Schauer verstorben, Gangel geständig

Sport / 12.06.2019 • 22:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf der Anklagebank: Thomas Gangel (l.) und Walter Benesch.apa
Auf der Anklagebank: Thomas Gangel (l.) und Walter Benesch.apa

Funktionäre des Schwimmverbandes sollen Fördermittel erschlichen haben.

Wien Der erste Tag im Prozess gegen die frühere Spitze von Österreichs Schwimmverband (OSV) ist im Schatten des Todes von Paul Schauer gestanden. Der mitangeklagte ehemalige OSV-Präsident ist am Montag verstorben. Von den übrigen Hauptangeklagten bekannte sich Ex-OSV-Generalsekretär Thomas Gangel der Erschleichung von Fördermitteln schuldig, Ex-OSV-Finanzreferent Walter Benesch teilweise.

Gegen sie wird heute im Wiener Straflandesgericht weiterverhandelt, ebenso wie gegen zwei ehemalige unterangeklagte OSV-Buchhalterinnen. Eine von ihnen bekannte sich schuldig, die andere in wesentlichen Punkten nicht. Ein weiterer Ex-OSV-Büromitarbeiter erklärte sich schuldig. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, er hat 80 Stunden gemeinnütziger Leistungen zu erbringen und einen geringen Pauschalbetrag zu zahlen.

Gangel gab an, dass er als Generalsekretär nur Anordnungen ausgeführt habe. „Jeder stand unter Druck, da laut Benesch und Schauer keine Förderungen zurückgezahlt werden sollten. So wurden wir angewiesen“, erläuterte Gangel. „Ich hatte die Befürchtung, dass wenn solche Sachen auftauchen, wir zur Rechenschaft gezogen werden.“ Alle Mitarbeiter hätten solche Bedenken gehabt. „Es ist aber von Benesch und Schauer erklärt worden, dass sie jeden schützen.“ Christian Meidlinger, ab September 2012 für ein knappes Jahr Schauers Nachfolger, war wegen einer laufenden Diversion nicht erschienen. Der Wiener Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der younion-Gewerkschaft war von der Staatsanwaltschaft mit einem einmaligen Fehlverhalten belastet worden.

Arno Pajek, aktuell Präsident des OSV, widersprach einer Aussage von Gangel-Anwalt Karl Ainedter, wonach das Förderwesen zum Betrug verleite und der Schwimmverband der wahre Täter sei. Pajek: „Der OSV hat nur so agieren können, weil die Personen so gehandelt haben.“