Europaspiele mit drei Vorarlbergern

06.06.2019 • 19:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bettina Plank kämpft vor den Europaspielen in Minsk noch bei Turnieren in Schanghai und Montreal um Punkte in der Olympiaqualifikation.ÖKB
Bettina Plank kämpft vor den Europaspielen in Minsk noch bei Turnieren in Schanghai und Montreal um Punkte in der Olympiaqualifikation.ÖKB

Karate-Lady Bettina Plank und das Ringerduo Florine Schedler und Johannes Ludscher in Minsk dabei.

Wien Die Europaspiele gehen vom 21. bis 30. Juni in Minsk in ihre zweite Auflage. Institutionalisiert wie andere Kontinentalmeisterschaften wie etwa die Asien- oder Panamerikanischen Spiele ist der Event nach der Premiere 2015 zwar bei weitem nicht, doch die Akzeptanz scheint langsam zu wachsen. Für die dritte Auflage im Jahr 2023 gibt es mit Krakau auch schon einen Bewerber.Die zweitgrößte Stadt Polens dürfte gute Chancen haben, den Zuschlag zu erhalten, wie bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Einkleidung in Wien herauszuhören war. Für Österreich ist eine Bewerbung derzeit kein Thema, das müsse aber nicht so bleiben. „Darüber kann man nachdenken, wenn man einen Infrastruktur-Schub erhält“, erklärte Peter Mennel vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC).

Der ÖOC-Generalsekretär wird das 56-köpfige österreichische Athleten-Team (22 Damen, 34 Herren) in der weißrussischen Hauptstadt gemeinsam mit ÖOC-Sportdirektor Christoph Sieber anführen, nachdem er eben erst vom nächstjährigen Olympia-Schauplatz Tokio zurückgekommen ist. Da ging es auch um das Sichten eines potenziellen Standorts für das Österreich-Haus. Im Idealfall sollte das dann von besonders vielen rot-weiß-roten Athleten besucht werden.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir in Tokio eine ähnlich große Anzahl an Athleten wie in Rio haben werden“, meinte ÖOC-Präsident Karl Stoss. Damit gäbe es um die 70 qualifizierte Athleten, wobei man sich derzeit rund 13 Monate vor der Eröffnung der Sommerspiele noch im einstelligen Bereich bewegt. Stoss gab sich aber zuversichtlich, dass es schon bei den Europaspielen zweistellig werden sollte. In einigen der 15 Sportarten mit 199 Medaillenentscheidungen wird es indirekt oder auch direkt um Quotenplätze für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio gehen. Aus ÖOC-Sicht betrifft das in den Sportarten Badminton, Bogenschießen, Judo, Karate, Straßen-Rad, Schießen und Tischtennis insgesamt 37 Aktive.

In Minsk dürfte man sich bemühen, gute Voraussetzungen für die Sportler und Fans zu schaffen. „Wer ein Ticket für die Spiele hat, braucht kein Visum“, erklärte Alexei Bogdanovich, Leiter der Kommunikation des Organisationskomitees. 120.000 Tickets seien bereits verkauft. Als Blickfang für die ÖOC-Sportler brachte Bogdanovich die besonders groß und schwer gestalteten Medaillen der Europaspiele mit nach Wien.

Plank im Kreis der Favoriten

Ein Exemplar davon möchte zum Beispiel Karate-Lady Bettina Plank zurück in die Alpenrepublik bringen. Die 27-jährige Feldkircherinwar schon in Baku dabei und hat mit Silber im Kumite bis 50 kg für einen der insgesamt 13 ÖOC-Medaillengewinne gesorgt. „Es gibt in Minsk keinen Quotenplatz, sondern lediglich Punkte in der Olympiaqualifikation“, betonte die HLSZ-Sportsoldatin.

Auf Plank wartet in den nächsten Wochen ein strapaziöses Programm. Am Wochenende ist sie beim Premier-League-Turnier in Schanghai im Einsatz, anschließend steht die Vizeeuropameisterin eine Woche vor den Europaspielen noch beim Serie-A-Turnier in Montreal auf der Matte. „32.000 Flugkilometer innerhalb von 27 Tagen klingen verrückt. Ich habe mich im Olympiazentrum Vorarlberg von den Experten beraten lassen. Zeitumstellung, Ernährung, das richtige Timing beim Training, Regeneration, Aktivierung ohne Kraftkammer auf kleinstem Raum – all das waren wichtige Themen, die wir gemeinsam durchgeplant haben und die wir nun austesten,“ so Plank. „Ich habe mir auf meinem Weg zur Olympiapremiere eine gute Position erarbeitet und die will ich bei den Turnier natürlich verteidigen“, erklärt die auf Position fünf im Race to Tokio gereihte Plank.

Drei Vorarlberger dabei

War Vorarlberg bei der Premiere der Europäischen Spiele 2015 mit den Ringern Lukas Hörmann, Dominic Peter und Johannes Ludescher, Schütze Thomas Mathis, Karate-Lady Bettina Plank und Kunstturner Matthias Schwab durch insgesamt sechs Athleten vertreten, sind es diesmal neben Plank noch das Ringerduo Johannes Ludescher (26) und Florine Schedler (19), die das Limit erbrachten. Während KSK-Klaus-Athlet Ludescher in Baku Zehnter wurde, wird die Wolfurterin Schedler in Minsk ihr Debüt feiern. VN-JD