Medaillenjubel an der Côte d’Azur

Sport / 10.06.2019 • 19:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach Gold 2016 setzte das 49er-Duo Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl mit Silber beim Weltcupfinale vor Marseille ein kräftiges Ausrufezeichen.OESV
Nach Gold 2016 setzte das 49er-Duo Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl mit Silber beim Weltcupfinale vor Marseille ein kräftiges Ausrufezeichen.OESV

49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl holt Silber bei Weltcupfinale vor Marseille.

Marseille Der Wolfurter Benjamin Bildstein und sein Tiroler Vorschoter David Hussl dürfen sich nach Gold im Dezember 2016 über ihre zweite Medaille im Gesamtweltcup der Segler freuen. Nach zehn Top-Acht-Platzierungen in der Qualifikation verteidigten die beiden 27-Jährigen als Gesamtzweite ihre Position im Medal Race der 49er-Klasse beim Weltcupfinale vor Marseille. Mit 55 Punkten haben sie zwar 35 Zähler Rückstand auf die überragend agierenden Spanier Federico und Arturo Alonso-Tellechea, mit einer taktischen Meisterleistung und Rang sechs im Finale wurden die drittplatzierten Schweizer Sebastian Schneiter/Lucien Cujean aber ohne Probleme auf Distanz gehalten. „Normalerweise segeln wir im Medal Race auf Angriff. Da aber die Spanier außer Reichweite lagen, waren wir diesmal mehr auf Sicherheit bedacht“, erklärt Bildstein.

Die Strategie, Silber abzusichern, wurde nach dem Start durch einen Einzelrückruf zusätzlich auf die Nagelprobe gestellt. „Eigentlich wollten wir kein Risiko eingehen. Wir waren uns aber sicher und haben den Mut gehabt, um weiterzufahren.“ Diese Entscheidung war auch richtig. Entgegen der eigenen Überzeugung gingen sie an zweiter Stelle liegend an der Boje auf die Seite der Schweizer Verfolger. Dadurch büßten sie zwar im Medal Race vier Positionen ein, sicherten den zweiten Rang aber souverän ab. „Es ist schade, dass wir ein paar Plätze verloren haben, es war aber die weisere Entscheidung. Wir sind über die ganze Regatta sehr konstant gefahren und haben uns von Tag zu Tag sogar steigern können. Unabhängig vom Resultat haben wir auch unsere Prozessziele gut umsetzen können, es war eine tolle Woche“, zeigt sich Bildstein zufrieden. Verletzungsbedingt konnte Österreichs Parade-49er-Duo seit seinem letzten Antreten vor drei Jahren in Australien nicht mehr an einem Weltcupfinale teilnahmen. Den nächsten Einsatz absolviert das YC-Bregenz-Duo vom 22. und 29. Juni bei der Kieler Woche, anschließend wartet ein sechswöchiger Trainingsblock in Enoshima, dem Revier der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio.

Rang neun im Endklassement

Für das 470er-Duo David Bargehr und Lukas Mähr, 2017 WM-Dritte, war der Showdown an der Côte d’Azur zugleich die Generalprobe vor der Weltmeisterschaft Mitte August in Tokio. Vom neunten Rang aus in die Entscheidung gestartet, beendete das Duo des YC Bregenz das Weltcupfinale auf demselben Platz. Dabei wäre mehr möglich gewesen: Nach mehreren Startverschiebungen und zwei abgebrochenen Startversuchen starteten die beiden 29-jährigen Bregenzer bei schwierigen Leichtwindbedingungen gut ins Finale, bekamen allerdings bei der Luv-Tonne eine Strafdrehung auferlegt. „Leider hat uns die für uns noch unverständliche Strafdrehung ordentlich zurückgeworfen. Bei so wenig Wind ist es dann einfach unglaublich schwer, wieder Meter gutzumachen“, erklärt Steuermann Bargehr. „Auch wenn die ganz überragenden Leistungen ausblieben, konnte man erkennen, dass wir gegen die Konkurrenten im Kampf um das Olympiaticket ganz vorne dabei sind. Wir haben gesehen, dass wir bei allen Bedingungen konstant mit der Weltspitze mitsegeln können“, fügt Vorschoter Mähr hinzu.

Nach Gold 2016 setzte das 49er-Duo Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl mit Silber beim Weltcupfinale vor Marseille ein kräftiges Ausrufezeichen.OESV
Nach Gold 2016 setzte das 49er-Duo Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl mit Silber beim Weltcupfinale vor Marseille ein kräftiges Ausrufezeichen.OESV
Eine Strafrunde verhinderte eine Verbesserung von David Bargehr und Lukas Mähr im Medal Racel.OESV
Eine Strafrunde verhinderte eine Verbesserung von David Bargehr und Lukas Mähr im Medal Racel.OESV