Das nächste Ziel heißt Wimbledon

10.06.2019 • 19:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem konnte Rafael Nadal nach dem schweren Vorprogramm im Finale nicht mehr fordern. Der Spanier gewann seinen 12. Titel in Paris.ap
Dominic Thiem konnte Rafael Nadal nach dem schweren Vorprogramm im Finale nicht mehr fordern. Der Spanier gewann seinen 12. Titel in Paris.ap

Dominic Thiem hält sich nicht lange mit der Finalniederlage in Paris gegen Rafael Nadal auf.

Paris Zwei Best-of-five-Matches gegen zwei der größten Tennis-Spieler aller Zeiten innerhalb von 23 Stunden. Als ob die Aufgabe nicht schwierig genug gewesen wäre. Zunächst den Weltranglistenersten Novak Djokovic mit einem Fünf-Satz-Sieg vom vierten Major-Sieg in Folge abhalten und dann auch noch gegen Sandplatz-König Rafael Nadal im Finale antreten zu müssen. Das war auch für Dominic Thiem zu viel.

Der mittlerweile 33-jährige Nadal ist nach wie vor gerade in Roland Garros eine Macht. Da bedarf es schon 110 Prozent Leistungsfähigkeit. „Ich habe eine der größten Legenden unseres Spiels geschlagen und nicht einmal 24 Stunden später muss ich gegen eine andere unglaubliche Legende auf den Platz: den besten Sandplatz-Spieler aller Zeiten. Das zeigt auch, wie schwierig es ist, einen Grand Slam zu gewinnen“, brachte es Thiem auf den Punkt. Keine Frage, dass ein erster Grand-Slam-Titel mit Siegen über zwei derartige Hürden in Folge in den Augen vieler Fans vielleicht noch goldener geglänzt hätte. Aber so denkt Thiem nicht. Denn er hofft, dass Nadal auch noch länger weiterspielt. „Ich wünsche mir auf keinen Fall, dass er aufhört. Aber für mich wäre es auch genauso viel wert, wenn ich vielleicht irgendwann einmal das Turnier hier gewinne, ohne ihn zu schlagen. Das ist mir ziemlich wurscht“, versichert Thiem. Was man aber nicht vergessen darf, erklärt der Niederösterreicher, dass es nun „gerade eine spezielle Zeit im Tennis ist. Die drei einzigen Spieler, die jemals über 15 Grand Slams gewonnen haben, und die alle vier Majors gewonnen haben, spielen zurzeit alle in sehr guter Form.“

Thiem hatte schon den Fokus in Richtung Zukunft gerichtet. „Das Einzige, woran ich denke, ist, dass ich jetzt richtig weiterarbeite. Ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.“ Er habe bisher eine sehr gute Saison. „Ich glaube auch, dass ich mich spielerisch noch einmal weiterentwickelt habe.“ Und er möchte sich auch auf den anderen Belägen weiterentwickeln. „Ich will auch in Wimbledon und in New York gut spielen und mich nicht zu sehr auf Paris festlegen.“

Feiern mit der Freundin

„Das nächste Ziel ist Wimbledon, ganz klar. Da ist noch genug Zeit zum Erholen, genug Zeit, um sich auf Rasen vorzubereiten“, erklärte Thiem, der aus dem Vorjahr wegen einer Erstrunden-Aufgabe keine Punkte zu verteidigen hat. Der nächste Turniereinsatz wird in Halle ab 17. Juni sein. Es wird die Generalprobe für sein sechstes Wimbledon-Turnier.

Für Thiem gab es trotzdem etwas zu feiern: Freundin Kristina Mladenovic hatte den Doppel-Titel geholt. „Grand-Slam-Titel ist immer was ganz Besonderes, egal ob Einzel, Doppel oder Mixed. Das ist mehr als ein schwacher Trost“, freute er sich mit der Französin mit.

„Ich bin überzeugt, dass er Nummer eins werden kann.“

Tennis

French Open 2019 in Paris  

Herren, Finale: Rafael Nadal (ESP-2) – Dominic Thiem (AUT-4) 6:3, 5:7, 6:1, 6:1; Halbfinale: Dominic Thiem (AUT-4) – Novak Djokovic (SRB-1) 6:2, 3:6, 7:5, 5:7, 7:5. Damen, Finale: Ashleigh Barty (AUS-8) – Marketa Vondrousova (Cze) 6:1, 6:3, Herrendoppel, Finale: Kevin Krawietz/Andreas Mies (GER) – Jeremy Chardy/Fabrice Martin (FRA) 6:2, 7:6 (7:3); Damendoppel, Finale: Timea Babos/Kristina Mladenovic (HUN/FRA-2) – Duan Yingying/Zheng Saisai (CHN) 6:2, 6:3; Mixed, Finale: Chan Latisha/Ivan Dodig (TAI/CRO) – Gabriela Dabrowski/Mate Pavic (CAN/CRO) 6:1, 7:6 (7:5)