Schanghai, Montreal und nun Minsk

28.06.2019 • 20:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bettina Plank ist am Sonntag zum Abschluss der Europaspiele in Minsk im Einsatz. Vor vier Jahren hat die Feldkircherin in Baku Silber erkämpft. ÖKB/Roth
Bettina Plank ist am Sonntag zum Abschluss der Europaspiele in Minsk im Einsatz. Vor vier Jahren hat die Feldkircherin in Baku Silber erkämpft. ÖKB/Roth

Karatekämpferin Bettina Plank hat bei Europaspielen in Weißrussland Medaille im Visier.

Minsk Bettina Plank hat gute Erinnerungen an die Europaspiele. Bei der Premiere 2015 in Baku hat sie mit Silber die allererste Medaille für Rot-Weiß-Rot geholt. „Es war nicht nur für mich eine historische Medaille, sondern in gewissem Maß auch fürs ÖOC“, schrieb die 27-jährige Feldkircherin im Editorial des ÖOC-Team-Guide rückblickend über ihren großen internationalen Erfolg. Dafür dass in Tokio 2020 der ganz große Durchbruch gelingt, nimmt sie nicht nur auf der Kampffläche eine Überdosis an Strapazen in Kauf.

Im Moment für Tokio qualifiziert

Auf der Jagd nach Punkten in dem für eine Olympiateilnahme zählende Tokio-Race absolvierte die in Linz lebende HLSZ-Sportsoldatin im Juni 32.000 Flugkilometer. Zunächst ging es zum Premier-League-Turnier nach Schanghai, anschließend nach Montreal und von dort nach Weißrussland zu den Europaspielen. Aktuell nimmt Plank mit 3292,5 Punkten den fünften Rang in der 55-kg-Klasse ein und wäre damit für Olympia 2020 qualifiziert. Da bei der olympischen Premiere in Tokio lediglich in drei und nicht wie üblich in fünf Gewichtsklassen gekämpft wird, muss die zierliche Feldkircherin, normalerweise in der 50-kg-Kategorie zu Hause, eine Kategorie aufsteigen.

In Minsk hofft Vorarlbergs Sportlerin der Jahre 2016 und 2017 auf einen guten Abschluss der ersten Jahreshälfte, in dem sie mit EM-Silber in Guadalajara sowie dritten Plätzen bei den Premier-League-Turnieren in Rabat und Istanbul mehrmals ihre Klasse unter Beweis gestellt hat: „Es ist ein echter Marathon bis Tokio 2020.“

Jeder Kampf hat Finalcharakter

Bei den Europaspielen ist Plank in ihrer angestammten 50-kg-Klasse im Einsatz und hinter der Türkin Serap Özcelik auf Position zwei gereiht. „Dieser Umstand ist allerdings alles andere als eine Garantie. Es sind nur die besten acht Kämpferinnen am Start und die Konkurrenz ist hochkarätig. Da im Round-Robin-System in zwei Vierergruppen gekämpft wird, ist kaum ein Taktieren möglich und jedes Duell hat im Prinzip Finalcharakter.“

Kurz vor Halbzeit der seit September 2018 laufenden und im Mai 2020 zu Ende gehenden Qualifikationsphase für die Startplätze bei der olympischen Premiere in Tokio mussten die Karatesportler einen für sie kaum verständlichen Rückschlag hinnehmen. Bei der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in dieser Woche in Lausanne wurde verlautbart, dass Karate keine Rolle in der Planung der Sommerspiele 2024 in Paris gespielt hat. Die Zeichen stehen darauf, dass 2020 ein einmaliger Olympia-Abstecher für Karate sein könnte. „Ich habe davon gehört, doch im Moment ist mein Fokus auf Tokio 2020 gerichtet und nicht darauf, was danach kommt“, so Plank.