„Mein größter Erfolg“

Sport / 30.06.2019 • 23:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit einem schnellen Punkt setzte Bettina Plank (links) ihre Finalgegnerin aus der Türkei früh unter Druck und durfte sich über den Gewinn der Goldmedaille bei den Europaspielen in Minsk freuen. GEPA
Mit einem schnellen Punkt setzte Bettina Plank (links) ihre Finalgegnerin aus der Türkei früh unter Druck und durfte sich über den Gewinn der Goldmedaille bei den Europaspielen in Minsk freuen. GEPA

Karateka Bettina Plank ist bei den Europaspielen in Minsk nicht zu stoppen und holt sich Gold.

Minsk Vorrunde und Halbfinale gewonnen, EM-Revanche genommen und die Dominatorin der Szene im Endkampf mit 5:1 abgefertigt. Für Bettina Plank hätten die Europaspiele in Minsk nicht besser laufen können. Ganz nebenbei holte die Feldkircherin damit die einzige Goldmedaille für das ÖOC-Team. Ensprechend groß war die Freude beim heimischen Karate-Ass: „Ich habe gehofft, um eine Medaille zu kämpfen. Dass es schlussendlich Gold geworden ist, ist einfach unbeschreiblich. Ich bin sehr, sehr glücklich und stolz.“

Sieg über die Nummer eins

Vor vier Jahren war die Karate-Vize-Europameisterin, bei der Europaspiele-Premiere in Baku in der Kumite-Klasse bis 50 kg im Finalkampf noch an Serap Ozcelik gescheitert. Zuletzt verlor sie auch das kleine Finale von Montreal gegen die Türkin. In Minsk konnte die 27-Jährige nun zurückschlagen. „Serap ist die Nummer eins in unserer Gewichtsklasse, ihre Konstanz ist einfach unglaublich. Ich habe mir in den Kämpfen gegen sie immer sehr schwer getan. Sie ist eine Konterspezialistin, extrem schnell. Wenn du auf ihre Attacken zu reagieren versuchst, hast du schon verloren“, kommentierte Plank.

Perfekter Start ins Finale

„Diesmal war das Ziel, sie zu überraschen. Selbst pro-aktiv zu sein. Der erste Punkt war enorm wichtig“, so die Feldkircherin, die vor den Augen ihrer Familie nach nur 63 Sekunden in Führung ging. In der Folge war die Weltmeisterin und reifache Europameisterin aus der Türkei zum Angreifen verdammt. Zwar gelang der Saisondominatorin eine Minute vor Schluss der Ausgleich, doch Plank konterte mit einer Fausttechnik und einem Ippon zwei Sekunden vor Schluss. „Das ist der größte Erfolg meiner Karriere, schöner noch als WM-Bronze“, freute sich die frisch gebackene Goldmedaillengewinnerin. „Es war ein unglaublich anstrengender Tag für mich. Es galt, immer fokussiert zu bleiben. Ich kann mein Glück kaum glauben. Es ist einfach großartig. In der Vorrunde habe ich auch die Europameisterin besiegt. Ich habe bewiesen, dass ich alle, wirklich alle schlagen kann“, freute sich Plank.

Zum Saisonhöhepunkt voll da

„Dieser Sieg ist so wichtig für Betty, besser hätte die erste Saisonhälfte nicht zu Ende gehen können“, weiß auch Coach Juan Luis Benitez Cardenes den Erfolg einzuschätzen. „Sie konnte allem Druck standhalten und auch noch alle Erwartungen erfüllen. Eine großartige Leistung“, gratulierten ÖOC-Sportdirektor Christoph Sieber und Karate-Austria Generalsekretär Ewald Roth der Wahl-Oberösterreicherin zur Goldmedaille. „Die werde ich so schnell nicht hergeben“, merkte Plank überglücklich an. „Ich freue mich, die erste Saisonhälfte so gut abgeschlossen zu haben. Die Europaspiele waren der heurige Saisonhöhepunkt und ein wichtiger Schritt für die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio 2020“, richtete Plank selbst im Moment ihres größten Triumphs den Blick bereits in Richtung Zukunft. „Jetzt heißt es über den Sommer Kräfte zu sammeln und im Herbst wieder voll anzugreifen.“

„Ich kann‘s nicht glauben. Ich habe bewiesen, dass ich alle, wirklich alle schlagen kann.“

Der Moment des Triumphs: Bettina Plank reißt die Arme in die Höhe und bejubelt ihren Finalsieg über Serap Özcelik.GEPA
Der Moment des Triumphs: Bettina Plank reißt die Arme in die Höhe und bejubelt ihren Finalsieg über Serap Özcelik.GEPA
Mit einem schnellen Punkt setzte Bettina Plank (links) ihre Finalgegnerin aus der Türkei früh unter Druck und durfte sich über den Gewinn der Goldmedaille bei den Europaspielen in Minsk freuen. GEPA
Mit einem schnellen Punkt setzte Bettina Plank (links) ihre Finalgegnerin aus der Türkei früh unter Druck und durfte sich über den Gewinn der Goldmedaille bei den Europaspielen in Minsk freuen. GEPA