Hawaii-Ticket für Steurer

07.07.2019 • 20:52 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Zu den Klängen von Highway to Hell lief Bianca Steurer beim Ironman Austria über die Ziellinie und qualifizierte sich damit für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii.GEPA
Zu den Klängen von Highway to Hell lief Bianca Steurer beim Ironman Austria über die Ziellinie und qualifizierte sich damit für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii.GEPA

32-jährige Schwarzenbergerin musste sich bei Ironman Austria lediglich Favoritin Daniela Ryf beugen.

Klagenfurt „Ich kann es gar nicht glauben. Ich bin einfach nur glücklich und zufrieden, es geschafft zu haben.“ Total ausgepumpt, aber voller Freude genoss Bianca Steurer die letzten Meter zu den Klängen von Highway to Hell beim Ironman Austria in Klagenfurt. Als Gesamtzweite löste die 32-jährige Schwarzenbergerin zudem mit der Top-2-Platzierung das einzige zu holende Startticket für den legendären Ironman Hawaii am 12. Oktober. „Ich hatte eigentlich schon am Morgen ein echt gutes Gefühl. Ich war gut drauf, habe gewusst, was auf mich wartet und habe mir immer und immer wieder während des Rennens gesagt, ich muss diese Chance nutzen“, fasst die Bregenzerwälderin in kurzen Zügen ihre Gedanken während der 226 Rennkilometer, aufgeteilt auf 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen zusammen. „Ich habe meine Saisonplanung auf diesen Wettkampf ausgelegt, war auf den Punkt genau vorbereitet und konnte bis auf die Schwimmstrecke eigentlich mein maximales Leistungspotenzial abrufen.“

Geschlagen geben musste sich die frischgekürte Staatsmeisterin wie erwartet der Schweizerin Daniela Ryf. Die vierfache Weltmeisterin (von 2015-2018 auf der Langdistanz und viermalige 70.3-Weltmeisterin, stellte ihre weltweite Vormachtstellung eindrucksvoll unter Beweis und hätte mit ihrer Siegerzeit von 8:52:20 Stunden den zwölften Platz im Starterfeld der Herren belegt.

Auf Radstrecke vorgerückt

Doch auch Steurer musste sich mit ihrer Endzeit von 9:18:55 Stunden nicht hinter den männlichen Athleten verstecken. Vorarlbergs Paradetriathletin kam als Vierte aus dem Wasser und nahm mit knapp sechs Minuten Rückstand auf die drittplatzierte Kroatin Zeljka Saban Milicic die Radstrecke in Angriff. „Mein Coach hat mir nur zugerufen, dass ich mich ordentlich anhalten kann, um den Rückstand aufzuholen.“ Bei Halbzeit der 180 km langen Radstrecke hatte Steurer bis auf Ryf alle Konkurrenten eingeholt und lag mit knapp zwölf Minuten Rückstand auf die Schweizerin und fünf Minuten Vorsprung auf die zu diesem Zeitpunkt drittplatzierte Schweizerin Michelle Derron ganz klar auf Hawaii-Kurs. „Als ich Derron überholt habe und gemerkt habe, dass sie mein Tempo nicht mithalten kann, war es eigentlich nur noch ein Kopfsache. Ich habe mir immer wieder gesagt, das ich mir diese große Chance nicht mehr nehmen lassen darf. Ich habe zwar immer wieder auf der Strecke die Zwischenzeiten gesehen. Doch ich wollte nicht locker lassen und habe alle Reserven mobilisiert.“

Auf der abschließenden Marathondistanz, bei der drei Runden zu bewältigen waren, hat Steurer dann bei den Wendepunkten realisiert, dass sie kaum mehr zu holen sein wird. „Doch dann sind mir wieder Gedanken gekommen, dass es schon Wettkämpfe gab, in denen Athletinnen auf den letzten Metern regelrecht eingebrochen sind. Ich habe versucht, die Belastung so gut es geht zu dosieren, damit mir so etwas nicht passiert.“ Am Ende betrug der Rückstand auf die Siegerin 26:35 Minuten und der Vorsprung auf die drittplatziere Finnin Heini Hartikainen 35:53 Minuten.

Bei ihren bisherigen Starts beim Ironman Austria belegte die Schwarzenbergerin 2015 den neunten Rang und vor zwei Jahren verfehlte sie als Vierte aufgrund von Magenproblemen auf der Laufstrecke das Podest knapp. Bei ihrer einzigen Hawaii-Teilnahme 2016 steht ein 28. Rang zu Buche.

Reitmayr am Ende Gesamt-Neunter

Nicht ganz so erfolgreich wie für Steurer verlief der Wettkampf für Skinfit-Racing-Teamkollege Paul Reitmayr. Der 34-jährige Dornbirner, so wie Steurer zum dritten Mal in Klagenfurt am Start, musste sich am Ende mit dem neunten Rang zufriedengeben. „Ich bin sozusagen mit wehenden Fahnen untergegangen“, erklärte Reitmayr kurz und bündig. Als Zwölfter nach dem Schwimmen übernahm Reitmayr als Gesamt-7. auf der Radstrecke die Führung in der nationalen Wertung. Doch im Finish der Laufstrecke schoben sich noch Paul Ruttmann und Andreas Giglmayr am Dornbirner vorbei und Reitmayr musste sich als Gesamt-9. mit Bronze in der Staatsmeisterwertung begnügen.

58 Sekunden hinter Reitmayr lieferte der 26-jährige Maximilian Hammerle als Gesamt-10. ein vielsprechendendes Debüt auf der Langdistanz ab. Der Lauteracher überzeugte als ehemaliger Team-Vorarlberg-Fahrer mit einer Topzeit auf der Radstrecke.

„Ich bin überglücklich und möchte allen danken, die zum Erfolg beigetragen haben.“

Paul Reitmayr wurde Gesamt-9. und holte Bronze in der Staatsmeisterwertung.GEPA
Paul Reitmayr wurde Gesamt-9. und holte Bronze in der Staatsmeisterwertung.GEPA

Triathlon

Ironman Austria 1019 in Klagenfurt

Profiklasse, Damen

1. Daniela Ryf SUI) 8:52:20 Std.

2. Bianca Steurer (AUT) 9:18:55

3. Heini Hartikainen (FIN) 9:44:48

4. Frankie Sanjana (GBR) 9:50:51

5. Zeljka Saban Milicic (CRO) 10:06:31

6. Michelle Derron (SUI) 10:20:15

Wertung ÖTRV-Staatsmeisterschaft

1. Bianca Steurer (Tri Dornbirn)  9:18:55

2. Jaqueline Kallina (St)  9:56:36

3. Barbara Gerngroß (NÖ) 9:57:13

Profiklasse, Herren

1. Daniel Baekkegard (DEN) 8:14:26

2. Stenn Goetstouwers, (BEL) 8:25:53

3. David Plese (SLO) 8:25:59

4. Lukasz Wojt (GER) 8:27:29

5. Michael Ruenz GER) 8:28:32

6. Paul Ruttmann (AUT) 8:36:06

7. Andreas Giglmayr (AUT) 8:38:17

8. Ivan Rana (ESP) 8:44:03

9. Paul Reitmayr (AUT) 8:45:38

10. Maximilian Hammerle (AUT) 8:46:36

Wertung ÖTRV-Staatsmeisterschaft

1. Paul Ruttmann (OÖ) 8:36:06

2. Andreas Giglmayr (S) 8:38:17

3. Paul Reitmayr (Tri Dornbirn) 8:45:38

4. Maximilian Hammerle (Tri Dornbirn) 8:46:36

Erklärung: Die Platzierungen der Vorarlberger in den verschiedenen Altersklassen können erst nach der Bekanntgabe veröffentlicht werden.