Ein Jubiläum und Vorschläge für Reform

Sport / 27.06.2019 • 23:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein Schiff aus Vorarlberg sorgt am Campingplatz in Spielfeld für Aufsehen. Gezimmert wurde es von den Jungs der Tischlerei Alexander in Hohenems. Die Truppe, großteils aus Dornbirn, ist bei allen F1-Rennen in Österreich dabei.Noger
Ein Schiff aus Vorarlberg sorgt am Campingplatz in Spielfeld für Aufsehen. Gezimmert wurde es von den Jungs der Tischlerei Alexander in Hohenems. Die Truppe, großteils aus Dornbirn, ist bei allen F1-Rennen in Österreich dabei.Noger

Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone will
die WM wieder spannender machen.

Spielberg Bernie Ecclestone hat seine eigenen Vorschläge unterbreitet, wie die Formel 1 wieder spannender werden könnte. Der Brite schreckt dabei, wie schon früher, vor ungewöhnlichen Ideen nicht zurück. „Zuerst würde ich mit den Teams nicht reden. Das ist, als hätte man ein Komitee, und das brauchst du nicht, wenn du solche Entscheidungen triffst“, sagte Ecclestone. Er würde neben der Fahrer- und der Konstrukteurs- eine dritte WM-Kategorie einführen: die Team-Weltmeisterschaft. Diese wäre für alle Teams, die nicht selbst als Hersteller auftreten wollen. Dafür würde der mittlerweile 88-jährige Ex-Geschäftsführer der Formel 1 ein Einheitsauto zur Verfügung stellen. Die Motoren der Wagen müssten eine Saison halten, ein weiter soll nur als Ersatz zur Verfügung steht. „Wenn du mit einem Team starten willst: Hier ist deine Chance. Ich gebe dir ein komplettes Auto und einen Ersatzmotor. Und ich gebe dir 30 Millionen Dollar (26,34 Mio. Euro) im Jahr“, sagte Ecclestone. So könne man auch den „Unsinn“ mit einer Kostendeckelung vergessen. Es wäre auch möglich, nur ein Auto pro Team ins Rennen zu schicken.

Die Leute würden dann fragen, wie man so Ferrari schlagen könne. Auch dafür hat Ecclestone Lösungen parat: Nachtanken, ein zweiter Reifensatz, obwohl es eigentlich nur einen geben soll. Zudem könne man die Autos der Konstrukteure ja auch ein bisschen schwerer machen. „So findet man schnell zwei Sekunden“, meinte Ecclestone, der Anfang 2017 als kommerzieller Chef der Formel 1 vom neuen Besitzer Liberty Media abgesetzt worden war.

Der Jubiläumsmann

Nach seinem 300. GP-Wochenende in Monaco feiert Kimi Räikkönen in Österreich sein nächstes Jubiläum. Weil der Finne zwar seit seinem Debüt 2001 in Australien an jeder GP-Woche teilgenommen hat, aber doch auch drei Starts verpasst hat, geht er am Sonntag zum 300. Mal in einem Formel-1-Rennen an den Start. Der coole Finne kommentierte das wie erwartet locker: „300, das ist auch nur eine Zahl.“ Der im Oktober 40 Jahre alt werdende Finne ist ein Formel-1-Urgestein. Er hat von 2001 bis 2009 an der Formel 1 WM teilgenommen und ist nach einer Rallye-Auszeit seit 2012 wieder dabei. 2007 war er mit Ferrari Weltmeister geworden, seit diesem Jahr startet der 30-jährige Gewinner von 21 Formel-1-Rennen für Alfa Romeo. Dem Wechsel von Ferrari zum kleineren Mittelständler kann Räikkönen durchaus etwas abgewinnen. „Ich habe hier viel mehr Freiheiten, weniger Verpflichtungen. Die Leute wissen gar nicht, wie sehr mir das taugt“, sagte der Finne in Spielberg.

Da sein Zweijahres-Vertrag mit Alfa Romeo auch 2020 gilt, wird Räikkönen in der kommenden Saison wohl auch den Start-Rekord in der Formel 1 übernehmen. Derzeit ist er das neueste Mitglied im 300er-Club neben Jenson Button, Michael Schumacher, Fernando Alonso und dem laut formula1.com bei 322 liegenden Rubens Barrichello. Die Bestmarke des Brasilianers wäre demnach im zwölften Saisonrennen 2020 erreichbar. Räikkönen hat seit 2001 nur die Starts der Grand Prix Rennen 2001 in Belgien, 2005 in den USA und 2017 in Malaysia verpasst.

Für Räikkönen sind das alles aber höchstens Nebengeräusche. „Ob 200 oder 300, für mich hat das keine Wichtigkeit. Es sind nur Zahlen“, sagte er am Red Bull Ring.

In der Boxengasse herrschte am Donnerstag reges Fantreiben. Noger
In der Boxengasse herrschte am Donnerstag reges Fantreiben. Noger

Formel 1

Grand Prix von Österreich in Spielberg

Freitag

1. freies Training 11.00 Uhr

2. freies Training 15.00 Uhr

Samstag

3. freies Training 12.00 Uhr

Qualifikation 15.00 Uhr

Sonntag

Formel-1-GP von Österreich 15.10 Uhr

Fernsehen: ORF 1, RTL, SRG, Sky live