Spanier erfüllen sich den Traum

Sport / 30.06.2019 • 23:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Revanche für 2017. Dieses Mal jubelten Spaniens U-21-Spieler im Endspiel gegen Deutschland. Am Ende gab es einen 2:1-Sieg.afp
Revanche für 2017. Dieses Mal jubelten Spaniens U-21-Spieler im Endspiel gegen Deutschland. Am Ende gab es einen 2:1-Sieg.afp

Geschlafen und gepatzt: Deutsche U-21 verliert EM-Finale gegen eiskalte Spanier.

Udine Aus und vorbei: Der Traum vom nächsten EM-Titel ist für Stefan Kuntz und die deutsche U-21 in einer dramatischen Final-Nacht geplatzt. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff musste sich der Titelverteidiger in Udine trotz großen Kampfes Spanien mit 1:2 geschlagen geben. In einem hochklassigen und intensiven Endspiel sorgten Fabián Ruiz (7.) und mitten in einer deutschen Drangphase Dani Olmo (69.) für den fünften Sieg der spanischen Nachwuchsauswahl bei einer Europameisterschaft. Nadiem Amiri sorgte mit seinem späten Anschluss für noch mehr Nervenkitzel in der Schlussphase (88.).

Zweite Finalniederlage

Nach spektakulärem Offensivfußball um Torschützenkönig Luca Waldschmidt in den vorangegangenen Turnierspielen lief die deutsche Mannschaft dem verkorksten Start trotz imponierender Leistungssteigerung vergeblich hinterher. Im ausverkauften Stadion Friuli gelang trotz aller Mühen in der Neuauflage des Endspiels von 2017, als Deutschland 1:0 siegte, kein Comeback. Im vierten Finale mit Deutschland bei einer U-21-EM war es die zweite Niederlage.

Zögerlicher Beginn

Mit einer herzlichen Umarmung gab Löw U21-Nationaltrainer Kuntz die besten Wünsche für das Endspiel mit. „Ich glaube, dass sie eine sehr gute Visitenkarte abgegeben haben“, lobte der Bundestrainer, dem die Kuntz-Auswahl „große Freude“ bereitet hatte. Doch bei schweißtreibenden 30 Grad gab es am Sonntagabend schnellen Frust.

Spanien startete gleich dominant, Deutschland hatte dem versierten Kombinationsspiel von La Rojita anfänglich nichts entgegenzusetzen. Schön freigespielt von den Kollegen nutzte Fabian die schlecht postierte und zögerliche DFB-Defensive früh zur verdienten Führung. Der platzierte 18-Meter-Schuss des Mittelfeldspielers vom Carlo-Ancelotti-Club SSC Napoli schlug unhaltbar für Schalkes Torhüter Alexander Nübel ein.

Mit sorgenvoller Miene verfolgte Kuntz am Spielfeldrand, wie sein Team mit den taktisch variablen Spaniern zunächst nicht zurecht kam. Ein halbwegs gefährlicher Schuss von Levin Öztunali, einer von vier 2017er-Europameistern im Aufgebot, gab Sicherheit. Die DFB-Auswahl gestaltete die Begegnung offener, verbuchte sogar eine Drangphase. Gleich vier Eckbälle der Deutschen nacheinander ließen die Verwundbarkeit des Gegners erkennen. Neben hoher individueller Klasse hatten die Südeuropäer aber auch überhartes Spiel im Repertoire. Der ehemalige Frankfurter Jesús Vallejo durfte nach seinem rüden Einsteigen gegen Waldschmidt froh sein, dass er mit Gelb davongekommen war (33.).

„Wir haben glücklicherweise die Kurve bekommen“, sagte Bierhoff in der Pause. Die Kuntz-Kicker drehten mächtig auf. Wie schon im Halbfinale gegen Rumänien dominierten sie in Hälfte zwei. Waldschmidt nach einem Schuss von Nadiem Amiri (47.), aus halblinker Position (53.) und aus der Distanz (59.) schnupperte am 1:1 und seinem achten Treffer. Das wäre der alleinige Rekord vor dem Schweden Marcus Berg gewesen (7). Deutschland drängte und drängte, doch wie aus dem Nichts traf La Rojita. Nübel ließ einen Schuss von Fabian nach vorne abklatschen, Olmo staubte ab. Spanien verpasste das 3:0, der Hoffenheimer Amiri sorgte mit einem abgefälschten Schuss für dramatische Schlussminuten.

„Wir konnten trotzdem viel mitnehmen, obwohl wir nicht gewonnen haben.“

UEFA-U-21-EM

Endspiel

Spanien – Deutschland 2:1 (1:0)

Udine, 25.132 Zuschauer

Torfolge: 7. 1:0 Fabian Ruiz, 69. 2:0 Dani Olmo, 88. 2:1 Amiri

Spanien: Sivera; Martin Aguirregabiria, Unai Nunez, Vallejo, Junior Firpo; Marc Roca, Fabian Ruiz (78. Merino); Dani Olmo, Ceballos, Fornals (72. Mayoral); Oyarzabal (55. Soler)

Deutschland: Nübel; Klostermann, Tah, Baumgartl, Henrichs; Serdar (61. Neuhaus), Maximilian Eggestein (78. Nmecha), Dahoud; Öztunali (72. Richter), Waldschmidt, Amiri

FIFA-Frauen-WM 2019

Viertelfinale

Italien – Niederlande 0:2 (0:0)

Deutschland – Schweden 1:2 (1:1)

Halbfinale

England – USA Dienstag

Lyon, 21 Uhr

Niederlande – Schweden Mittwoch

Lyon, 21 Uhr

Gold Cup 2019

Viertelfinale

Mexiko – Costa Rica 5:4 i. E./1:1 (1:0)

Haiti – Kanada 3:2 (0:2)

Jamaika – Panama Nachtspiel

USA – Curacao heute

Copa America 2019

Viertelfinale

Uruguay – Peru 4:6 i. E./0:0

Halbfinale

Brasilien – Argentinien Mittwoch

Chile – Peru Donnerstag

Afrika-Cup 2019 in Ägypten

Gruppe A

Simbabwe – DR Kongo 0:3 (0:2)

Uganda – Ägypten 0:2 (0:2)

1. Ägypten 2 2 0 0 3:0 6

2. Uganda 2 1 1 0 3:1 4

3. Simbabwe 2 0 1 1 1:2 1

4. DR Kongo 2 0 0 2 0:4 0

Gruppe B

Madagaskar – Nigeria 2:0 (1:0)

Burundi – Guinea 0:2 (0:1)

1. Madagaskar 3 2 1 0 5:2 7

2. Nigeria 3 2 0 1 2:2 6

3. Guinea 3 1 1 1 4:3 4

4. Burundi 3 0 0  3 0:4 0

Gruppe C

1. Algerien 2 2 0 0 3:0 6

2. Senegal 2 1 0 1 2:1 3

3. Kenia 2 1 0 1 3:4 3

4. Tansania 2 0 0 2 2:5 0

Gruppe D

1. Marokko 2 2 0 0 2:0 6

2. Elfenbeinküste 2 1 0 1 1:1 3

 Südafrika 2 1 0 1 1:1 3

4. Namibia 2 0 0 2 0:1 0

Gruppe E

1. Mali 2 1 1 0 5:2 4

2. Tunesien 2 0 2 0 2:2 2

3. Angola 2 0 2 0 1:1 2

4. Mauretanien 2 0 1 1 1:4 1

Gruppe F

Kamerun – Ghana 0:0

Benin – Guinea-Bissau 0:0

1. Kamerun 2 1 1 0 2:0 4

2. Ghana 2 0 2 0 2:2 2

 Benin 2 0 2 0 2:2 2

4. Guinea-Bissau 2 0 1 1 0:2 1