Zeit für Gastgeschenke ist erschöpft

Sport / 03.06.2019 • 22:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Für Michael Knauth und den Alpla HC Hard heißt es Verlieren verboten, will man die nationale Krone an den Bodensee holen. GEPA
Für Michael Knauth und den Alpla HC Hard heißt es Verlieren verboten, will man die nationale Krone an den Bodensee holen. GEPA

Hard-Routinier Michi Knauth hat den Glauben an seinen zwölften Meistertitel noch nicht abgehakt.

Hard „Die Chancen sind zwar etwas gesunken, doch noch haben wir alle Trümpfe selbst in der Hand, um das Momentum auf unsere Seite zu bringen.“ Alpla-HC-Hard-Routinier Michael Knauth zeigt sich ungeachtet der 26:30-Auswärtsniederlage vor drei Tagen weiter kämpferisch, dass seinem Team in der Best-of-five-Finalserie gegen Krems trotz des 1:2-Rückstandes noch einmal die Wende gelingt. Partie vier steigt am Dienstag (20.15 Uhr) in der Sporthalle am See, bei einem Sieg der Harder würde das alles entscheidende Duell am Samstag (20.15 Uhr) in Krems über die Bühne gehen. „Wenn man die nackten Zahlen betrachtet, stehen wird natürlich mit dem Rücken zur Wand“, betont Knauth. „Bereits vor der Finalserie war klar, dass wir unter der Voraussetzung, dass wir unsere beiden Heimspiele gewinnen, auch einmal in Krems reüssieren müssen, wenn der Meisterpokal nach Hard gehen soll. Natürlich ist durch die beiden Niederlagen der Druck etwas höher geworden. Doch es ist ja nicht so, dass wir auf einen übermächtigen Gegner treffen. Meiner Meinung nach hat Krems beim 27:29 und beim 26:30 auch von unseren Fehlern profitiert. Die Zeit der Gastgeschenke muss nun ein Ende haben. Da gibt es keine Diskussion und darüber sind sich alle Spieler einig“, betont der 36-jährige Knauth, mit insgesamt elf Meistertiteln der höchstdekorierte Akteur der Spusu Liga.

Leichte Fehler

Ähnlich wie der dienstälteste Hard-Akteur sieht auch Cheftrainer Klaus Gärtner die Ausgangslage: „In Krems haben zuletzt ein paar Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. In entscheidenden Phasen sind wir uns selbst im Weg gestanden. Es sind uns leichte Fehler unterlaufen, zudem hatten wir Wurfpech mit etlichen Stangenschüssen. Mit unseren fantastischen Fans im Rücken können wir zum 2:2 ausgleichen und ein Entscheidungsspiel am Samstag in Krems herbeiführen. Dazu muss die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Sekunde an alles geben“, gibt der 43-jährige Deutsche die Richtung vor. „Wir müssen kämpferisch noch einmal zulegen und aggressiver in der Deckung stehen.“

Dabei baut der EHF-Mastercoach auch auf die Erfahrung seiner Spieler in solchen K.-o.-Duellen: „Wir sind im Viertelfinale gegen Schwaz und auch im Halbfinale gegen West Wien in so einer Situation gewesen und haben die Aufgabe am Ende gelöst. Warum sollte uns dies nicht auch im Finale gelingen?“

Hohe Erwartungen

Ein wesentlicher Faktor im Showdown um die nationale Krone im Männerhandball wird auch sein, wie Krems mit der gesteigerten Erwartungshaltung nach dem Gewinn des Grunddurchganges, Rang eins in der Bonusrunde und dem Triumph im ÖHB-Cup umzugehen weiß. Zumindest für Trainer Ibish Thaqi, einst als Spieler in der Saison 2006/07 in Hard unter Vertrag, scheint dies kein Thema: „Wir werden uns am Dienstag in Hard den Titel holen“, kündigte der 39-jährige Krems-Coach im Vorfeld an. Für die Niederösterreicher wäre es der vierte in der Vereinsgeschichte. Der letzte Triumph ist allerdings bereits 42 Jahre her.

In den 21 Jahren seit der Einführung der Handball-Liga Austria 1998 hat es bisher nur vier Titelträger gegeben. Rekordmeister ist Bregenz mit neun Titeln (zuletzt 2010), Hard brachte es auf sechs (letztmals 2017), der bereits entthronte Titelträger Fivers Margareten auf drei sowie HSG Bärnbach/Köflach – seit dem Wochenende Rückkehrer in die Spusu Liga – auf zwei (1999 und 2000). Die Kremser würden also diesen auserwählten Kreis auf ein Quintett erweitern. VN-JD

„Wir haben noch alle Trümpfe selbst in der Hand, müssen sie aber auch ausspielen.“

Handball

Spusu Liga 2018/19

Finale (Best of five), 4. Spiel

Alpla HC Hard – UHK Krems Dienstag, 20.20 Uhr

Sporthalle am See, SR noch nicht bekannt gegeben

Stand in den Finalserie: 2:1 für Krems

1. Spiel (25. Mai) 

UHK Krems – Alpla HC Hard 29:27 (15:13)

2. Spiel (28. Mai)  

Alpla HC Hard – UHK Krems 22:18 (10:8)

3. Spiel (1. Juni) 

UHK Krems – Alpla HC Hard 30:26 (15:15)

5. Spiel (falls nötig)  

UHK Krems – Alpla HC Hard Samstag, 8. 6., 20.20 Uhr