Damian Warner ist inspiriert

Sport / 24.05.2019 • 21:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit Sieg Nummer fünf könnte sich Damian Warner in die Geschichtsbücher des Hypomeetings eintragen.gepa
Mit Sieg Nummer fünf könnte sich Damian Warner in die Geschichtsbücher des Hypomeetings eintragen.gepa

Kanadier greift beim Hypomeeting in Götzis nach dem fünften Sieg, vier Favoritinnen im Siebenkampf.

Götzis „Es gibt keinen besseren Platz als Götzis, um die Saison zu beginnen.“ Damian Warner weiß, wovon er spricht: Vier Mal gewann der Kanadier seit 2013 das Hypomeeting, bei der 45. Auflage strebt er Triumph Nummer fünf an. Womit er in der Siegerliste mit Roman Sebrle und Carolina Klüft gleichziehen würde. „Aber da sind ein paar andere Burschen, die ebenfalls oben stehen wollen“, sagt der Olympiadritte, der als Bestleistung 8795 Punkte vorweisen kann. „Es ist das erste Meeting der Saison, ich bin nicht so gut mit meinen Voraussagen“, wollte Warner auch keine Punkteprognose abgeben. „Im letzten Jahr habe ich mich gar nicht besonders gefühlt und dann habe ich mit neuem kanadischem Rekord gewonnen.“ Die Unbekannte vor seinem siebten Zehnkampf in Götzis? „Es wartet eine lange Saison, die WM in Doha steht erst im Oktober auf dem Programm. Meine Planung ist anders als sonst. Ich bin fit, die Vorbereitung war gut, auch die Form stimmt.“

Eine Frage der Zeit

Dass Kevin Mayer den Weltrekord auf 9126 Punkten geschraubt hat, sei inspirierend: „Ich glaube definitiv, dass ich über 9000 Punkte kommen kann“, sagt Warner. „Ist das dieses oder nächstes Jahr? Wer weiß? So etwas muss einfach passieren.“ Für das große Ziel sind bessere Resultate in den Wurf- und Sprungdisziplinen gefragt. 205 Punkte fehlen dem 29-Jährigen aktuell auf den 9000er, mit seinen Einzelbestleistungen ist aber ein Resultat von 9209 Zählern möglich.

Maicel Uibo, im Mösle mit 8514 Punkten der erste Jäger von Warner, hat sich mit guten Leistungen bei Wettkämpfen im Hoch- und Stabhochsprung Selbstvertrauen geholt. „Ich fühle mich gut“, sagt der Este. „Aber die Saisonplanung hat sich durch die späte WM etwas verschoben.“ Ilia Shkurenev (8601), Kai Kazmirek (8580), Sieger von 2015, Rico Freimuth (8663) oder Victor Lindon (8539) sind die weiteren Anwärter auf einen Stockerlplatz.

Dominik Distelberger sieht das Hypomeeting nach mehreren Verletzungen als eine Standortbestimmung. „Meine Achillessehne hat mich ein paar Jahre geärgert, das habe ich jetzt im Griff.“ Ebenso den Muskeleinriss, der ihn zu Jahresbeginn außer Gefecht gesetzt hat. „Ich habe einen neuen Fitnesscoach und fühle mich gut vorbereitet. Es geht Woche für Woche bergauf, 8000 Punkte müssen das Ziel sein.“ 30 der 34 für Götzis gemeldeten Zehnkämpfer haben 8000er-Leistungen abgeliefert.

Leistungen gehen in die Höhe

Im Siebenkampf haben 29 der 34 Starterinnen einen 6000er als Bestleistung stehen, das Favoritenfeld ist breit gestreut. Nach der Absage von Nafissatou Thiam gibt es mit Carolin Schäfer (6836), Laura Ikauniece (6815), Katarina Johnson-Thompson (6759) und Erica Bougard (6725) gleich vier Kandidatinnen auf den Sieg. „In Götzis gehen meine Leistungen aufgrund der Atmosphäre und der guten Bedingungen immer in die Höhe“, sagt Johnson-Thompson, die zum vierten Mal hier ist und bei der Premiere 2014 gewinnen konnte. „Die Vorbereitung war gut und ich weiß, dass starke Konkurrenz auf mich wartet.“

Für Schäfer ist das Mösle-Meeting wie immer der große Saisonstart. „Aufgrund des späten WM-Termins bin ich aber erst Mitte Dezember in die Vorbereitung eingestiegen. Es steht die WM im Fokus, ich möchte aber die 6300 Punkte machen, um die Qualifikationsnorm für Doha abzuhaken.“ Sollte Schäfer gewinnen, wäre sie die erste deutsche Götzis-Siegerin seit 1994, als DLV-Rekordhalterin Sabine Braun (6985) mit 6665 Zählern gewann.

Die Plätze sechs und drei stehen für Erica Bougard bisher in der Ergebnisliste des Traditionsmeetings. „Jede kann gewinnen. Wir werden sehen, wie es geht“, wagt die 26-jährige Amerikanerin keine Leistungsprognose.

Sarah Lagger ist nach der Absage von Ivona Dadic und der Verletzung von Verena Preiner Österreichs einziges Ass im Mösle-Siebenkampf. 6225 Punkte stehen bei der 19-jährigen Kärntnerin als Bestleistung von der U-20-WM in Tampere. Für das WM-Limit wären 6300 Punkte, also ein neuer persönlicher Rekord, notwendig. „Ich fühle mich fit und motiviert, in Höchstform werde ich noch nicht sein.“

„Ich bin fit, die Vorbereitung war gut, auch die Form stimmt.“