Konzern-Boss Rorsted warnt vor „Übersättigung“ von Fans

Sport / 07.07.2019 • 19:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zu viel Fußball. Adidas-Chef Kasper Rorsted sieht Übersättigung.reuters
Zu viel Fußball. Adidas-Chef Kasper Rorsted sieht Übersättigung.reuters

Adidas-Chef wünscht sich mehr Handball, Biathlon und Tennis im TV.

Berlin Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender des deutschen Sportartikelkonzerns Adidas, hat vor einer Übersättigung der Fußball-Fans gewarnt. „Ich bin Fußballliebhaber, aber nach einer sehr langen Saison hat man irgendwann einen Punkt erreicht, an dem man sich eine Pause wünscht“, sagte Rorsted der „Welt am Sonntag“.

So habe er sich das Finale der Nations League nicht angesehen. „Irgendwann ist man übersättigt. Das geht vielen Fußballfans so.“ Es wäre besser für den Sport, wenn mehr Handball, Biathlon oder Tennis im Fernsehen übertragen würde als Spiele der dritten Fußballliga. „Auch wenn es für unser Geschäft umgekehrt vielleicht sogar besser wäre“, meinte der Däne. Damit deutsche Vereine bei der Verpflichtung teurer Stars mit der internationalen Konkurrenz aus England und Spanien mithalten können, rät der 57-Jährige zu einer Aufhebung der sogenannten 50+1-Regel. Damit könnten Investoren Mehrheitsbeteiligungen an Fußballclubs erwerben. „Das wäre ein besserer Weg, um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen.“

Rorsted kauft keinen Klub

Sollte die 50+1-Regel fallen, würde Adidas keinen Fußballclub kaufen. „Wir sind ein Sponsor, kein Fußballverein. Als Firma ist es wichtig zu wissen, was unsere Kernkompetenz ist“, sagte Rorsted. Er traue sich nicht zu, einen Fußballverein gut zu führen.