Hards Handballern hilft nur noch ein „teuflischer“ Auftritt

17.05.2019 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In den Eins-zu-Eins-Situationen müssen die Harder ihre Effektivität steigern. GEPa
In den Eins-zu-Eins-Situationen müssen die Harder ihre Effektivität steigern. GEPa

Alpla HC Hard mit Heimvorteil am Freitag (19 Uhr) im letzten Halbfinalduell gegen West Wien.

Hard Während Grunddurchgangssieger und Play-off-Dominator Krems mit zwei Siegen Titelverteidiger Fivers Margareten in die Sommerpause geschickt hat und nach dem Triumph im ÖHB-Cup vor wenigen Wochen dem zweiten Titelgewinn nach 1975 in der Spusu Handball-Liga entgegenfiebert, wartet am Freitag (19 Uhr) auf die Akteure des Alpla HC Hard der Showdown im Kampf um das zweite Finalticket. Nach dem umkämpften 26:25-Heimsieg vor einer Woche und der 22:29-Auswärtsniederlage drei Tage darauf steht nun der dritte Duell in der Best-of-three-Halbfinalserie gegen West Wien auf dem Programm. Während für den Sieger der Partie die Saison ab 25. Mai in der erstmals im Best-of-five-Modus ausgetragenen Finalserie eine Fortsetzung findet, ist die Spielperiode 2018/19 für den Verlierer beendet. „Nüchtern betrachtet ist es das Finale vor dem Finale“, erklärt Hard-Cheftrainer Klaus Gärtner. Trotz der Wichtigkeit der Partie versucht der 43-jährige Deutsche, die ohnehin vorhandene Spannung nicht noch zu verstärken. „Natürlich wollen wir ins Finale kommen. Doch man darf nicht vergessen, dass nie jemand von den handelnden Personen im Verein den Finaleinzug oder den Titelgewinn als erklärtes Ziel ausgegeben hat. Alle waren sich bewusst, dass die Saison mit einem neuen Trainer und fünf Neuzugängen nicht einfach wird. Dazu kommt, dass Spieler wie Boris Zivkovic oder Ivan Horvat erstmals in die vorderste Reihe auf ihren Positionen gerückt sind und die Abwehr komplett neu organisiert werden musste. Dies sind alles Prozesse, die im Handballsport oft länger dauern als eine Saison. Das soll keine Tiefstapelei sein, sondern der nüchterne Blick auf die Realität“, erklärt der EHF-Mastercoach.


Nach der Niederlage am Montag in Wien hat Gärtner die Videos der beiden Halbfinalpartien genau analysiert. „Wir haben eine Viehlzahl von Torchancen generiert, haben dann aber bei der Einwurfmöglichkeit zum Teil nicht die notwendige Kaltschnäuzigkeit gehabt, um Kapital daraus zu schlagen. Wenn wir es schafften, in diesem Bereich die Effektivität zu steigern, wäre es die halbe Miete für ein erfolgreiches Ende.“

Ergebnis täuscht etwas

Die Tatsache, dass sich sein Team im Heimspiel erst in der Verlängerung durchgesetzt hat, dagegen in Wien ganz klar unterlegen ist, hat für den Cheftrainer der Harder keine große Bedeutung. „Besonders das Endergebnis auswärts täuscht etwas. Im Gegensatz zum üblichen Europacupmodus ist es in einem K.-o.-Spiel egal, ob du am Ende mit einem oder wie in unserem Fall mit sieben Toren Unterschied verlierst. Wir waren bis zum 20:22 (50.) dran, haben aber in dieser Phase einige falsche Entscheidungen getroffen. Die vergebenen Chancen haben dann dazu geführt, dass wir noch mehr Riskio eingehen mussten. Das hat uns in Summe das Genick gebrochen und West Wien kam in der Schlussphase zu etlichen einfachen Toren.“

„Der Heimvorteil ist zwar keine Garantie, aber sicher ein Bonus in einem K.-o.-Duell.“

Dominik Schmid, Kapitän Alpla HC Hard


Gärtners Hoffnungen auf eine positive Trendwende werden zusätzlich durch die Erkenntnisse des detaillierten Videostudiums gestärkt. „Es ist ja nicht so, dass wir gezwungen sind, alles, was bislang war, über Bord zu werfen. Es sind Kleinigkeiten, die zu verbessern sind.“

Flammender Appell an die Fans

Der Heimvorteil im finalen Duell soll laut Dominik Schmid für den entscheidenden Unterschied sorgen. „Natürlich ist es keine Garantie, aber auf jeden Fall ein nicht unwesentlicher Bonus“, betont der Hard-Kapitän und richtet einen flammenden Appell an die Fans: „Kommt in die Halle und treibt uns an. Es geht um viel und wir wollen mit euch gemeinsam diesen Etappensieg landen und ins Finale einziehen.“
Personell können die Hausherren in stärkster Besetzung antreten. Abwehrchef Max Hermann hat zwar weiter Probleme mit der Ruptur der Bänder und Kapsel am Sprunggelenk. „Er hat zwar immer noch Schmerzen, ist aber nicht jemand, der kneift. Wenn es um den Finaleinzug geht, müssen Schmerzen ausgeblendet werden“, betont Schmid. vn-jd

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