SCR Altach: Emotionale Siegesfeier und den Blick nach vorne gerichtet

Sport / 19.05.2019 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zusammen mit den Fans wurde nach dem Spiel gefeiert. gepa
Zusammen mit den Fans wurde nach dem Spiel gefeiert. gepa

Vorarlbergs Fußball-Bundesligist schließt die Heimsaison mit starkem Auftritt gegen Hartberg.

Altach 3:1 hieß es am Ende, doch das interessierte nach dem Spiel nur noch zweitrangig. Die Fans auf der Tribüne waren sitzen geblieben und warteten auf die Verabschiedung verdienter Spieler des Cashpoint SCR Altach. Zur Überraschung aller war auch noch Boris Prokopic (123 Spiele/16 Tore) geladen. Eine schöne Geste des Vereins, zumal der 31-Jährige seit Winter für den FC Vaduz spielt. Die Fans empfingen den Mittelfeldspieler jedenfalls mit viel Applaus. Danach wurde es noch lauter und vor allem emotionaler. Torhüter Andreas Lukse (88 Spiele) durfte ebenso ein Präsent aus dem Hause des Präsidenten Peter Pfanner in Empfang nehmen wie Louis-Clement Ngwat-Mahop (190/39), Adrian Grbic (52/15), Benedikt Zech (208/4) und Andreas Lienhart (317/19). Schließlich durfte auch noch Hannes Aigner (195/84) nach seinem unfreiwilligen und nicht nur für ihn verfrühten Fußball-Aus den Abschiedsapplaus entgegennehmen. Der Oldie (38) wandte sich schließlich an die SCRA-Fans, die ihren „Fußballgott“ zum Abschluss mit einem Riesenbanner („Danke Hannes Aigner“) würdigten.

Handschrift des Trainers


Das Spiel selbst trug schon sehr die Handschrift von Trainer Alex Pastoor. „Taktik? Das Positionsspiel ist wichtig“, sind stets die Worte des Niederländers. Perfekt, wie seine Mannschaft dieses Denken in den ersten 45 Minuten schließlich umgesetzt hat. Unentwegt bewegte sich ein Altacher im Vorwärtsgang in die sich bietenden Räume, in der Rückwärtsbewegung wurden diese stets schnell geschlossen. So fanden die Gäste keine Zeit, sich auf ein System bzw. auf eine Raumaufteilung einzustellen. Altach dominierte das Geschehen auf dem Spielfeld und ließ erkennen, wie man in Zukunft fußballspielen will.

Die Predigt der Einfachheit

Gerade das Positionsspiel liegt dem Coach am Herzen. So predigt er die Räume und analysiert: „Heute hatte Fischer viele Freiheiten, aber er hat einige Zeit die Räume nicht richtig genutzt. Er war zu eng bei Piesinger. Deshalb musste ich korrigieren.“ Das tat er dann, teilweise ungewohnt lautstark. Die Spieler jedenfalls scheinen seine Anweisungen rasch zu verstehen, zumal Pastoor immer wieder die einfachen Pässe fordert.

„Wir haben verdient gewonnen, nur die ersten zehn Minuten waren richtig schlecht.“

Alex Pastoor, Trainer Cashpoint SCR Altach


Weniger einfach ist für ihn die Entscheidung bezüglich seiner Zukunft. Wohlwissend, dass er sich hier in Altach wohl fühlt, dass sowohl das Umfeld als auch die Mannschaft seit seiner Bestellung positive Energie versprüht.

Luisser verlässt den Verein

Möglicherweise sind es auch noch Überlegungen, was die Zusammenstellung des Trainerstabs betrifft. Denn Cotrainer Wolfgang Luisser, der nach dem Weggang von Thomas Hickersberger zu Rapid im Jänner 2018 nach Altach gekommen war, wird den Klub mit Saisonende verlassen. Der 39-jährige Burgenländer wird in Absprache mit dem Klub ein Bildungskarenzjahr einlegen. „Ja, ich möchte hospitieren und mich weiterbilden. Ich möchte auch eine Arbeit schreiben“, erzählt Luisser.

Planungen voll im Gange

Es werden also einige Veränderungen stattfinden, auch wenn das Gros des Kaders steht. Gespräche mit Valentino Müller (20), Simon Piesinger (27), Stefan Nutz (27) und Kristijan Dobras (26) werden diese Woche die Saison abschließen. Hinsichtlich der Kaderplanung sind mögliche Abgänge nicht auszuschließen. Für Samuel Oum Gouet (21), der nach Saisonende zum Olympiateam von Kamerun fährt – die Africa-Cup-Qualifikation steht an – und Christian Gebauer (25) liegen Anfragen auf dem Tisch. Georg Zellhofer, Geschäftsführer Sport, sieht also einem arbeitsintensiven Sommer entgegen. Dabei wird die Suche nach einem antrittsschnellen Innenverteidiger, der Benedikt Zech ersetzen soll, ebenso wichtig, wie jene nach einem weiteren Offensivspieler.