Das Mösle macht auf jung

Sport / 27.05.2019 • 21:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sophie Weißenberg (rechts) lieferte in Götzis mit Platz acht eine Talentprobe ab. gepa
Sophie Weißenberg (rechts) lieferte in Götzis mit Platz acht eine Talentprobe ab. gepa

13 Siebenkämpferinnen und neun Zehnkämpfer gaben beim Hypomeeting ihre Premiere.

Götzis „Viele neue Gesichter.“ Für Konrad Lerch, ehemaliger Macher des Götzner Hypomeetings, war neben „fantastischen Leistungen, Wetterglück und vielen Zuschauern“ die Verjüngungskur bei Auflage Nummer 45 das prägendste Merkmal. Seit neun Jahren genießt Lerch „seine“ Veranstaltung als Beobachter, auf die jungen Starter wirft er immer ein besonderes Auge. Heuer waren es nicht weniger als 22 Mehrkämpfer, die im Mösle ihre Premiere gaben. „Es ist sehr wichtig für die Zukunft eines Meetings, dass es neue Gesichter gibt. Der Sport lebt von Veränderungen, von Athletinnen und Athleten, die noch nicht ganz fertig, aber talentiert und auf einem guten Weg sind.“

Es geht nicht auf Bestellung

Als Beispiel nennt Lerch die jungen Australier Celeste Mucci, Ashley Moloney und Cedric Dubler, die Kubanerin Adriana Rodriguez und die Deutsche Sophie Weißenberg. „Das könnten welche sein, die künftig der Sportart den Stempel aufdrücken. Die machen einen ganz starken Eindruck, werden aber noch Zeit brauchen.“

Von den letzten elf U-20-Weltmeistern im Zehnkampf konnte in Götzis nur einer gewinnen: Andrei Krauchanka, Champion von 2005, siegte zwei Jahre später im Mösle mit 8617 Zählern. Ashley Moloney, Niklas Kaul und Jan Dolezal heißen die letzten drei Junioren-Champions, die sich künftig zum Gipfelsturm im Mösle aufmachen. „Wenn einer heute Juniorenweltmeister wird, ist das für seine Altersklasse ein toller Erfolg“, sagt Lerch. „Aber man kann das nicht auf die Jahre hochrechnen. Natürlich kommen sie aus dem Topbereich und müssten logische Sieger sein. Aber es geht nicht auf Bestellung und schon gar nicht morgen.“ Beispiel im Siebenkampf: Carolin Schäfer, Juniorenweltmeisterin von 2008, konnte bis dato nicht in Götzis gewinnen. Letzte Mösle-Siegerin, die gleichzeitig auch bei den Juniorinnen reüssierte, war 2008 Tatyana Chernova. Die Russin startet nach einem positiven Dopingfall aber nicht mehr.

„An der Festung Nafissatou Thiam und Katarina Johnson-Thompson kann momentan niemand rütteln“, glaubt Lerch. „Wenn die beiden in Form sind und verletzungsfrei bleiben, kommt man an ihnen nicht vorbei.“ Hinter den Branchenführenden würden mit der Lettin Laura Ikauniece und der Kubanerin Yorgelis Rodriguez
zwei Damen lauern, die ebenfalls ein hohes Niveau aufweisen würden.

Auch bei den Herren könnte die Dominanz von Seriensieger Damian Warner im Mösle noch ein Weile anhalten. „Großes Potenzial sehe ich bei Lindon Viktor. Bei ihm wird es davon abhängen, inwieweit er seine Technik verbessern kann. Aber er könnte ein neuer Held werden.“

In Österreich sieht Lerch im Siebenkampf durch das Damentrio Ivona Dadic, Verena Preiner und Sarah Lagger eine Entwicklung „wie schon Jahrzehnte nicht mehr“. Götzis-Starterin Lagger habe zwischen den Maturaaufgaben bewunderswert Wettkämpfe absolviert. „Mit Georg Werthner hat einen Trainer, der sie gut führt.“

Dominik Distelberger habe im Zehnkampf einige gute Disziplinen gezeigt, aber auch alte Schwächen offenbart. „Trotz intensivem Training geht es bei ihm im Hochsprung und Kugelstoßen nicht weiter. Die beiden Disziplinen kosten ihn immer wieder viele Punkte.“

„Es ist sehr wichtig für die Zukunft eines Meetings, dass es neue Gesichter gibt.“

Bischof Benno Elbs war wie in jedem Jahr interessierter Beobachter beim Hypomeeting der Mehrkämpfer in Götzis. Seine Exzellenz zeigte sich als Leichtathletikexperte und hielt auch eigene Eindrücke vom Meeting im Mösle am Handy fest. Steurer

Bischof Benno Elbs war wie in jedem Jahr interessierter Beobachter beim Hypomeeting der Mehrkämpfer in Götzis. Seine Exzellenz zeigte sich als Leichtathletikexperte und hielt auch eigene Eindrücke vom Meeting im Mösle am Handy fest. Steurer

25 Jahre nach seinem Start beim Möslemeeting kehrte Wong Kangqiang nach Götzis zurück. Der Chinese feierte nicht nur mit Konrad Lerch ein Wiedersehen, auch Georg Werthner, der nunmehrige Trainer von Sarah Lagger, erinnerte sich an den Zehnkämpfer aus dem Land der Mitte. Kofler

25 Jahre nach seinem Start beim Möslemeeting kehrte Wong Kangqiang nach Götzis zurück. Der Chinese feierte nicht nur mit Konrad Lerch ein Wiedersehen, auch Georg Werthner, der nunmehrige Trainer von Sarah Lagger, erinnerte sich an den Zehnkämpfer aus dem Land der Mitte. Kofler