Es geht auch ohne Neymar

08.07.2019 • 17:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Brasiliens Nationalmannschaft bejubelt ausgelassen vor heimischer Kulisse den Finalsieg bei der Südamerikameisterschaft.afp
Brasiliens Nationalmannschaft bejubelt ausgelassen vor heimischer Kulisse den Finalsieg bei der Südamerikameisterschaft.afp

Die SeleÇao schlägt Peru mit 3:1 und sichert sich den neunten Copa-America-Titel.

Rio de Janeiro Erstmals seit 2007 darf Brasilien wieder über einen Titel bei einem Großereignis jubeln. Die Mannschaft von Trainer Tite gewann gegen Außenseiter Peru auch das zweite Aufeinandertreffen des Turniers, nachdem Peru bereits in der Gruppenphase mit 5:0 bezwungen werden konnte.

Teamwork statt Superstar

Die Brasilianer feierten ihren ersten Titel nach einer Durststrecke von zwölf Jahren jedoch ohne ihren Superstar Neymar. Der 27-Jährige Stürmer von Paris Saint-Germain konnte das Turnier aufgrund einer Verletzung nur von der Ehrentribüne mitverfolgen. „Neymar ist außergewöhnlich“, so Brasiliens Nationaltrainer Tite, aber „mit unserem Teamwork sind wir stark geblieben“.

Das Fehlen des Superstars machte sich nicht wirklich bemerkbar.Sein Ersatzmann Everton nutzte bereits die erste Großchance und brachte Brasilien in der 15. Minute in Führung. Paolo Guerrero erzielte in der 44. Minute durch einen nach VAR-Überprüfung gegebenen Elfmeter überraschend den zwischenzeitlichen Ausgleich. Dieser bedeutete zugleich das Ende einer Serie von Brasiliens Torhüter Alisson (FC Liverpool: Er blieb zuletzt neun Spiele in Folge ohne Gegentor. Die Freude über den Ausgleich währte durch den erneuten Führungstreffer von Gabriel Jesus (45./+3) jedoch nur sehr kurz. Obwohl Peru ab der 70. Minute in Überzahl spielte – Torschütze Jesus sah nach einem Ellbogencheck Gelb-Rot und musste das Spielfeld unter Tränen verlassen – änderte sich nicht mehr viel am Spielgeschehen. Der eingewechselte Richarlison machte kurz vor Ende den Deckel drauf und erzielte per Elfmeter das 3:1 (90.).

40. Karrieretitel

„Heute bin ich wirklich zum Natio­naltrainer geworden“, so Tite, der voller Ehrfucht vom Titelgewinn vor den heimischen Fans im berühmten Maracana-Stadion sprach. Auch für den erfahrenen Kapitän Dani Alves (36) bedeutet der Triumph viel. „Es ist etwas sehr Besonderes, weil wir gemeinsam etwas aufgebaut haben“, meinte der Kapitän der Seleçao, welcher bereits seinen 40. Karrieretitel feiern konnte.

Perus Nationaltrainer Ricardo Gareca zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden: „Wir hatten einen sehr effektiven Gegner. Ich glaube, wir haben uns gut geschlagen, trotz der Niederlage. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Die nächste Chance, den Titel zu verteidigen, bietet sich für die Brasilianer bereits im nächsten Jahr, wenn das Turnier von Kolumbien und Argentinien ausgerichtet wird.