Messi sieht Rot

07.07.2019 • 17:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rote Karte, Tumulte auf dem Spielfeld und Lionel Messi mittendrin. Argentiniens Kapitän sprach danach von Korruption.reuters
Rote Karte, Tumulte auf dem Spielfeld und Lionel Messi mittendrin. Argentiniens Kapitän sprach danach von Korruption.reuters

Fünffacher Weltfußballer boykottierte danach Siegeszeremonie bei Copa America.

Sao Paolo Argentinien hat in einem hitzigen Duell mit Chile den dritten Platz bei der Copa America erobert. Beim 2:1-Sieg der „Albiceleste“ wurde Superstar Lionel Messi nach einem Disput mit Chiles Gary Medel in der ersten Spielhälfte mit Rot vom Platz geschickt. Die Argentinier hatten zuvor durch Sergio Aguero (12.) und Paulo Dybala (22.) getroffen. Arturo Vidal (59.) konnte per Elfer noch verkürzen.

Die Partie in der Arena Corinthians von Sao Paulo hatte es von Beginn an in sich. Nach einem Foul an Messi reagierte der Barcelona-Stürmer schnell, sein Pass auf Aguero überraschte die Chilenen, der Angreifer von Manchester City agierte vor dem Tor souverän. Dybala legte nach einem weiteren Pass in die Tiefe mit einem Lupfer ins lange Eck nach. Bei den Chilenen fehlte da bereits Stürmer Alexis Sanchez, der nach einer Viertelstunde aufgrund einer Muskelblessur ausgetauscht wurde.

Rarität „Rote Karte“

Die Szene der Partie ereignete sich in der 37. Minute. Messi schubste Medel nach einem Laufduell, Chiles Kapitän revanchierte sich mit einigen Remplern. Schiedsrichter Mario Diaz de Vivar zückte zweimal die Rote Karte, was zu Tumulten auf dem Spielfeld führte. Der Paraguayer hielt auch nach VAR-Studium daran fest. Für Messi war es die zweite Rote Karte seiner Karriere. Die erste hatte er bei seinem Teamdebüt in Ungarn 2005 kassiert. Chile kam nach Seitenwechsel durch einen von Vidal verwandelten Foul-Elfmeter noch einmal heran. Der Strafstoß wurde nach Videoanalyse gegeben. Die Argentinier ließen sich dadurch aber nicht verunsichern und vergaben ihrerseits noch Chancen auf einen dritten Treffer

Vorwurf der Korruption

Nach dem Match hatte Messi die Organisatoren der Südamerikameisterschaft scharf angegriffen. „Wir sollten an dieser Korruption nicht teilnehmen. Wir haben die Nase voll (…) von der Korruption, den Schiedsrichtern und alles, was das Spektakel verdirbt“, sagte Messi. „Es gab einen Mangel an Respekt uns gegenüber bei dieser Copa America“, meinte der 32-Jährige nach dem 2:1-Erfolg im Spiel um Platz drei am Samstagabend gegen Chile. Argentiniens Kapitän boykottierte auch die Medaillenzeremonie. „Wir hätten besser sein können, aber sie haben uns nicht ins Finale kommen lassen. Korruption und die Schiedsrichter lassen die Fans nicht den Fußball genießen. Das ruiniert den Fußball“, meinte der aufgebrachte Messi. Bereits nach der 0:2-Halbfinal-Niederlage gegen Gastgeber Brasilien hatte sich der Star des FC Barcelona über Ungerechtigkeiten beschwert. „Ich zahle vielleicht den Preis für meine Kritik.“

Der südamerikanische Verband CONMEBOL reagierte mit einem offiziellen Statement, in dem von „inakzeptablen“ und „unbegründeten Anschuldigungen“ die Rede ist. „Im Fußball verliert man und gewinnt man manchmal. Einer der Grundpfeiler des Fair Play ist es, die Ergebnisse und die Schiedsrichterentscheidungen mit Respekt zu akzeptieren“, hieß es in der Erklärung.

„Wir hätten besser sein können, aber sie haben uns nicht ins Finale kommen lasssen. “