Eine andere Hürde

06.06.2019 • 19:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem war beim Dreisatzerfolg gegen Karen Chatschanow immer Herr der Lage.gepa
Dominic Thiem war beim Dreisatzerfolg gegen Karen Chatschanow immer Herr der Lage.gepa

Dominic Thiem trifft heute im Halbfinale von Paris auf Novak Djokovic.

Paris Wenn sich Dominic Thiem tatsächlich schon in diesem Jahr den Traum vom ersten French-Open-Titel erfüllen will, dann muss er hintereinander zwei der „big three“ des Welt-Tennis schlagen. Thiem trifft heute (2. Match nach 12.50 Uhr) auf den 15-fachen Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic. „Das wird eine komplett andere Hürde“, sagt Thiem.

Im anderen Semifinale beginnen heute der 20-fache Major-Champ Roger Federer und Rafael Nadal (17 Titel). Einfach heruntergebrochen könnte man also auch sagen, Thiem spielt mit null Major-Titeln gegen ein Kollektiv aus 52 Grand-Slam-Titeln. Erstmals seit den Australian Open 2012 haben die vier besten der Weltrangliste auch das Semifinale erreicht. Damals standen Djokovic, Federer, Nadal und Andy Murray im Halbfinale.

Wenige Fehler gemacht

Mit einem 6:2-, 6:4-, 6:2-Erfolg in nur 107 Minuten über den als Nummer 10 gesetzten Russen Karen Chatschanow spielt er nun um ein neuerliches Endspiel in Roland Garros. Von der Anzahl her zog er mit Thomas Muster (je zwei Halbfinali in Paris und Melbourne) gleich. „Das war ein sehr gutes Spiel. Ein Semifinale hier bei den French Open ist ein Traum“, freute sich Thiem noch auf dem Court Suzanne Lenglen und fügte hinzu, „ich habe nicht viele Fehler gemacht. Ich habe versucht, das Spiel zu mischen, hoher Spin und Slice, weil Karen gerne die Bälle in einer gewissen Höhe schlägt.“ Zur Tatsache, dass er schon am Freitag wieder spielen muss, konstatierte Thiem „keine Anzeichen von Müdigkeit“. Im ORF-TV-Interview verriet Thiem seine Taktik: „Wir haben vorher besprochen, dass ich derjenige sein muss, der mit der Vorhand die Mitte kontrolliert. Das ist sehr gut gelungen.“ Es sei ihm auch gelungen, einige Aufschläge Chatschanows zu entschärfen. „Ganz wichtig war aber, dass ich keine Fehler und keine Blödheiten gemacht habe.“

Das Kräftesparen sieht er als wichtigen Punkt. „Es ist sehr ungewöhnlich, bei einem Grand Slam keinen Tag Pause zu haben. Djokovic hat derzeit eine unfassbare Form“, weiß Thiem.Djokovic wurde gefragt, ob Thiem nun der „neue Andy Murray“ sei. „Es ist toll, es spricht für die Qualität des Turniers und es ist toll, dass die Top 4 im Semifinale sind, weil es bringt noch mehr Rivalität und Wichtigkeit für diese Matches.“

Lob von Djokovic

„Dominic hat verdient, wo er steht. Besonders auf Sand, da spielt er sein bestes Tennis. Er hat großartige Power in seinem Spiel, besonders Vorhand und Aufschlag, auch die Backhand hat sich verbessert“, sagte Djokovic. „Es scheint auch, dass seine Zusammenarbeit mit Massu ihm sehr geholfen hat, auch mental.“ Wenn Thiem aber weiter so spiele, nicht nur auf Sand, sondern überall, dann werde man den Niederösterreicher öfter in den entscheidenden Phasen von Turnieren sehen.

„Unglaublich souverän und solide, eine meisterhafte Leistung. Das Semifinale ist verdient.“

Tennis

French Open Paris

Herren, Viertelfinale: Thiem (AUT/4) – Chatschanow (RUS/10) 6:2, 6:4, 6:2, Djokovic (SRB/1) – Zverev (GER/5) 7:5, 6:2, 6:2. Halbfinale: Thiem – Djokovic, Nadal – Federer

Damen, Viertelfinale: Anisimova (USA) – Halep (ROU/3) 6:2, 6:4, Barty (AUS/8) – Keys (USA/14) 6:3, 7:5. Halbfinale: Barty (8) – Anisimova, Konta (26) – Vondrousova