Die „Red-Bull-Brothers“ als Trumpfasse

Sport / 11.06.2019 • 21:52 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Konrad Laimer, im Bild gegen den Nordmazedonier Arijan Ademi, zog mit Xaver Schlager im Mittelfeld die österreichischen Fäden.GEPA
Konrad Laimer, im Bild gegen den Nordmazedonier Arijan Ademi, zog mit Xaver Schlager im Mittelfeld die österreichischen Fäden.GEPA

Laimer und Schlager sind Österreichs Antriebsachse.

Wien Auch wenn Marko Arnautovic als zweifacher Torschütze in Erscheinung trat – prägend für die Spielweise des österreichischen Fußball-Nationalteams beim 4:1 in der EM-Qualifikation gegen Nordmazedonien waren andere. Gleich acht Profis, die bei Red Bull Salzburg unter Vertrag sind oder waren, standen in der ÖFB-Startformation und drückten der Partie in Skopje ihren Stempel auf.

Das Pressing und das schnelle, direkte Spiel nach vorne erreichten in der Nationalmannschaft eine länger nicht mehr gesehene Qualität. Verantwortlich dafür waren unter anderem der überragende Konrad Laimer und sein Zentrums-Partner Xaver Schlager. „Was der heute abgeliefert hat – überragend“, sagte Aleksandar Dragovic über Laimer. Arnautovic wiederum meinte über Schlager: „Ich weiß nicht, was der getrunken oder gegessen hat. In zwei Spielen solche Meter zu machen, ist Wahnsinn. Er hat eine große, große Zukunft vor sich.“

Kongeniales Duo

Schlager nahm dieses Lob in der für ihn typischen Gelassenheit zur Kenntnis. „Das ist schön zu hören, aber das heißt nicht, dass es auch eintrifft.“ Dass die Zusammenarbeit mit Laimer sowohl beim 1:0 gegen Slowenien als auch beim Sieg in Nordmazedonien dermaßen gut funktionierte, kam für Schlager nicht überraschend. „Wir haben dieselben Gedanken, wollen immer Druck nach vorne machen und den Gegner unter Druck setzen.“

Das Duo versteht sich nach vielen gemeinsamen Jahren im Salzburg-Nachwuchs auch privat blendend. Ein Beweis dafür ist der gemeinsame Kurzurlaub, der nun im Haus ihres Managers auf Mallorca ansteht. „Dort werden wir zwei Tage regenerieren, auftanken und gut essen. Da wird einmal nicht über Fußball geredet, da machen wir alles andere, vom ins Meer hupfen bis von Klippen springen“, erzählte Schlager.

Danach geht es für den Salzburg-Mittelfeldspieler direkt zur U21-Auswahl, die am Montag gegen Serbien in die EM startet. Auch Laimer wäre bei diesem Turnier spielberechtigt, allerdings gab es von seinem Club RB Leipzig keine Freigabe. Als Trost blieb dem 22-Jährigen die Tatsache, in Skopje an drei Toren beteiligt gewesen zu sein.

Dass er in seinem zweiten Länderspiel nicht als Torschütze geführt wurde, lag an der UEFA, die den vierten ÖFB-Treffer nachträglich als Eigentor von Egzon Bejtulai wertete. „Ich habe schon gewusst, dass es leider nicht mein Tor sein wird“, sagte Laimer.

Gelegenheit für einen Nationalteam-Treffer wird der 22-Jährige wohl noch des öfteren haben, denn mit seinem Auftritt in Skopje hat sich Laimer für weitere Einsätze empfohlen. „Baumgartlinger ist unser Kapitän, wenn er zurückkommt, wird er sicher wieder spielen. Natürlich will ich jedes Spiel spielen, ich habe jetzt auch zweimal einen guten Eindruck hinterlassen. Aber den Rest kann ich nicht beeinflussen, das ist die Entscheidung des Trainers.“

Der Bubentraum

Über seine Stärken meinte Laimer: „Ich bin ein Typ, der immer alles reinhaut. Ich kann laufen, egal in welcher Minute und wie es steht.“ Dank dieser Qualitäten ging ein sehnlicher Wunsch in Erfüllung. „Es war immer mein Traum als kleiner Bub, für das Nationalteam zu spielen.“

In der Gemeinde Abersee aufgewachsen, hat sich Laimer seit seinem Wechsel zu Leipzig vor zwei Jahren eine Sprache angeeignet, die an einen gebürtigen Norddeutschen erinnert – zum Leidwesen seiner Mutter, die ihren Sohn nicht gerne im geschliffenen Hochdeutsch parlieren hört. „Aber sonst verstehen mich ein paar in Leipzig nicht. Und schlussendlich komme ich immer noch aus Abersee“, meinte Laimer im breiten Salzburger Dialekt.

Sein Teamchef Franco Foda lebt als Deutscher schon lange genug in Österreich, um Laimer sowohl mit bundesdeutschem als auch mit Salzburger Zungenschlag zu verstehen – und er hört die Signale, die vom Youngster ausgehen. „Es gibt einige, die bei diesem Lehrgang einen positiven Eindruck hinterlassen haben“, erklärte der Coach.

„Wir haben dieselben Gedanken, wollen den Gegner unter Druck setzen.“