Alles unter Kontrolle

03.06.2019 • 19:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem setzt zum Zauberschlag an: Er spielte den Ball zwischen den Beinen zurück, unerreichbar für Gael Monfils.apa
Dominic Thiem setzt zum Zauberschlag an: Er spielte den Ball zwischen den Beinen zurück, unerreichbar für Gael Monfils.apa

Dominic Thiem steht in Paris nach Dreisatzsieg über Monfils erneut im Viertelfinale.

Paris Seine bisher mit Abstand beste Leistung ist zum besten Zeitpunkt gekommen. Dominic Thiem steigerte sich im Achtelfinale der French Open gewaltig und zog zum vierten Mal en suite ins Paris-Viertelfinale ein. Der als Nummer vier gesetzte Vorjahresfinalist verließ auch im fünften Aufeinandertreffen mit Gael Monfils (Fra/14) den Platz als Sieger, Thiem siegte nach 108 Minuten mit 6:4, 6:4, 6:2. „Ein Viertelfinale ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin sehr glücklich darüber.“

Der Weltranglisten-Vierte, der damit bereits 415.000 Euro Preisgeld (brutto) sowie 360 Zähler fix hat, trifft nun am Mittwoch auf Karen Chatschanow (Rus/10), der sich in der abendlichen Partie gegen Juan Martin Del Potro (Arg/8) 7:5, 6:3, 3:6, 6:3 durchsetzte.

Das beste Spiel beim Turnier

„Ich wusste, wie gut er spielen kann, er hat ja vorher drei sehr gute Partien gespielt. Das war bei Weitem mein bestes Spiel im Turnier“, sagte Thiem noch auf dem Court dem vollen Haus. „Ich bin sehr glücklich mit dem Match, es war das bisher mit Abstand beste. Ich habe es schon beim Einschlagen gemerkt“, meinte Thiem dann gegenüber dem ORF-TV. „Er hat mir auch geholfen, weil er einen schlechten Start gehabt hat. Satz zwei und drei waren gut und ohne große Schwächephase.“

Thiem hatte den letzten Franzosen im Herren-Einzelbewerb auf dem mit 15.000 Fans gefüllten Center Court immer unter Kontrolle. Nicht zuletzt auch dank der Mithilfe von Monfils zu Beginn. Der Weltranglisten-14. begann ungewöhnlich nervös und gab seinen ersten Aufschlag gleich mit zwei Doppelfehlern zu null ab, daran änderte sich auch danach nicht gleich etwas, und Thiem führte nach nur zwölf Minuten schon mit 4:0. Zwar fing sich Monfils bei 5:1 etwas und nahm Thiem zum einzigen Mal zum 3:5 den Aufschlag ab. Danach servierte Thiem nach 30 Minuten zum 6:4 aus.

Im zweiten Durchgang steigerte sich Monfils auch mit dem Aufschlag, dennoch musste er sein Service zum 4:5 wieder abgeben. Nach 69 Minuten stellte Thiem zu null erneut auf 6:4. Erstmals in diesem Turnier hatte er eine 2:0-Satzführung inne.

Kunstschlag zum Break

Danach legte Thiem, so schien es, noch einen Gang zu, und ein großartiger „Tweener“ durch die Beine im Zurücklaufen war nicht nur die Krönung dieses Spiels, sondern wohl auch der bisher beste Schlag im gesamten Turnier. „Es war kein anderer Schlag mehr möglich. Wenn er dann funktioniert, ist die Hölle los. Ich bin froh, dass ich wieder so einen Schlag gespielt habe“, sagte Thiem. Zu sehen ist der außergewöhnliche „hot shot“ unter https://tinyurl.com/y2llrqog.

Der Kunstschlag war der Ausgangspunkt für das Break zur 2:1-Führung, und dann gelang dem Lichtenwörther auch noch ein weiteres zum 5:2. Nach nur 108 Minuten servierte Thiem aus und eliminierte damit auch den letzten Franzosen im Herren-Einzel. Am Ende umarmten sich Thiem und Monfils, der Österreicher meinte nachher zum Publikum: „Er ist einer der nettesten Kerle auf der Tour.“

Thiem sprach erneut ein paar Sätze auf Französisch zu den Fans. „Ich hoffe, dass ich auf diesem Platz auch am Mittwoch spielen werde. Ich liebe die Leute hier, die Unterstützung, die ihr mir gebt, ist wunderbar.“

Muster überholt

Der 13-fache Turniersieger steht nun zum insgesamt fünften Mal bei einem Major in der Runde der letzten acht. Das Match um sein viertes Semifinale in Roland Garros en suite wird wieder ein Stück härter werden: Gegen Chatschanow er das bisher einzige Duell verloren.

Thiem hat in Sachen Viertelfinali in Roland Garros nun Österreichs bisher einzigen Grand-Slam-Sieger überholt. Thomas Muster, French-Open-Champion von 1995, hatte im Westen von Paris „nur“ dreimal das Viertelfinale erreicht.

„Ein Viertelfinale ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin sehr glücklich darüber.“

Tennis

French Open, Paris (Sand, 42,66 Mill. Euro):

Herren, Achtelfinale: Thiem (AUT/4) – Monfils (FRA/14) 6:4, 6:4, 6:2, Chatschanow (RUS/10) – del Potro (ARG/8) 7:5, 6:3, 3:6, 6:3, Djokovic (SRB/1) – Struff (GER) 6:3, 6:2 ,6:2, Nishikori (JPN-7) – Paire (FRA) 6:2, 6:7(8), 6:2, 6:7(8), 7:5, Zverev (GER/5) – Fognini (ITA/9) 3:6, 6:2, 6:2, 7:6(5). Viertelfinale: Thiem – Chatschanow (RUS/10), Djokovic (1) – Zverev (5), Wawrinka (24) – Federer (3), Nishikori (7) – Nadal (2)

Damen, Achtelfinale: Halep (ROU/3) – Swiatek (POL) 6:1, 6:0, Barty (AUS/8) – Kenin (USA) 6:3, 3:6, 6:0, Keys (USA/14) – Siniakova (CZE) 6:2, 6:4, Anisimova (USA) – Bolsova (ESP) 6:3, 6:0. Viertelfinale: Keys (14) – Barty (8), Halep (3) – Anisimova, Stephens (7) – Konta (26), Vondrousova – Martic (31)

Mixed, Viertelfinale: Kichenok/Qureshi (UKR/PAK) – Chan Hao-ching/Marach (TPE/AUT/6) 6:3, 6:4