Lauda wäre stolz auf seine Silberpfeile

Sport / 23.05.2019 • 23:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Lewis Hamilton war es Ehrensache, die Bestzeiten am ersten Trainingstag in Monaco ließ er sich nach dem Tod seines „Buddys“ Niki Lauda nicht nehmen.ap
Für Lewis Hamilton war es Ehrensache, die Bestzeiten am ersten Trainingstag in Monaco ließ er sich nach dem Tod seines „Buddys“ Niki Lauda nicht nehmen.ap

Hamilton und Bottas rasten am ersten Trainingstag in Monaco allen davon.

Monte CArlo Niki Lauda wäre stolz darauf: Trotz der tiefen Trauer um die Formel-1-Ikone haben die Silberpfeile zum Auftakt des Klassikers in Monte Carlo die Konkurrenz beherrscht. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton raste im Training zum Großen Preis von Monaco in beiden Einheiten auf Platz eins. Teamkollege Valtteri Bottas fuhr die zweitschnellste Runde des Tages – weit vor allen anderen. „Jeder trauert auf seine Weise. Niki würde aber wollen, dass wir uns auf das Rennwochenende konzentrieren und Samstag und Sonntag abliefern“, hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Morgen gesagt.

Auf Platz drei in der schnelleren Einheit am Nachmittag kam Herausforderer Sebastian Vettel. Der Rückstand des 31-jährigen Deutschen war allerdings auch in den engen Straßen von Monte Carlo so ernüchternd wie der bisherige Sieglos-Saisonverlauf: 0,763 Sekunden lag Vettel hinter der Bestzeit. Auf einer Runde von gerade einmal rund 3,3 Kilometern ist das ein erschreckender Abstand für den viermaligen Weltmeister. „Wir haben viel ausprobiert, das nicht wirklich funktioniert hat. Es war eher ein schwieriger Tag für uns“, sagte Vettel: „Das Auto ist zu nervös, es rutscht zu viel.“

Verbremser von Vettel

Beim zweiten Training verbremste sich Vettel, der zu Ehren Laudas seinen Helm im Design des früheren Piloten lackieren ließ, beim Versuch einer schnellen Runde auch noch. Er klagte erneut über Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Knapp vor den Leitplanken kam er in Kurve eins zum Stehen.

Teamkollege Charles Leclerc fehlten in den Straßen, in denen er als Kind mit dem Bus zur Schule fuhr, sogar über 1,2 Sekunden auf Hamilton. Der Traum vom ersten Heimsieg eines Monegassen seit dem WM-Beginn 1950 dürfte wohl ein Wunsch bleiben.

Gefahr von Red Bull

Wie erwartet scheint Red Bull eine weitere Gefahr für die Scuderia zu sein. „Zwischen uns sieht es sehr eng aus“, räumte Vettel ein. Am Morgen schob sich Max Verstappen zwischen Hamilton und Bottas, am Nachmittag reihte sich Pierre Gasly direkt hinter Vettel ein.

Weit weg von Hamilton und Bottas, dem Duo, das bisher die beiden ersten Plätze unter sich ausmachte. Der Tod von Lauda dürfte die Mercedes-Männer in ihrer Entschlossenheit auf dem Weg zum sechsten Fahrer- und Konstrukteurstitel in Serie nur noch mehr stärken.

Formel 1

Grand Prix von Monaco

1. freies Training

1. Hamilton (GBR) Mercedes 1:12,106 Minuten, 2. Verstappen (NED) Red Bull 0,059 Sekunden zurück, 3. Bottas (FIN) Mercedes +0,072, 4. Leclerc (MON) Ferrari 0,361, 5. Vettel (GER) Ferrari 0,717, 6. Gasly (FRA) Red Bull 1,064, 7. Hülkenberg (GER) Renault 1,121, 8. Magnussen (DEN) Haas 1,126, 9. Räikkönen (FIN) Alfa Romeo 1,257, 10. Grosjean (FRA) Haas 1,273, 13. Kwjat (RUS) Toro Rosso 1,625, 14. Albon (THA) Toro Rosso 1,721

2. freies Training

1. Hamilton (GBR) Mercedes 1:11,118 Min., 2. Bottas (FIN) Mercedes +0,081 Sek., 3. Vettel (GER) Ferrari 0,763, 4. Gasly (FRA) Red Bull 0,820, 5. Albon (THA) Toro Rosso 0,913, 6. Verstappen (NED) Red Bull 0,934, 7. Magnussen (DEN) Haas 1,056, 8. Giovinazzi (ITA) Alfa Romeo 1,121, 9. Räikkönen (FIN) Alfa Romeo 1,224, 10. Leclerc (MON) Ferrari 1,232, 14. Kwjat (RUS) Toro Rosso 1,459

Samstag

3. freies Training 12.00 Uhr

Qualifikation 15.00 Uhr

Sonntag

Grand Prix 15.10 Uhr

Fernsehen: ORF 1, SRG, RTL, Sky