Afrika-Cup mit vielen Unbekannten

Sport / 21.06.2019 • 21:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Neue Teams und Sorgen um die Sicherheit.

Kairo Der Africa Cup of Nations, kurz Afrika-Cup, findet erstmals im Sommer statt. Es ist nicht die einzige Neuerung des in Ägypten startenden Kontinentalturniers: Erstmals wird der Cup mit 24 Teams ausgetragen. Neben Gastgeber Ägypten mit Weltstar Mohamed Salah gelten der Senegal, Nigeria und die Elfenbeinküste als Anwärter auf die Siegertrophäe. Titelverteidiger ist Kamerun.

Sportliche Fragezeichen

Eigentlich hätte heuer in Kamerun gespielt werden sollen. Doch vor rund einem halben Jahr wurde den Westafrikanern wegen Verzögerungen bei den Stadion- und anderen Infrastrukturbauten die Austragung entzogen. Ägypten bekam den Zuschlag, womit der Afrika-Cup erstmals seit 13 Jahre wieder in Nordafrika stattfindet. Das Land wird wegen seiner rigiden Führung um den autokratischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi jedoch kritisiert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch.

Nachdem es 2012 in einem Stadion zu Ausschreitungen gekommen war und in der Hafenstadt Port Said mehr als 70 Fans gestorben waren, fanden die Spiele der nationalen Liga in Ägypten mehrere Jahre vor Geisterkulissen statt. Erst seit dem Vorjahr sind Fans wieder im Stadion zugelassen. Rund 100.000 Sicherheitskräfte sollen nach Angaben des Innenministeriums nun rund um den Afrika-Cup im Einsatz sein. Nur zu gerne würde Ägypten mit einem friedlichen Event für sich werben. Themen wie Folter an politischen Gefangenen oder die Verletzung von Presse- und Meinungsfreiheit könnten in den Hintergrund treten.

Auch sportlich wird die 32. Ausgabe des Afrika-Cups kritisch beäugt. Das Teilnehmerfeld wurde von 16 auf 24 vergrößert. Das ermöglicht Ländern wie Madagaskar, Mauretanien oder Burundi die erstmalige Teilnahme an einem großen Turnier. „Der Trend geht bei den Welt- und Europameisterschaften zur Expansion und wir müssen den afrikanischen Fußball erweitern“, sagte Nigerias Teamchef Gernot Rohr dazu.

Kritiker befürchten, dass das oft ohnehin überschaubare Niveau der Spiele dadurch sinken wird. So wurde erinnert, dass keines der fünf afrikanischen Teams bei der WM-Endrunde im Vorjahr den Sprung ins Achtelfinale geschafft hatte. Dies war erstmals seit 1982 der Fall.

Topfavorit ist der siebenfache Afrika-Cup-Champion Ägypten, der mit Liverpools Salah den besten und populärsten Fußballer des Kontinents in seinen Reihen hat. Der Champions-League-Sieger erhielt länger Urlaub und stieß erst vergangenen Mittwoch zur Mannschaft.

Österreichs Beitrag sind zwei bei Meister Salzburg unter Vertrag stehende Profis. Mittelfeldspieler Diadie Samassekou und Stürmer Sekou Koita sind für Mali dabei. Der Aufstieg ins Achtelfinale scheint in der Gruppe mit Angola, Mauretanien und Tunesien machbar.

Hitze droht

Nach vier Turnierwochen geht der Afrika-Cup mit dem Endspiel am 19. Juli im International Stadium von Kairo zu Ende. Warnungen gab es vor der zu erwartenden Hitze. 35 bis 38 Grad Celsius werden die Teilnehmer erwarten. Würde der Afrika-Cup in Südafrika, Ägyptens Mitbewerber, über die Bühne gehen, würde bei deutlich unter 20 Grad gespielt werden.

Fussball

Afrika-Cup Kairo, Alexandria, Suez, Ismailia

Gruppe A

Ägypten, Simbabwe, Kongo, Uganda

Gruppe B

Nigeria, Burundi, Guinea, Madagaskar

Gruppe C

Senegal, Tansania, Algerien, Kenia

Gruppe D

Marokko, Namibia, Elfenbeinküste, Südafrika

Gruppe E

Tunesien, Angola, Mali, Mauretanien

Gruppe F

Kamerun, Guinea-Bissau, Ghana, Benin