Vom Oberligisten zum Titelanwärter

Sport / 15.05.2019 • 21:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Leipzig Aus der vermeintlichen „Schnapsidee“ von Dietrich Mateschitz ist in beispielloser Rasanz mit RB Leipzig ein neuer Titelkandidat herangewachsen. Aufgebaut mit Red-Bull-Millionen, entwickelt von Chefdenker Ralf Rangnick. Der sächsische Emporkömmling hat den deutschen Profi-Fußball aufgemischt und sich zu einer Topkraft entwickelt, dabei wird RB Leipzig am Sonntag erst zehn Jahre alt. Versuche, einen Leipziger Verein im Profi-Fußball zu etablieren, gab es schon vorher. Sie schlugen fehl. Der VfB Leipzig, erster deutscher Meister, stieg nach einer Saison 1994 aus der Bundesliga wieder ab. Der 1. FC Lok Leipzig, Nachfolgeverein des VfB, spielt aktuell in der Regionalliga. Die BSG Chemie Leipzig steht vor dem Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse. Bei RB Leipzig ging alles ein bisschen schneller.

55. Mitglied in der deutschen Bundesliga

Am 19. Mai 2009 der Eintrag ins Vereinsregister, ein Jahr später Oberligameister. Die Lizenz hatte RB dem SSV Markranstädt abgekauft – Summe unbekannt. „Als ich die Idee hatte, beim SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost einzusteigen, kamen viele Zweifler an, die sagten: ‚Mach das nicht, das kann nicht funktionieren. Die Tradition von Lok Leipzig ist zu groß.‘ Aber ich hatte halt mal die Schnapsidee“, erzählte Mateschitz einmal. Der Red-Bull-Mitbesitzer hatte sein mächtiges und globales Sportmarketing- und Event-Reich bereits 2005 mit dem Einstieg in die Formel 1 erweitert. In Österreich wurde Red Bull Salzburg ins Leben gerufen. Dass RB in Leipzig gar nicht für die Initialen des Club-Besitzers steht, sondern für RasenBallsport, ist einzig den Statuten im deutschen Fußball geschuldet. Werbung im Vereinsnamen ist verboten. 2013 erfolgte der Aufstieg von der Regionalliga in die dritte Liga: Der Profi-Fußball war schon mal erreicht. Ein Jahr später bejubelte Leipzig seinen neuen Zweitligisten. 2016 war es so weit: Unter Rangnick als Trainer und Sportdirektor zog RB als 55. Mitglied in die höchste deutsche Spielklasse ein und wurde auf Anhieb Vizemeister. Auch heuer stimmt der Weg. Platz drei und
die CL-Teilnahme sind längst fix.