Ein perfekter Tag

Sport / 01.07.2019 • 21:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Foto mit dem amtierenden Formel-1-Weltmeister: Die beiden Vorarlberger Kimi Karakilic und Dominik Beller mit dem Briten Lewis Hamilton.Noger
Ein Foto mit dem amtierenden Formel-1-Weltmeister: Die beiden Vorarlberger Kimi Karakilic und Dominik Beller mit dem Briten Lewis Hamilton.Noger

Zwei Ländle-Buben als „Future Stars“ in Spielberg – Krimi um Sieg tut Formel 1 gut.

Spielberg Der Krimi von Spielberg ist das beste Gegengift zur diagnostizierten Langeweile in der Formel 1 gewesen. Das Duell der Zukunft zwischen Max Verstappen und Charles Leclerc elektrisiert schon jetzt das Publikum. Der einzige, dafür gewichtige Störfaktor war, dass die Entscheidung in der Grünen Mark erst nach zähen Beratungen der Stewards am grünen Tisch fiel.

Ferrari-Held Leclerc und Sieger Verstappen, beide 21 Jahre alt, sind definitiv die Zukunft der Formel 1. Dass sich der Monegasse im langsameren Auto hartnäckig gegen den Niederländer wehrte, der im orangen Hexenkessel zur Hochform aufgelaufen war, demonstrierte Talent und Willen.

Dass sich die beiden nach Verstappens Überholmanöver in der 69. Runde nichs mehr zu sagen hatten, ist ein Hinweis auf einen Zweikampf zweier potenzieller Champions mit bösem Blut. Das dürfte der Formel 1 wohl auf Jahre hinaus Schlagzeilen liefern. „Ich glaube, wir haben weitere 15, 20 Jahre Rennfahren vor uns“, sagte Verstappen. Gegen Leclerc ist er schon in der Kindheit und Jugend gefahren. 2013 gewann Verstappen in Frankreich als 15-Jähriger die KZ-Kart-Weltmeisterschaft – direkt vor Leclerc.

Bei Verstappen schwebt im Hintergrund das Damoklesschwert der Ausstiegsklausel in seinem Red-Bull-Vertrag. Die könnte jetzt bereits vom Tisch sein, nachdem er mit Red Bull vor der Sommerpause einen Sieg geschafft hat. „Ich weiß, es gibt jede Menge Spekulationen über seinen Vertrag, aber man sollte nicht vergessen, dass wir Red Bull wirklich mögen“, erklärte nach dem Rennen sein Vater Jos Verstappen.

Stimmungstief bei Ferrari

Während also bei Red Bull Jubelstimmung herrschte und Marko weiter vom Ziel spricht, Verstappen zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten zu machen, ist die Stimmungslage bei Ferrari ganz anders. Den Italienern entglitt schon der dritte fast sicher scheinende Sieg heuer, nachdem Leclerc in Bahrain Motorprobleme auf Platz drei zurückgeworfen hatten und Vettel in Kanada nachträglich eine Zeitstrafe für einen Fahrfehler aufgebrummt bekommen hatte. Nicht zuletzt deshalb fühlt sich die Mannschaft von den Stewards ungerecht behandelt.

Zwei Vorarlberg ganz groß

Seit die Grid Girls aus der Formel 1 verbannt wurden, gibt es die „Future Stars“ an der Startlinie, während die Bundeshymne abgespielt wird und die F-1-Fahrer Aufstellung nehmen. Aus allen Bundesländern waren Buben und Mädchen bis 14 Jahre aus der Motorsportszene eingeladen worden. Mit gleich zwei „Grid Kids“ an der Seite von Robert Kubica und Lance Stroll war heuer Vorarlberg in Spielberg vertreten. Dominik Beller aus Meiningen und Kimi Karakilic aus Dornbirn, die beiden neunjährigen Buben, fahren aktuell in der DAI Trophy (Deutschland, Austria und Italien), in der Bambini-Klasse. MNO

„Es gibt Experten, die mehr wissen über die Vertragssituation, als Max und als ich.“

Eine Champagnerdusche für Spielberg-Sieger Max Verstappen.Reuters
Eine Champagnerdusche für Spielberg-Sieger Max Verstappen.Reuters