US-Fußball-Ikone Rapinoe schreibt WM-Geschichte

30.06.2019 • 21:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nicht nur sportlich, auch politisch sehr aktiv: US-Fußballerin Megan Rapinoe.afp
Nicht nur sportlich, auch politisch sehr aktiv: US-Fußballerin Megan Rapinoe.afp

Einladung ins Repräsentantenhaus angenommen.

Paris US-Fußballstar Megan Rapinoe hat nach ihrem geschichtsträchtigen Auftritt im Viertelfinale der WM in Frankreich (2:1) eine Einladung der Demokraten in das amerikanische Repräsentantenhaus angenommen. Das berichten US-Medien vor dem Halbfinale des WM-Titelverteidigers am Dienstag gegen England. „Das ist vielleicht nicht das Weiße Haus, aber wir würden uns freuen, Megan Rapinoe und das US-Frauen-Team für eine Tour durch das Repräsentantenhaus zu begrüßen, wann immer sie wollen“, schlug die progressive und aufstrebende Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez von der demokratischen Partei per Twitter vor.

Der doppelte Doppelpack

Am Freitagabend hatten Rapinoe und das US-Team mit Tausenden amerikanischen Fans bei einer Ehrenrunde durch den Prinzenpark in Paris gefeiert. „Wenn junge Spielerinnen ins Team kommen, sage ich ihnen immer, sie sollen sich an Megan wenden, wenn es um große Momente geht. Denn sie verkörpert wie keine andere die Einstellung, niemals aufzugeben“, schwärmte US-Trainerin Jill Ellis. Die USA haben dank der zweimaligen Torschützin einmal mehr Frauenfußball-Geschichte geschrieben. Die 33-Jährige hat bei ihren vier WM-Einsätzen in Frankreich nun fünf Tore erzielt. Rapinoe ist nun die erste Spielerin der WM-Geschichte, der ein Doppelpack in zwei aufeinanderfolgenden K.o.-Spielen gelang.

Video sorgte für Schlagzeilen

Nach dem Einzug ins Viertelfinale hatte Rapinoe für Schlagzeilen gesorgt, als ein Video auftauchte, in dem sie mit einer abschätzigen Äußerung über das Weiße Haus („Ich gehe nicht in das beschissene Weiße Haus“) auch US-Präsident Donald Trump abkanzelte. Die Offensivspielerin bezieht immer wieder politisch Stellung, setzt sich für Minderheiten und gegen Homophobie ein. Vor dem Viertelfinale sagte sie, dass die derzeitige US-Regierung „nicht wie wir denkt und nicht für die gleichen Dinge kämpft, für die wir kämpfen“. Trump lud sie und ihr Team dennoch in den Regierungssitz ein, egal ob das Team gewinnt oder verliert. Es gewann.

Als Fußball-Ikone der Frauenrechtsbewegung in den USA kann Rapinoe ihrem Triumphzug weitere Kapitel hinzufügen. Der Rekord-Weltmeister gehört bei der achten WM zum achten Mal zu den besten vier Teams. Gegen England ist man Favorit, dank Rapinoe.

„Das ist zwar nicht das Weiße Haus, aber wir alle würden uns sehr freuen.“