Es war Matura-reif

Sport / 24.06.2019 • 23:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sascha Horvath war der einzige Akteur, der für Österreich an fünf Nachwuchsturnieren teilnahm. gepa
Sascha Horvath war der einzige Akteur, der für Österreich an fünf Nachwuchsturnieren teilnahm. gepa

Vier Punkte bei EM-Premiere, Österreichs U21 trotz des Ausscheidens stolz.

Udine Österreichs U21-Fußball-Nationalteam hat die EM-Premiere mit vier Punkten als Gruppendritter beendet. Das 1:1 gegen Titelverteidiger Deutschland samt starker Leistung war zum Abschluss zwar ein Achtungserfolg, konnte das Turnier-Out aber nicht verhindern. Das Resümee der Österreicher fiel trotzdem vor allem positiv aus, nachdem man als großer Underdog in die Gruppenphase gegangen war.

„Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie ein würdiger Vertreter bei der EM war“, betonte Teamchef Werner Gregoritsch. Aus seiner Sicht war es der zweitgrößte ÖFB-Erfolg im Nachwuchs nach Platz vier bei der U20-WM 2007. Nach dem Auftakt-2:0 gegen Serbien und dem bitteren 1:3 gegen Dänemark war das Remis gegen den Nachbarn das zweite Highlight. „Wir sind größtenteils zufrieden, da jeder geglaubt hat, dass wir mit null Punkten und 0:10 Toren nach Hause fahren“, meinte Offensivspieler Husein Balic.

Die Effizienz fehlte

Umso beachtlicher war der Auftritt gegen die Deutschen. „Es hat selten jemand einer deutschen U21 so zugesetzt wie wir. Das finde ich toll“, resümierte Gregoritsch. Die Reaktion nach dem schwachen Dänemark-Spiel war beachtlich. „Wir haben aktiv nach vorne verteidigt, richtig aggressiv gespielt, Deutschland keinen Raum gegeben, fast über das gesamte Feld Eins gegen Eins gespielt, da ist es auch für Deutschland schwierig“, resümierte Kapitän Philipp Lienhart.

Wie schon in den Spielen zuvor mangelte es aber am Abschluss. „Wenn die Effizienz besser gewesen wäre und wir mehr Glück gehabt hätten, hätten wir eine Chance gehabt, im Turnier zu verbleiben“, wusste Gregoritsch. Gegen Serbien hätte man höher gewinnen müssen, gegen die Dänen wurde beim Stand von 1:1 ein Elfmeter von Christoph Baumgartner vergeben, und am Sonntag war es vor allem Sasa Kalajdzic, der für Tore sorgen hätte müssen. „Wenn man was bemängeln kann, dann die Chancenauswertung“, sagte Linksverteidiger Maximilian Ullmann.

Deutschland nahe an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben, darf schon als Erfolg gewertet werden. Der Ärger hielt sich deshalb in Grenzen. „Man kann sagen, dass es die Matura für diese Mannschaft war. Es war eine überragende Leistung, wir haben von der ersten bis zur 90. Minute dominiert“, fasste Ullmann zusammen.

Ein Tausenguldenschuss

Goalie Alexander Schlager erlebte einen ruhigen Abend. „Wir haben wenig Torchancen zugelassen, waren immer brandgefährlich. Es schmerzt, dass wir nicht weiterkommen, aber wenn man die Leistung sieht, kann man stolz sein.“ Beim Weitschuss-Tor von Luca Waldschmidt war er machtlos. „Das war ein Tausendguldenschuss. Ich habe geglaubt, ich habe einen schlechten Vertrag mit dem da oben, wie das passiert ist“, gab Gregoritsch preis.

Für den Jahrgang 1996 war es die fünfte Nachwuchs-Endrunde – eine starke Bilanz. Zuvor hatte es auch bei der U17-EM und -WM 2013 sowie der U19-EM 2015 ein Out nach der Gruppenphase gegeben. Bei der U20-WM 2015 war das Turnier nach dem Achtelfinale vorbei.

Fussball

U 21-EM in Italien 

Gruppe C

Kroatien – England 3:3 (1:1)

Frankreich – Rumänien  0:0

1. Rumänien 3 2 1 0  8: 3 7

2. Frankreich 3 2 1 0  3: 1 7

3. England 3 0 1 2  6: 9 1

4. Kroatien 3 0 1 2  4: 8 1

Gruppe B

1. Deutschland 3 2 1 0 10: 3  7

2. Dänemark 3 2 0 1  6: 4 6

3. Österreich 3 1 1 1  4: 4  4

4. Serbien 3 0 0 3  1:10 0

Gruppe A

1. Spanien  3 2 0 1   8: 4  6

2. Italien  3 2 0 1  6: 3 6

3. Polen  3 2 0 1  4: 7  6

4. Belgien  3 0 0 3   4: 8  0

Halbfinale:

Spanien – Frankreich, Deutschland – Rumänien