Eine Gruppe mit Perspektiven

Sport / 28.06.2019 • 22:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Harder Robert Weber mit EHF-Chairman Bozidar Djurkovic (l.) und EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner.GEPA
Der Harder Robert Weber mit EHF-Chairman Bozidar Djurkovic (l.) und EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner.GEPA

Handballer bei Heim-EM gegen Tschechien, Ukraine und Nordmazedonien.

Wien Knapp sieben Monate vor Beginn der EURO 2020, der zweiten Heim-EM nach 2010, darf sich Gastgeber Österreich über einen ersten Etappensieg freuen. Bei der in Wien vorgenommenen Auslosung der sechs Vorrundengruppen erhielt Österreichs Handball-Männerteam bei der in Wien stattfindenden Gruppe B mit dem EM-Sechsten Tschechien, Nordmazedonien und der Ukraine fast jene drei Gegner, die sich ÖHB-Teamchef Ales Pajovic zuvor gewünscht hat. „Es wird nicht einfach, aber insgesamt bin ich mit der Auslosung zufrieden“, betonte der seit Anfang April im Amt stehende Pajovic. „Tschechien war aus Top 1 neben Titelverteidiger Spanien und Frankreich ganz sicher die beste Option für uns.“

Ähnlich erachtet Pajovic das Los aus Topf 2, wo neben Mazedonien zudem Slowenien, Ungarn und Weißrussland als mögliche Gegner in Frage bekommen wären. Gleiches gilt mit Top 4, wo man mit der Ukraine einen Gegner auf Augenhöhe gezogen habe. „Teams wie Polen, Russland oder Serbien wären sicher eine schwerere Aufgabe gewesen. Auf jeden Fall ist es eine sehr interessante Gruppe. Wir spielen zu Hause, sind voll motiviert und wollen diesen kleinen Bonus mit den Fans im Rücken als Trumpfkarte ausspielen und die Hauptrunde erreichen.“

Vor der Endrunde sind im Herbst Länderspiele gegen Serbien und die Schweiz geplant. Die EM-Generalprobe ist am 6. Jänner in Wien gegen Deutschland geplant.

Robert Weber als „Glücksfee“

Für Robert Weber, dem die große Ehre zuteil wurde, gemeinsam mit Philip Henningsson vom schwedischen Team, Norwegens Torbjörn Bergerud und Daniel Dujshebaev von Titelverteidiger Spanien, als „Losfeen“ zu agieren, gab nach der Ausloung eine ähnliche Analyse der Gegner wie sein Teamchef. „Natürlich neigt man beim Blick auf die weiteren möglichen Gegner dazu, von einem guten Los zu sprechen. Aus meiner Sicht ist es aber eine sehr ausgeglichene und deshalb ganz gefährliche Gruppe, in der praktisch jeder jeden schlagen kann.“ Schlüssel zum Erfolg aus Sicht des 33-jährigen Harders, der vor zwei Tagen seinen Wechsel zum Bundesliga-Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen bekannt gegeben hat, ist, wie gut Österreich in das Turnier startet. „Unser erstes Spiel ist gegen Tschechien, von der Papierform her stärkste Gegner. Wenn wir diese Hürde nehmen, ist alles möglich für uns.“ Das dies möglich ist, stellte Österreich bei der EM 2014 in Dänemark unter Beweis, als man das Auftaktspiel gegen den Grenznachbarn mit 30:20 gewonnen hat.

Hauptrunde die Vorgabe

Zweckoptimistisch zeigte sich auch ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser: „Bei einer EM-Endrunde gibt es keine schweren oder weniger schwere Gegner bzw. Gruppen. Aber man muss auch ehrlich sagen, wir hätten es auch wesentlich schlimmer treffen können. Es ist eine attraktive Zusammensetzung, in der Tschechien als Sechster der letzten EM und natürlich Nordmazedonien etwas herausragen. Wir freuen uns darauf und werden uns Schritt für Schritt darauf vorbereiten. Erstes Etappenziel ist auf jeden Fall der Einzug in die Hauptrunde.“

Hammergruppe in Graz

Mit Österreich, Norwegen und Schweden gibt es erstmals drei Ausrichter und durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von bisher 16 auf 24 Mannschaften ist die EURO 2020 die größte Europameisterschaft aller Zeiten. Österreich beheimatet zwei Vorrundengruppen und eine Hauptrundengruppe. In der Grazer Stadthalle, wo Kroatien bereits fix gesetzt war, werden zudem Weißrussland, Montenegro und Serbien um den Einzug in die Hauptrunde spielen. VN-JD

„Wenn wir Tschechien im Auftaktspiel bezwingen, ist alles möglich für uns.“

Handball

14. Männer-EM 2020 in Österreich, Norwegen und Schweden

Zeitraum: 9. bis 26. Jänner

Gruppeneinteilung Vorrunde (9. bis 15. Jänner)

Gruppe A (Graz)  Kroatien* Weißrussland

 Montenegro Serbien

Gruppe B (Wien)  Tschechien Nordmazedonien

 Österreich* Ukraine 

Gruppe C (Trondheim) Spanien (TV) Deutschland*

 Lettland Niederlande

Gruppe D (Trondheim) Frankreich Norwegen*

 Portugal Bosnien-Herzegowina

Gruppe E (Malmö) Dänemark* Ungarn

 Island Russland

Gruppe F (Göteborg) Schweden* Slowenien

 Schweiz Polen

Hauptrunde (16. bis 22. Jänner)

Aus jeder der sechs Vorrundengruppen qualifizieren sich der Erste und Zweite für die Hauptrunde (Top 12). Das direkte Ergebnis wird mitgenommen. Die jeweiligen Teams auf dem dritten und vierten Platz in der Vorrunde scheiden aus.

Die Gruppe 1 der Hauptrunde (mit den Aufsteigern der Gruppen A, B und C) wird in Wien, die Gruppe 2 (mit den Aufsteigern der Gruppen D, E und F) wird in Malmö ausgetragen.

Final- und Klassierungsrunde (24. bis 26. Jänner)

Die Ersten und Zweiten bestreiten am 24. Jänner die Halbfinale. Die jeweiligen Verlierer bestreiten am 25. Jänner das Spiel um Bronze, die Halbfinalgewinner das Endspiel am 26. Jänner. Alle Begegnungen der letzten Turnierphase werden in der Tele-2-Arena (20.000 Plätze) in Stockholm ausgetragen.