Woodlands großer Wurf

Sport / 17.06.2019 • 21:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gary Woodland gewann mit den US Open in Pebble Beach erstmals eines der vier Major-Turniere. ap
Gary Woodland gewann mit den US Open in Pebble Beach erstmals eines der vier Major-Turniere. ap

Der Außenseiter vermasselte Koepka den Rekord, Straka machte sich einen Namen.

Pebble Beach Der amerikanische Golfprofi Gary Woodland hat mit dem Triumph bei den 119. US Open den ersten Major-Titel seiner Karriere gewonnen und Titelverteidiger Brooks Koepka den Eintrag in die Geschichtsbücher verwehrt. Für den österreichischen Major-Debütanten Sepp Straka war das Turnier in Pebble Beach nach Platz 28 auch ein medialer US-Durchbruch. Bernd Wiesberger wurde 76.

Ein Leben lang hart gearbeitet

Woodland spielte eine 69er-Finalrunde auf dem Par-71-Kurs in Kalifornien und sicherte sich mit insgesamt 271 Schlägen den Sieg beim dritten Major-Turnier des Jahres. Für seinen vierten Erfolg auf der PGA-Tour kassierte der 35-Jährige ein Preisgeld von umgerechnet zwei Mill. Euro. „Ich habe mein ganzes Leben so hart gearbeitet. Ich bin von wunderbaren Menschen umgeben. Ich liebe Golf, das ist ganz speziell“, sagte Woodland.

Koepka, der das Turnier in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte, musste sich diesmal bei drei Schlägen Rückstand mit Platz zwei zufriedengeben. Mit dem dritten Sieg in Folge hätte Koepka den 114 Jahre alten Rekord von Willie Anderson eingestellt, der 1903, 1904 und 1905 bei den US Open gesiegt hat. „Gary hat heute eine verdammt gute Runde gespielt“, zollte Koepka dem Sieger Respekt. „Das so stilvoll zu beenden, ist ziemlich cool.“

Straka benötigte nur einen Schlag mehr als Superstar Tiger Woods, beendet sein erstes Major mit 283 Schlägen als geteilter 28. und kassierte für das beste Major-Debut eines Österreichers 76.422 Dollar. Diese fast 68.000 Euro sollten ihm beim Kampf um den Erhalt der Spielberechtigung auch für nächstes Jahr deutlich helfen. Der gebürtige Wiener hat als erster Österreicher überhaupt die Karte für die US-Tour gelöst.

Straka hatte nach der souveränen Qualifikation für die US Open schon mit seiner 68er-Auftaktrunde und Platz acht am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. „Golf Digest“ widmete dem anfangs von den Veranstaltern noch als US-Spieler geführten Doppel-Staatsbürger und dessen ungewöhnlicher Lebensstory eine Riesengeschichte.

Nach durchwachsenen Runden am Freitag (72) und Samstag (76) legte der „Georgia Bulldog“ beim Finale am amerikanischen Vatertag trotz Doppelbogey-Beginn dank dreier Birdies und einem grandiosen Eagle mit 67 Schlägen und der zweitbesten Runde des Schlusstages erfolgreich nach. Durch Platz 28 verbesserte sich Straka in der Weltrangliste um gleich 47 Plätze und steht als 312. knapp vor den Top 300.

Keine Zeit zum Durchschnaufen

Viel Zeit zum Durchschnaufen hatte Straka nach seinem Bravourstück freilich nicht. Für den 26-Jährigen ging es wegen der PGA-Tour sofort von der West- an die US-Ostküste zur Travelers Championship (7,2 Mill. Dollar) in Cromwell.

Golf

US Open Pebble Beach (12,5 Mill. Dollar/Par 71)

1. Gary Woodland (USA) 271 (68/65/69/69), 2. Brooks Koepka (USA) 274 (69/69/68/68), 3. Justin Rose (ENG) 277 (65/70/68/74), Xander Schauffele (USA) 277 (66/73/71/67), Chez Reavie (USA) 277 (68/70/68/71) und Jon Rahm (ESP) 277 (69/70/70/68), 7. Louis Oosthuizen (RSA) und Adam Scott (AUS) je 278, 9. Rory McIlroy (NIR), Chesson Hadley (USA), Henrik Stenson (SWE) alle 279, 21. Tiger Woods (USA) 282, 28. Sepp Straka (AUT) 283 (68/72/76/67), 76. Bernd Wiesberger (AUT) 294 (71/73/78/72)