Hamilton-Bestzeit und Kleinholz

Sport / 28.06.2019 • 22:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Wagen von Vorjahressieger und Red-Bull-Pilot Max Verstappen wird von der Strecke gehoben.gepa
Der Wagen von Vorjahressieger und Red-Bull-Pilot Max Verstappen wird von der Strecke gehoben.gepa

Windböen sorgten am ersten Trainingstag in Spielberg für Unfälle.

Spielberg Weltmeister Lewis Hamilton ist mit einer Bestzeit in den 32. Formel-1-Grand Prix von Österreich gestartet. Der Mercedes-Weltmeister erzielte im ersten freien Training in Spielberg mit 1:04,838 Minuten die schnellste Rundenzeit. Bei vielen Teams gab es im FP1 Aufregung, weil sich viele Piloten wie so oft zu Beginn in Spielberg durch das Überfahren der Streckenbegrenzungen in den Kurven Karosserieschäden zuzogen und deshalb öfters zum Austausch von Teilen wie beschädigten Frontflügeln zurück an die Box mussten. Im einen oder anderen Fall wie etwa beim deutschen Renault-Piloten Nico Hülkenberg nahm die Highspeed-Rumpelei über die auf die sogenannten (roten) Kerbs geschraubten gelben „Baguette-Rippen“ bedenkliche Formen an, weil dabei sein Auto etwas abhob.

„Es gibt Strecken, die uns liegen und solche, die uns nicht liegen. Österreich steht da ganz oben und ist unsere vielleicht schwächste Strecke“, weiß Teamchef Toto Wolff, dass man sich auf der kurzen Powerpiste in der Steiermark trotz der vier Siege in den fünf Rennen seit 2014 traditionell etwas schwertut. Man fürchtet vor allem Probleme bei der Kühlung. Einschnitte an der Karosserie gefährden die ideale Aerodynamik.

Viel Chaos am Nachmittag

Im zweiten Training war Ferrari-Youngster Charles Leclerc der Schnellste gewesen. Die Bestzeit des Monegassen rückte angesichts von Unfällen von Valtteri Bottas und Max Verstappen aber in den Hintergrund. Nicht nur Red-Bull-Chefberater Helmut Marko machte für die Zwischenfälle einen böigen Wind in Spielberg verantwortlich. Vorjahressieger Verstappen erwischte es in der letzten Kurve vor der Start-/Ziel-Geraden. Der Niederländer verlor die Kontrolle über seinen Red Bull, rutschte mit dem Heck in die Auslaufzone und schlug in der Begrenzung ein.

Verstappen bestätigte, dass ihn der Wind förmlich von der Strecke geblasen habe. „Ich bin in diese Kurve gefahren und plötzlich, das kann man in den Daten sehen, hat sich das Heck gedreht“, sagte der Niederländer. Schon davor hatte sich der Österreich-Vorjahressieger via Funk über den Wind beklagt. „Dieses Jahr sind die Autos generell anfälliger gegenüber dem Wind, das kann man auch bei Valtteri sehen“, verwies Verstappen auf den ähnlichen Unfall, den Mercedes-Pilot Bottas nach ihm an einer anderen Kurve im Training hatte. „An einem bestimmten Punkt hat er das Auto einfach verloren“, so Verstappen. Dass die meisten Kurven hier weghängen, verschärft auf dem Red-Bull-Ring die Problematik zusätzlich.

Bottas war nach der Wiederaufnahme der Session in Kurve 6 von der Strecke abgekommen, ratterte über das Kiesbett und donnerte etwas schräg gegen einen Reifenstapel. Der Finne wurde anschließend im Medical Center untersucht, auch er überstand den Unfall unverletzt.

Schließlich traf es auch noch Sebastian Vettel. Der zweite Ferrari-Fahrer rutschte wie Verstappen in Kurve 10 von der Piste ins Kiesbett, kam aber ohne gravierende Schäden an seinem Auto davon. Wie folgenreich die anderen beiden Unfälle waren, war kurz danach noch nicht absehbar. Der Spanier Carlos Sainz schlitterte mit seinem McLaren an der gleichen Stelle wie Bottas vom Kurs.