Mit „Spirit von Niki“ zum Monaco-Sieg

Sport / 26.05.2019 • 22:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit roter „NIKI“-Kappe bei der Siegerehrung: Monaco-Sieger Lewis Hamilton.gepa
Mit roter „NIKI“-Kappe bei der Siegerehrung: Monaco-Sieger Lewis Hamilton.gepa

Lauda „stolz machen“: F1-Weltmeister Lewis Hamilton zittert sich zu Monaco-Sieg, Sebastian Vettel Zweiter.

Monaco Lewis Hamilton küsste den roten Cockpitschutz zu Ehren von Niki Lauda und richtete die ersten Worte nach seinem „härtesten Rennen“ an die tote Formel-1-Legende. „Ich habe mit dem Spirit von Niki gekämpft“, sagte Hamilton nach seinem Sieg beim Großen Preis von Monaco und gönnte sich einen Sprung in den Pool an der Rennstrecke: „Ich weiß, er schaut auf uns herunter, ich wollte ihn einfach stolz machen.“

„Das war das härteste Rennen, das ich, denke ich, gehabt habe“, sagte Hamilton nach seinem 77. Grand-Prix-Sieg. „Ich habe aber mit dem Spirit von Niki gekämpft. Ich weiß, dass er jetzt hinunterschaut und seine Kappe zücken wird.“ Nach dem Stopp fuhren der Brite und Max Verstappen dicht hintereinander, Hamilton kämpfte heftig mit seinen rasch abbauenden Medium-Reifen. „Wir müssen auf ein Wunder hoffen“, unkte Hamilton 19 Runden vor Schluss bereits.

In der vorvorletzten Runde kam es in der Hafenschikane zur Attacke von Verstappen und einer leichten Berührung. Hamilton sah den heranfliegenden Holländer laut eigener Aussage aber im Rückspiegel und fuhr geradeaus. „Ich habe das Auto irgendwie um den Kurs gebracht“, betonte der 34-Jährige. „Ich habe gedacht: Was würde Niki in dem Moment machen?“

Verärgerung bei Red Bull

Seiner Meinung nach war die Reifenwahl der Strategen die falsche. Mercedes-Teamchef Toto Wolff stimmte zu: „Das war ein Fehler. Ich glaube, der Hard-Reifen wäre der richtige gewesen. Aber er hat es am Ende gerettet.“ Dennoch habe das Team wieder einen grandiosen Job gemacht. Es war der sechste Mercedes-Sieg im sechsten WM-Lauf 2019.

Auch Vettel verwies in seiner ersten Stellungnahme auf Lauda, der am Montag im Alter von 70 Jahren in Zürich gestorben war. „Heute geht es wirklich um Niki. Er war eine Ikone in der Vergangenheit, und er wird das auch in Zukunft sein“, meinte der Deutsche, der nach seinem besten Ergebnis in diesem Jahr Verstappen in der WM-Wertung überholte und auf Platz drei rückte. Vor dem Rennen gab es bewegende Momente zu Ehren von Lauda. Um 14.52 Uhr stellten sich die 20 Fahrer zu einer Schweigeminute auf der Start-und-Ziel-Geraden in einem Kreis zusammen, in der Mitte auf einem schwarzen Sockel lag ein roter Helm des dreimaligen Weltmeisters Lauda. Alle Fahrer und zahlreiche Offizielle, Zuschauer und Medienvertreter trugen rote „NIKI“-Kappen.

Beim Reifenwechsel während des Safety Cars verschraubten die Red-Bull-Mechaniker Verstappens Walzen schneller als die Mercedes-Kollegen. Als der Niederländer wieder auf das Gaspedal stieg, quetschte er sich in der Boxengasse vor Bottas, touchierte dabei das Auto seines Konkurrenten (Bottas: „Er hat mich an die Mauer gedrückt“). Verstappen lag jetzt vor dem Finnen, der in der nächsten Runde noch einmal an die Box musste. Dadurch war Vettel plötzlich Dritter. Bei Red Bull konnte man die Strafe nach Rennende nicht nachvollziehen. „Das Team hat nichts falsch gemacht“, betonte Verstappen. „Ich habe eine Strafe bekommen, das ist schade.“