehandicapt ist, die Teilnahme am 15.000-Dollar-Sandplatzturnier in Heraklion ins Auge gefasst, ehe dann Anfang Juni in Surbiton der Einstieg in die Rasenturniere geplant ist.

Neben Paszek stehen mit Emily Meyer (17) und Laura Fuchs (13) auch die beiden hoffnungsvollsten VTV-Talente im Kader des TC Thozi Dornbirn. Die Erwartungshaltung ist nicht zuletzt wegen der Ungewissheit, welche Spielerinnen wie oft zur Verfügung stehen, bewußt niedrig gehalten. „Nach den Rängen sechs und fünf in den letzten beiden Saisonen wollen wir uns nicht verschlechtern“, betont Vereinsobmann Oelz.

„Wie oft ich im Einsatz sein werde, hängt primär von der Planung der Rasenturniere ab.“