Wimbledon für Thiem kein grüner Boden

02.07.2019 • 18:06 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem ist wie im Vorjahr bereits in der ersten Runde des Rasenklassikers in Wimbledon ausgeschieden.Reuters
Dominic Thiem ist wie im Vorjahr bereits in der ersten Runde des Rasenklassikers in Wimbledon ausgeschieden.Reuters

ÖTV-Ass mit Viersatzniederlage in Auftaktrunde gegen Sam Querrey.

London Die Rasensaison 2019 von Dominic Thiem hat nur ein Turniermatch bzw. 148 Minuten lang gedauert. Der Niederösterreicher unterlag in Runde eins der 133. All-England-Championships in Wimbledon dem ungesetzten US-Amerikaner Sam Querrey 7:6(4), 6:7(1), 3:6, 0:6 und kassierte damit im sechsten Anlauf die dritte Auftakt-Niederlage beim Tennis-Grand-Slam-Turnier in London. Seinen nächsten Einsatz hat er ab 22. Juli in Hamburg, dann wieder auf seinem geliebten Sand, geplant.

Keine Punkte eingebüßt

Thiem war gegen den gefährlichen Querrey auf einem guten Weg, zwei vergebene Satzbälle im zweiten Durchgang und vor allem das Break gegen sich zum 3:5 im dritten Satz brachten aber die Wende. Danach machte der Weltranglistenvierte gegen einen weiter konzentriert spielenden Gegner kein Game mehr. Auch wirkte Thiem da nicht mehr besonders motiviert, wenn nicht sogar lustlos. Einziger Pluspunkt an der Niederlage ist, dass der in Wimbledon auf Position fünf gereihte Österreicher im Vergleich zu 2018 keine Punkte einbüßt.

Der erste Satz des 2:28-Stunden-Matches verlief für Thiem nach Plan. Er konnte zwar einen Breakball bei 1:1 und deren zwei bei 3:3 nicht nutzen, doch schon allein die Erarbeitung dieser Chancen war positiv. Er retournierte gut, bewegte Querrey, und dieser rettete sich mehrmals nur durch seinen Aufschlag vor einem Break-Rückstand. Aber auch die Serviceleistung Thiems war lange sehr gut, Querrey kam mehr als zweieinhalb Sätze zu keiner einzigen Breakchance.

Zwei Satzbälle zur 2:0-Führung

Einen kleinen Fehler des Weltranglisten-79. im ersten Tiebreak nutzte Thiem für das Mini-Break zum 5:3 und ließ einen starken Aufschlag folgen. Ein Out-Ball Querreys bedeutete die Satzführung, ehe der zweite Durchgang lange ähnlich verlief. Bei 5:4 fand Thiem nach schwächerer Serviceleistung Querreys zwei Satzbälle vor, wobei bei der zweiten Chance auf ein 2:0 in Sätzen ein Rahmenball des 1,98-m-Manns für ihn glücklich vor Thiems Grundlinie fiel.

Im zwei Games später folgenden Tiebreak hatte Thiem den Fokus und die Kontrolle verloren. Ein schnelles Minibreak gegen sich machte er zwar gleich wett, danach aber keinen Punkt mehr. Davon schien sich der zweifache French-Open-Finalist insofern zu erfangen, als es erneut ohne Break bis zum 4:3 für Querrey ging. Im siebten Game des dritten Satzes ließ Thiem seinen sechsten und letzten Breakball per Return aus. Gleich darauf glückte Querrey das entscheidende 5:3. „Ich hatte einen Breakpunkt, und er hat die Rückhand out geschlagen“, sah auch Querrey darin den entscheidenden Ball. „Er hatte eine Reihe von Breakbällen, ich bis dahin nur den einen. Den habe ich genutzt, das ist der Unterschied.“ Weil Thiem Weltranglistenvierter ist, sei der Druck auf dessen Seite gewesen. „Rasen ist nicht sein bester Untergrund, aber er ist trotzdem ein sehr guter Spieler. Mir hat das Eastbourne-Finale eine Menge Selbstvertrauen gegeben“, betonte Querrey.

Auch Thiem sah die Schlüsselszene in der Phase nach dem 4:3 in Satz drei. „Ich habe bis dahin gut und annehmbar gespielt. Dann hatte ich da den Return (bei Breakball Thiem, Anm.) ganz gut am Racket, habe ihn aber nicht verwertet. Da war ich ein bisschen angepisst, und er hat dann seinen ersten Breakball verwertet. Das war hart für mich, und danach hat nicht mehr viel bei mir funktioniert.“ Hatten die Sätze eins und zwei je rund 50 Minuten gedauert, waren die beiden weiteren gemeinsam genauso schnell herum.

Auch Novak ausgeschieden

Wie Thiem ist auch der Niederösterreicher Dennis Novak in der ersten Wimbledon-Runde in vier Sätzen ausgeschieden. Der 25-jährige Qualifikant unterlag dem Ungarn Marton Fucsovics in 2:33 Stunden 6:3, 4:6, 6:7(2), 2:6. Novak wird in der Weltrangliste von Rang 104 zurückfallen, hatte er doch im Vorjahr bei diesem Grand-Slam-Tennisturnier Runde drei erreicht.

„Ich bin mental etwas eingebrochen, als er seine erste Breakchance verwertet hat.“