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Sport / 23.06.2019 • 22:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kameruns Kapitänin Gabrielle Aboudi (rechts) war mit den Entscheidungen der Schiedsrichterin oft nicht einverstanden.reuters
Kameruns Kapitänin Gabrielle Aboudi (rechts) war mit den Entscheidungen der Schiedsrichterin oft nicht einverstanden.reuters

England nach 3:0-Erfolg über Kamerun im WM-Viertelfinale.

Valenciennes Begleitet von heftigen Protesten der Gegnerinnen aus Kamerun sind Englands Fußball-Frauen letztlich souverän ins WM-Viertelfinale eingezogen. Das Team von Trainer Phil Neville setzte sich in Valenciennes nach mehreren Eingriffen des deutschen Videoreferees Bastian Dankert mit 3:0 (2:0) durch und trifft in der nächsten Runde am Donnerstag in Le Havre auf Norwegen. Steph Houghton (15. Minute), Ellen White (45.+4) und Alex Greenwood (58.) erzielten die Tore für die Engländerinnen.

Kurz vor der Halbzeitpause stand die Partie vor einem möglichen Abbruch, als sich die Kamerunerinnen aus Protest gegen die Tor-Entscheidung von Video-Schiedsrichter Dankert am Mittelkreis versammelten. Der deutsche FIFA-Referee hatte die Abseitsentscheidung der unsicheren Schiedsrichterin Liang Qin aus China zurecht revidiert. Erst nach einer mehrere Minuten dauernden Unterbrechung wurde das Spiel wieder fortgesetzt. Im Kabinengang soll es anschließend zu tumultartigen Szenen und heftigen Vorwürfen der Kamerunerinnen gekommen sein. Damit setzten sich die Diskussionen um den Videobeweis bei der Frauen-WM fort.

Entscheidungen fraglich

In der zweiten Halbzeit wurde auf Intervention von Dankert der mögliche Anschlusstreffer Kameruns durch Ajara Nchout (48.) wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Wieder folgten von den Afrikanerinnen heftige Proteste. Spielführerin Gabrielle Aboudi Onguene musste ihre Kolleginnen erneut überzeugen, weiterzuspielen. Der ehemalige kamerunische Weltstar Samuel Eto‘o verfolgte als Tribünengast ungläubig das Geschehen.

Einen möglichen Foulelfmeter für England gab Liang Qin (78.) nach Videostudium schließlich nicht. Alexandra Takounda wurde in der achten Minute der Nachspielzeit nach einem rüden Foul an Houghton mit einer Gelben Karten bestraft, auch diese Szene schaute sich Qin wegen eines möglichen Platzverweises in der Review Area nochmals an.

Deutschland ohne Gegentreffer

Die deutschen Frauen haben durch einen 3:0-(2:0)-Sieg gegen Nigeria das Viertelfinale erreicht. Alexandra Popp (20.), Sara Däbritz per Elfer (27.) und Lea Schüller (82.) trafen in Grenoble gegen die Afrikanerinnen und sorgten dafür, dass die DFB-Auswahl in allen bisherigen WM-Endrunden zumindest in den Top Acht steht. Deutschland, das im Lauf des Turniers noch kein Gegentor erhalten hat, trifft nun im Viertelfinale am kommenden Samstag in Rennes auf den Sieger der Partie zwischen Schweden und Kanada, der heute in Paris ermittelt wird. Bei den ersten beiden Treffern gegen Nigeria konsultierte die Schiedsrichterin die Videobilder: Beim 1:0 nach einem Eckball gab es eine fragwürdige Abseitsstellung (passives Abseits) einer Deutschen, das 2:0 fiel mittels umstrittenem Foulelfer.

Frauen-WM 2019 in Frankreich

Zeitraum: 7. Juni bis 7. Juli

Spielorte: Montpellier, Nizza, Valenciennes,

 Paris, Reims, Le Havre, Grenoble und Rennes

Achtelfinale

Heute

Deutschland – Nigeria 3:0 (2:0)

Norwegen – Australien 4:1 i.E. (1:1, 1:0)

Sonntag

England – Kamerun 3:0 (2:0)

Frankreich – Brasilien 1:1 (0:0)

Verlängerung, bei Redaktionsschluss im Gang

Heute

Spanien – USA 18.00 Uhr

Schweden – Kanada 21.00 Uhr

Dienstag

Italien – China  18.00 Uhr

Niederlande – Japan  21.00 Uhr

Viertelfinale 27./28./29. Juni

Halbfinale 2./3. Juli in Lyon

Finale 7. Juli in Lyon