Das Märchen geht weiter

Sport / 05.07.2019 • 21:41 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wimbledon hat einen neuen Liebling: Die Amerikanerin Cori Gauff, die, im Alter von 15 Jahren im Achtelfinale des Turniers steht.AFP
Wimbledon hat einen neuen Liebling: Die Amerikanerin Cori Gauff, die, im Alter von 15 Jahren im Achtelfinale des Turniers steht.AFP

Die 15-jährige Cori Gauff gewinnt ihr drittes Match im Hauptbewerb und schreibt die Geschichte des Turniers.

London „Cocos“ wundersame Wimbledon-Reise geht weiter: Durch ein sensationelles Comeback hat Tennis-Wunderkind Cori „Coco“ Gauff (15) beim Grand-Slam-Klassiker in London das Achtelfinale erreicht. Die US-Amerikanerin kämpfte sich beim 3:6, 7:6 (9:7), 7:5 gegen Polona Hercog aus Slowenien nach Abwehr von zwei Matchbällen zurück. Daneben bestand auch Titelverteidiger Novak Djokovic den ersten echten Härtetest gegen den starken Polen Hubert Hurkacz mit Bravour.

Supertalent Gauff drehte bei ihrer Premieren-Vorstellung auf dem legendären Centre Court gegen die 13 Jahre ältere Hercog mit einer unwahrscheinlichen Energieleistung die Partie. Beim Stand von 3:5 und 4:5 im zweiten Durchgang vermied sie zweimal nur knapp die Niederlage. Nach letztlich 2:47 Stunden gewann Gauff dann das Match.

„Im Moment bin ich nur froh, dass es vorbei ist. Ich wusste immer, dass ich zurückkommen kann“, sagte Gauff: „Ich bin einfach nur dankbar, dass das Publikum an mich geglaubt hat. Vielleicht wird der Centre Court mein Court.“

In den ersten beiden Runden hatte sie bei ihrer Grand-Slam-Premiere bereits Siege über Venus Williams und die Slowakin Magdalena Rybarikova gefeiert. Nun trifft sie in der Runde der letzten 16 am Montag auf die frühere Weltranglistenerste Simona Halep (Rumänien/Nr. 7). Jünger war beim Vorstoß ins Achtelfinale zuletzt 1991 Jennifer Capriati (USA), die später sogar bis ins Halbfinale kam.

Djokovic musste sich beim 7:5, 6:7 (5:7), 6:1, 6:4 gegen den 22-jährigen Hurkacz derweil mehr quälen, als ihm womöglich lieb war. Exakt drei Stunden lang wurde der im Ranking Führende von der Nummer 48 gefordert. „Glückwunsch an Hubert für ein großartiges Spiel“, sagte Djokovic: „Es war ein großartiger Kampf in den ersten Sätzen. Es hat Spaß gemacht.“

Hurkacz spielte phasenweise spektakulär. Im zweiten Satz erarbeitete er sich mit einem spektakulären Becker-Hecht einen Satzball, im Tiebreak machte er einen wichtigen Punkt beinahe im Spagat. Djokovic war bemüht, die Ballwechsel lange offen zu halten und auf Fehler seines unerfahrenen Gegners zu warten. Das Problem: Diese kamen nicht.

Jedenfalls zunächst nicht, denn ab dem dritten Satz legte der Favorit die berühmte Schippe drauf. Plötzlich ging alles ganz schnell. Hurkacz konnte sein Niveau nicht ganz halten, Djokovic machte kaum noch Fehler.

Sein Finalgegner aus dem Vorjahr, Kevin Anderson, ist dagegen ausgeschieden. Der an Nummer vier gesetzt Südafrikaner unterlag Guido Pella 4:6, 3:6, 6:7 (4:7). Zuletzt hatte der 33-Jährige mit Verletzungsproblemen zu kämpfen.

Oswald im Dauereinsatz

Zu einer Partie, bei welcher drei Österreicher gleichzeitig auf dem Platz stehen, kommt es heute, Samstag, im zweiten Spiel nach 12 Uhr auf Court 16, wenn der Feldkircher Philipp Oswald mit seinem tschechischen Partner Roman Jebavy auf das Österreicher-Doppel mit Oliver Marach und Jürgen Melzer trifft.

Oswald wird danach außerdem noch ein Duell in der Mixed-Konkurrenz bestreiten müssen: Nach seinem 7:5, 6:2-Sieg mit den Australiern Monique Adamczak über Sabrina Santamaria und Kevin Krawietz treffen die beiden im vierten Spiel nach 12.30 Uhr auf Court 15 auf die Tschechin Kveta Peschke und den Niederländer Wesley Koolhof.

Tennis

133. All-England-Championships 2019 in Wimbledon

(Grand Slam, 42,47 Mill. Euro, Rasen)

 Dameneinzel, 3. Runde: Elina Switolina (UKR-8) – Maria Sakkari (GRE-31) 6:3, 6:7(1) ,6:2. Zhang Shuai (CHN) – Caroline Wozniacki (DEN-14) 6:4, 6:2. Karolina Pliskova (CZE-3) – Hsieh Su-wei (TPE-28) 6:3, 2:6, 6:4. Dajana Jastremska (UKR) – Viktorija Golubic (SUI) 7:5, 6:3. Karolina Muchova (CZE) – Anett Kontaveit (EST-20) 7:6(7), 6:3. Simona Halep (ROU-7) – Victoria Asarenka (BLR) 6:3, 6:1. Petra Martic (CRO-24) – Danielle Collins (USA) 6:4, 3:6, 6:4. Cori Gauff (USA) – Polona Hercog (SLO) 3:6, 7:6(7), 7:5.

 Herreneinzel, 3. Runde: Milos Raonic (CAN-15) – Reilly Opelka (USA) 7:6(1), 6:2, 6:1. Roberto Bautista Agut (ESP-23) – Karen Chatschanow (RUS-10) 6:3, 7:6(3), 6:1. Benoit Paire (FRA-28) – Jiri Vesely (CZE) 5:7, 7:6(5), 6:3, 7:6(2). Guido Pella (ARG-26) – Kevin Anderson (RSA-4) 6:4, 6:3, 7:6(4). Novak Djokovic (SRB-1) – Hubert Hurkacz (POL) 7:5, 6:7(5), 6:1, 6:4. Fernando Verdasco (ESP) – Thomas Fabbiano (ITA) 6:4, 7:6(1), 6:4. David Goffin (BEL-21) – Daniil Medwedew (RUS-11) 4:6, 6:2, 3:6, 6:3, 7:5.

 Mixed-Doppel, 1. Runde: Moltschanow/Woskobojewa (UKR/KAZ) – Jürgen Melzer/Pawljutschenkowa (AUT/RUS) 7:6(6), 1:6, 6:4.