Siebenkampf-Rekord in Ratingen durch Preiner

30.06.2019 • 17:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Verena Preiner sorgte mit einem neuen Rekord in Ratingen für eine Wachablöse im österreichischen Siebenkampf. Die 24-Jährige erzielte sechs persönliche Bestleistungen.gepa
Verena Preiner sorgte mit einem neuen Rekord in Ratingen für eine Wachablöse im österreichischen Siebenkampf. Die 24-Jährige erzielte sechs persönliche Bestleistungen.gepa

Dadic überbot Qualifikationslimit für Olympia.

ratingen Im österreichischen Siebenkampf hat in Ratingen eine Wachablöse stattgefunden. Verena Preiner gewann mit neuem österreichischem Rekord von 6591 Punkten und schnappte sich die Nummer-eins-Position von der Tageszweiten Ivona Dadic, die bei ihrem Saison-Einstieg mit 6461 das Qualifikationslimit für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio überbot (6420). Preiner stellte gleich sechs neue persönliche Bestleistungen auf, für sie war es bereits das zweite Mehrkampf-Meeting heuer. Nachdem sie im Mai für Götzis wegen einer Sprunggelenksverletzung hatte absagen müssen, erbrachte sie am 9. Juni mit der persönlichen Bestleistung von 6472 auf Teneriffa das Olympia-Limit. Für Dadic, die in den vergangenen Jahren bereits öfters den ÖLV-Rekord verbessert hatte und ihn seit Platz vier bei der Berlin-EM im Vorjahr mit 6552 Punkten hielt, war es der erste.

Wind störte beim Weitsprung

Nach vier Bestleistungen über 100 m Hürden (13,42 Sek.), im Hochsprung (1,80 m), Kugelstoßen (14,34 m) und über 200 m (23,96 Sek.) kam noch jene im Speerwurf (49,58) und über 800 m dazu (2:07,74 Min.). Im Weitsprung hatte sie mit 6,16 m ein paar Punkte liegen lassen.

„Der Weitsprung war mit den drehenden Windböen heute sehr schwierig, deshalb bin ich damit sehr zufrieden. Im Speerwurf ist es mir gelungen, ruhig zu bleiben und nur auf die Technik zu schauen, ich wusste, dann kommt die Weite von alleine. Und bei den 800 m bin ich gelaufen, was ging. Da kann man eh nichts anderes machen, ich habe bis zum Schluss um jede Sekunde gekämpft“, sagte Preiner. Der Rekord sei unglaublich. „Ich freue mich so sehr, dass mir das gelungen ist, es ist einfach riesig. Es ist natürlich auch ein Erfolg meiner Betreuer. Wolfgang Adler ist für mich der beste Trainer, ohne ihn wäre ich nicht hier.“ Der angesprochene Adler sieht seinen Schützling noch nicht am Zenit angekommen. „Sie hat sicher noch Reserven, weil sie jetzt noch nicht in Höchstform ist, die ist erst für die WM im Herbst geplant.“ Man habe den Fokus ganz klar auf die Technik gelegt, es gelte nun, dieses Niveau zu halten.

Ansage von Dadic

Fünfkampf-Hallen-Vizeweltmeisterin Dadic lieferte bei ihrem Saison-Einstand ebenfalls einen starken ersten Tag ab. Den Weitsprung gewann sie mit 6,20, den Speerwurf mit 49,64. In diesen beiden Disziplinen hat sie mit den Champions Dwight Phillips aus den USA und Andreas Thorkildsen aus Norwegen prominente und hochdekorierte Trainer-Unterstützung an Land gezogen. „Bis zum 800er war der Wettkampf megagut, ich war in Richtung Bestleistung unterwegs. Ich habe versucht, mit Verena anzulaufen, aber dann hat es mich einfach zerrissen, aber ich hab‘s zumindest probiert“, sagte Dadic. Beim Lauf habe sie gesehen, dass sie noch nicht in Top-Form sei, aber da habe sie ja noch drei Monate Zeit. „Besser bin ich noch nie in eine Saison eingestiegen. Verena hat sich den Rekord mehr als verdient. In Doha schlage ich dann zurück.“ Dort findet am 2./3. Oktober der WM-Siebenkampf statt.

„Der Rekord freut und motiviert mich, jetzt noch härter weiter­zuarbeiten.“