Mit „positivem Spirit“ zur EM

Sport / 14.06.2019 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Den grünen Rasen mit dem roten Teppich vertauscht: Österreichs Unter-21-Nationalmannschaft wurde von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg zur Europameisterschaft verabschiedet.apa
Den grünen Rasen mit dem roten Teppich vertauscht: Österreichs Unter-21-Nationalmannschaft wurde von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg zur Europameisterschaft verabschiedet.apa

Trainer Werner Gregoritsch und der U-21-Mannschaft gefällt die Rolle als Außenseiter.

Wien Österreichs U-21-Fußball-Nationalteam hat am Freitag mit viel Optimismus im Gepäck die Reise zur EM in Italien und San Marino angetreten. „Wir haben uns super vorbereitet und mit dem Sieg gegen Frankreich ein positives Erlebnis gehabt. Diesen Flow und positiven Spirit gilt es jetzt nach Italien mitzunehmen“, gab Tormann Alexander Schlager die Marschroute vor der Abreise vor.

Gluhakovic neu im Kader

Kurz zuvor war der ÖFB-Tross von Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Spiegelsaal der Wiener Hofburg empfangen und offiziell verabschiedet worden. Da nicht dabei war Sandi Lovric. Der Mittelfeldspieler erholte sich von seiner Muskelverletzung im Oberschenkel nicht rechtzeitig und verpasst die ÖFB-U-21-EM-Premiere. Für ihn wurde Austria-Rechtsverteidiger Petar Gluhakovic nachnominiert.

Für die ÖFB-Auswahl wird es am Montag (18.30 Uhr) in Triest gegen Serbien erstmals Ernst. „Sie haben mit Luka Jovic den Topspieler der EM“, ist sich ÖFB-Coach Werner Gregoritsch bewusst. Der 61-Jährige tauschte sich auch mit Frankfurt-Coach Adi Hütter über den Real-Madrid-Sommer-Transfer aus. „Er hat mir gesagt, dass er noch nie einen besseren Spieler trainieren hat können“, so Gregoritsch.

„Unser Vorteil ist, dass, wenn man aufsteigen will, jeder mit drei Punkten gegen Österreich rechnet. Das ist unsere größte Chance“, fühlt sich Gregoritsch in der Rolle des Underdogs wohl. Die erstmalige EM-Teilnahme verglich er auch mit der Erstbesteigung des Mount Everest. „Es ist alles sehr spektakulär und abenteuerlich, da kann alles passieren. Du kannst beim ersten Basislager abbrechen, weil du es einfach nicht packst, du kannst es aber auch nach oben schaffen, wenn es ein Flow wird“, sagte Gregoritsch. Nur dabei zu sein, sei zu wenig. „Wir wollen schon etwas erreichen.“

Wichtig sei auf dem Weg dahin auch die mentale Komponente. „Wir müssen an uns glauben“, so Gregoritsch. Den Ausfall von Lovric bezeichnete der Trainer als „fürchterlich“. Der 21-Jährige sei auch aufgrund einer starken Leistung in der Quali im Auswärtsduell mit Serbien ein Thema für einen Einsatz im EM-Auftaktspiel gewesen. Eine positionsgetreue Nachnominierung mit einem Mittelfeldspieler – Michael Lema – blieb aus. Die Entscheidung fiel für Gluhakovic, da man sonst mit Sandro Ingolitsch nur einen echten Rechtsverteidiger gehabt hätte. „Er war auch in der Quali immer dabei“, argumentierte Gregoritsch.

Kein Stress

„Wir haben mit Erstaunen und Begeisterung festgestellt, dass sie gegen Frankreich gewonnen haben. Da hat man gesehen, dass alles möglich ist“, sagte Van der Bellen. Druck wollte das Staatsoberhaupt keinen machen. „Ich mache keinen Stress, indem ich sage, sie müssen siegen“, so Van der Bellen. Er wird die ersten beiden Partien aus beruflichen Gründen verpassen, will sich das dritte Spiel aber im TV anschauen.

Die ÖFB-Kicker kamen gestern nach zwei freien Tagen wieder zusammen. „Ich habe versucht, Zeit mit der Familie zu genießen, aber trotzdem im Hinterkopf gehabt, dass es bald losgeht“, gab Tormann Schlager Einblick. Kurz nach Mittag ging es via Bus in Richtung Italien. Quartier wird in Cormons im östlichen Friaul bezogen. Ein erstes Training in Corno di Rosazzo steht an. Da sind mit Kapitän Philipp Lienhart, Xaver Schlager und Stefan Posch auch die A-Team-Verstärkungen dabei.

Fussball

U-21-EM in Italien

Sonntag Gruppe A

Polen – Belgien in Reggio Emilia 18.30 Uhr

Italien – Spanien in Bologna 21.00 Uhr

Montag, 17. Juni Gruppe B

Serbien – Österreich in Triest 18.30 Uhr

Deutschland – Dänemark in Udine 21.00 Uhr

Dienstag, 18. Juni Gruppe C

Rumänien – Kroatien in Serravalle 18.30 Uhr

England – Frankreich in Cesena 21.00 Uhr

Mittwoch, 19. Juni Gruppe A

Spanien – Belgien in Reggio Emilia 18.30 Uhr

Italien – Polen in Bologna 21.00 Uhr

Donnerstag, 20. Juni Gruppe B

Dänemark – Österreich in Udine 18.30 Uhr

Deutschland – Serbien in Triest 21.00 Uhr

Freitag, 21. Juni Gruppe C

England – Rumänien in Cesena 18.30 Uhr

Frankreich – Kroatien in Serravalle  21.00 Uhr

Samstag, 22. Juni Gruppe A

Belgien – Italien in Reggio Emilia 21.00 Uhr

Spanien – Polen in Bologna 21.00 Uhr

Sonntag, 23. Juni Gruppe B

Österreich – Deutschland in Udine 21.00 Uhr

Dänemark – Serbien in Triest 21.00 Uhr

Montag, 24. Juni Gruppe C

Kroatien – England in Serravalle 21.00 Uhr

Frankreich – Rumänien in Cesena 21.00 Uhr

Halbfinale, Donnerstag, 27. Juni

1. Gruppe A – B2/C2/C1 in Bologna 18.00 Uhr

1. Gruppe B – A2/C1 in Reggio Emilia 21.00 Uhr

28. Juni

Mögliches Olympia-Play-off* Cesena 21.00 Uhr

Zweitbester Gruppenzweiter – Drittbester Gruppenzweiter in

(*für den Fall, dass England Halbfinale erreicht)

Finale, Sonntag, 30. Juni in Udine 20.45 Uhr