Ein „teuflischer“ Auftritt ist gefordert

Sport / 16.05.2019 • 18:23 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
In den Eins-zu-eins-Situationen müssen Hard-Kreisläufer Nejc Zmavc und Co. ihre Effektivität steigern.GEPa
In den Eins-zu-eins-Situationen müssen Hard-Kreisläufer Nejc Zmavc und Co. ihre Effektivität steigern.GEPa

Alpla HC Hard mit Heimvorteil heute im finalen Halbfinalduell gegen West Wien.

Hard Während Grunddurchgangsieger und Play-off-Dominator Krems mit zwei Siegen Titelverteidiger Fivers Margarten in die Sommerpause geschickt hat und nach dem Triumph im ÖHB-Cup vor wenigen Wochen dem zweiten Titelgewinn nach 1975 in der Spusu Handball-Liga entgegenfiebert, wartet am Freitag (19 Uhr) auf die Akteure des Alpla HC Hard der ultimative Showdown im Kampf um das zweite Finalticket. Nach dem hartumkämpften 26:25-Heimsieg vor einer Woche und der 22:29-Auswärtsniederlage drei Tage darauf steht nun das finale Duell in der Best-of-three-Halbfinalserie gegen West Wien auf dem Programm. Während für den Sieger der Partie die Saison ab 25. Mai in der erstmals im Best-of-five-Modus ausgetragenen Finalserie eine Fortsetzung findet, ist die Spielperiode 2018/19 für den Verlierer beendet. „Nüchtern betrachtet ist es das Finale vor dem Finale“, erklärt Hard-Cheftrainer Klaus Gärtner. Trotz der Wichtigkeit der Partie versucht der 43-jährige Deutsche, die ohnehin vorhandene Spannung nicht noch zu verstärken. „Natürlich wollen wir ins Finale kommen. Doch man darf nicht vergessen, dass nie jemand von den handelenden Personen im Verein den Finaleinzug oder den Titelgewinn als erklärtes Ziel ausgegeben hat. Alle waren sich bewusst, dass die Saison mit einem neuen Trainer und fünf Neuzugängen nicht einfach werden wird. Dazu kommt, dass Spieler wie Boris Zivkovic oder Ivan Horvat erstmals in die vorderste Reihe auf ihre Positionen gerückt sind und die Abwehr komplett neu organisiert werden musste. Dies sind alles Prozesse, die im Handballsport oft länger dauern als eine Saison. Dies soll keine Tiefstapelei sein, sondern der nüchterne Blick auf die Realität“, erklärt der EHF-Mastercoach.

Nach der Niederlage am Montag in Wien hat Gärtner die Videos der beiden Halbfinalpartien genau analysiert. „Wir haben eine Vielzahl von Torchancen generiert, haben dann aber bei der finalen Einwurfmöglichkeit zum Teil nicht die notwendige Kaltschnäuzigkeit gehabt, um Kapital daraus zu schlagen. Wenn wir es schafften, in diesem Bereich die Effektivität zu steigern, wäre dies die halbe Miete für ein erfolgreiches Ende.“

Ergebnis täuscht etwas

Die Tatsache, dass sich sein Team im Heimspiel erst in der Verlängerung durchgesetzt hat, dagegen in Wien ganz klar unterlegen ist, hat für den Cheftrainer der Roten Teufel vom Bodensee keine große Bedeutung. „Besonders das Endergebnis auswärts täuscht etwas. Im Gegensatz zum üblichen Europacupmodus ist – es in einem K.-o.-Spiel egal, ob du am Ende mit einem oder wie in unserem Fall – mit sieben Toren Unterschied verlierst. Wir waren bis zum 20:22 (50.) dran, haben aber in dieser Phase einige falsche Entscheidungen getroffen. Die vergebenen Chancen haben dann dazu geführt, dass wir noch mehr Risiko eingehen mussten. Dies hat uns in Summe das Genick gebrochen und West Wien kam in der Schlussphase zu etlichen einfachen Toren.“

Die Hoffnungen von Gärtner auf eine positive Trendwende werden zusätzlich durch die detailierten Erkenntnisse des Videostudiums gestärkt. „Es ist ja nicht so, dass wir gezwungen sind, alles was bislang war, über Bord zu werfen. Es sind Kleinigkeiten, die zu verbessern sind.“

Flammender Appell an die Fans

Der Heimvorteil im finalen Duell soll laut Dominik Schmid für den entscheidenden Unterschied sorgen. „Natürlich ist es keine Garantie, aber auf jeden Fall ein nicht unwesentlicher Bonus“, betont der Hard-Kapitän und richtet gleich auch einen flammenden Appell an die Fans: „Kommt in die Halle und treibt uns an! Es geht um viel und wir wollen mit euch gemeinsam diesen Etappensieg landen und ins Finale einziehen.“

Personell können die Hausherren in stärkster Besetzung antreten. Abwehrchef Max Hermann hat zwar weiter Probleme mit der Ruptur der Bänder und Kapsel am Sprunggelenk. „Er hat zwar immer noch Schmerzen, ist aber nicht jemand, der kneift. Wenn es um den Finaleinzug geht, müssen Schmerzen ausgeblendet werden“, betont Schmid.

„Der Heimvorteil ist zwar keine Garantie, aber sicher ein Bonus in einem K.-o.-Duell.“

In den Eins-zu-eins-Situationen müssen Hard-Kreisläufer Nejc Zmavc und Co. ihre Effektivität steigern.GEPa
In den Eins-zu-eins-Situationen müssen Hard-Kreisläufer Nejc Zmavc und Co. ihre Effektivität steigern.GEPa

Handball

Spusu Liga 2018/19

Halbfinale (Best of three), 3. Spiel  

Alpla HC Hard – SG Handball West Wien Freitag, 19 Uhr

Sporthalle am See, SR noch nicht bekannt gegeben

2. Spiel (13. Mai)

SG Handball West Wien – Alpla HC Hard  29:22 (14:12)

1. Spiel (10. Mai)

Alpla HC Hard – SG Handball West Wien  26:25 n. V. (23:23, 15:11)

2. Spiel (14. Mai)

HC Fivers WAT Margareten – UHK Krems 28:30 (17:14)

1. Spiel (11. Mai)

UHK Krems – HC Fivers WAT Margareten  30:26 (14:9)

 

Finale (Best of five): 25. 5., 28. 5., 1. 6.

 und falls nötig 4. und 8. 6.

Erklärung: Heimvorteil in der ersten, dritten und möglichen fünften Begegnung hat der UHK Krems als Erster und besser klassiertes Team nach der Bonusrunde (Play-off).