Burgstallers Tor zum Glück

07.06.2019 • 21:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Szene, nach der das ÖFB-Team den Goldtreffer erzielen konnte: Marko Arnautovic (l.), der die Vorlage lieferte, im Strafraum der Slowenen im Zweikampf mit Aljaz Struna (r.)GEPA
Die Szene, nach der das ÖFB-Team den Goldtreffer erzielen konnte: Marko Arnautovic (l.), der die Vorlage lieferte, im Strafraum der Slowenen im Zweikampf mit Aljaz Struna (r.)GEPA

Die ÖFB-Auswahl gewinnt in Klagenfurt gegen Slowenien mit 1:0 und wahrt die EM-Chance 2020.

Klagenfurt Franco Foda hatte von einer Partie mit einem „gewissen Final-Charakter“ gesprochen. Seine Mannschaft ersparte dem Nationaltrainer mit den ersten drei Punkten eine Teamchefdiskussion. Der Rückstand auf die ebenfalls siegreichen Konkurrenten Polen und Israel beträgt nach drei Runden aber weiterhin sechs bzw. vier Punkte. Nur die beiden Gruppenbesten fahren zur EM 2020.

Die Österreicher mussten ohne Julian Baumgartlinger antreten. Beim Kapitän hatte sich eine Entzündung im Sprunggelenk in der Nacht verschlimmert, er reiste noch am Spieltag aus dem Teamcamp ab. Der Mittelfeldmann verpasst auch das nächste EM-Quali-Spiel am Montag (20.45 Uhr) in Nordmazedonien. Gegen die Slowenen kam an seiner Stelle Leipzig-Legionär Konrad Laimer zu seinem Länderspiel-Debüt, als Kapitän fungierte David Alaba. In der Defensive kehrte Foda zur Viererkette zurück, im Vergleich zum jüngsten 2:4 im März in Israel gab es drei Änderungen in der Startformation. In dieser standen mit Torhüter Heinz Lindner, Aleksandar Dragovic, Alaba und Solospitze Marko Arnautovic nur vier Spieler, die noch nie für Salzburg aktiv waren.

Alaba und Lazaro flankierten Solospitze Arnautovic an den Flügeln – ein Konzept, das schon beim bisher letzten ÖFB-Sieg im November in Nordirland (2:1) in der Schlussphase aufgegangen war.

Sieg hart erarbeitet

Das ÖFB-Team war von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. Nach Querpass von Alaba klopfte Arnautovic erstmals am Tor an (12.), bei einem Schuss von Marcel Sabitzer packte Jan Oblak sicher zu (14.). Der Startorhüter der Slowenen machte auch die besten Chancen der Österreicher zunichte: Erst lenkte er einen zu zentralen Kopfball von Sabitzer nach Alaba-Flanke zur Stange (25.), dann ging er aus einem Duell mit Xaver Schlager als Sieger hervor (33.).

Die Österreicher liefen sich immer wieder am Abwehrwall der Slowenen fest. Die Gäste beschränkten sich darauf, im Konter Nadelstiche zu setzen – brachten Lindner aber selten ernsthaft in Bedrängnis. Ein abgefälschter Schuss von Jasmin Kurtic ging am Tor vorbei (42.).

Fan-Boykott zu Hälfte zwei beendet

In der zweiten Hälfte wachten auch die organisierten ÖFB-Fans auf. Ihrem angekündigten Stimmungsboykott vor der Pause hatten aber nicht alle Zuschauer auf der Fantribüne Folge geleistet. Am Spielgeschehen änderte sich vorerst wenig: Österreich war überlegen, aber nicht zwingend genug. Ein Lazaro-Schuss kullerte am Tor vorbei (59.).

Burgstaller kam für den ob des Wechsels unglücklich wirkenden Sabitzer ins Spiel. Keine drei Minuten später brach der Kärntner mit seinem erst zweiten Länderspieltor den Bann. Arnautovic behauptete den Ball nach einer Alaba-Flanke. Seinen Schuss vom Fünfereck konnte Oblak noch parieren, Schalke-Legionär Burgstaller staubte aber aus der Drehung zum umjubelten 1:0 ab. Im Finish riskierten auch die Slowenen mehr, Österreich brachte den Arbeitssieg aber über die Zeit.

Die Slowenen sind mittlerweile seit neun Partien sieglos. Österreich dagegen schrieb nach Niederlagen gegen Polen und Israel zum EM-Quali-Start erstmals in diesem Jahr an. Es war der dritte Sieg im siebten Pflichtspiel unter Foda.

Klagenfurt bleibt ein guter Boden für das ÖFB-Team. Die vergangenen vier Länderspiele im Wörthersee-Stadion haben die Österreicher alle gewonnen. Um in der Qualifikations-Gruppe G im Rennen zu bleiben, ist die Foda-Auswahl aber auch am Montag in Skopje bei der Partie in Nordmazedonien gefordert.

Marko Arnautovic ließ seinem Frust über die vergebenen Chancen freien Lauf.REUTERS
Marko Arnautovic ließ seinem Frust über die vergebenen Chancen freien Lauf.REUTERS
Valentino Lazaro versuchte, die Fans mit dieser Einlage zu überzeugen.GEPA
Valentino Lazaro versuchte, die Fans mit dieser Einlage zu überzeugen.GEPA

Fussball: Qualifikation zur Europameisterschafts-Endrunde 2020, Gruppe G

Österreich – Slowenien 1:0 (0:0)

Wörthersee-Stadion, Klagenfurt, 19.200 Zuschauer, SR Kulbakow/BUL 

Tor: 74. 1:0 Guido Burgstaller

Gelbe Karten: Lazaro (80.), Burgstaller (90./+3) bzw. Crnigoj (62.)

Österreich (4-2-3-1): Lindner; Lainer, Dragovic, Hinteregger, Ulmer; Laimer (82. Ilsanker), Schlager; Lazaro, Sabitzer (71. Burgstaller), Alaba (90. Kainz); Arnautovic

Slowenien (4-4-2): Oblak; Stojanovic, Al. Struna, Mevlja, Jokic; Crnigoj (78. Beric), Bijol (63. Popovic), Kurtic, Zajc (69. Bohar); Ilicic, Sporar

Lettland – Israel 0:3 (0:1)

Torfolge: 10. 0:1 Zahavi, 60. 0:2 Zahavi, 81. 0:3 Zahavi

Nordmazedonien – Polen 0:1 (0:0)

Tor: 47. 0:1 Piatek

Tabelle

1. Polen 3 3 0 0 4:0 + 4 9

2. Israel 3 2 1 0 8:3 + 5 7

3. Nordmazedonien 3 1 1 1 4:3 + 1 4

4. Österreich 3 1 0 2 3:5 – 2 3

5. Slowenien 3 0 2 1 2:3 – 1 2

6. Lettland 3 0 0 3 1:8 – 7 0

Am Montag spielen: Nordmazedonien – Österreich (live auf ORF 1), Lettland – Slowenien, Polen – Israel (alle 20.45 Uhr)

Bisher gespielt: Israel – Slowenien 1:1, Nordmazedonien – Lettland 3:1, Österreich – Polen 0:1, Israel – Österreich 4:2, , Polen – Lettland 2:0,
Slowenien – Nordmazedonien 1:1

Stimmen zu Österreich – Slowenien

Der Sieg ist hochverdient, wir waren die spielerisch bessere Mannschaft und haben uns unsere Möglichkeiten gut erspielt. Zum Glück haben wir dann den Treffer erzielt und konnten in der Schlussphase unser eigenes Tor erfolgreich verteidigen. Franco Foda, Teamchef Österreich

Ich habe mich im Spiel mit Konrad Laimer im Zentrum sehr wohl gefühlt. Wir spielen schon lange miteinander Fußball und jeder von uns weiß, auf welche Weise er mit dem jeweils anderen zusammenspielen muss. Xaver Schlager, ÖFB-Mittelfeldspieler

In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, da war Österreich die klar bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte haben wir bis zum Gegentreffer gut gedrückt. Jetzt müssen wir uns auf unser nächstes Spiel gegen Lettland konzentrieren. Matjaz Kek, Teamchef Slowenien