Der Fußball soll fairer werden

Sport / 11.07.2019 • 21:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In der Vergangenheit mussten sich Schiedsrichter wie der Vorarlberger Robert Schörgenhofer oft vor den Spielern bezüglich ihrer Entscheidungen rechtfertigen. Neue Regeländerungen der FIFA sollen den Referees nun helfen.gepa
In der Vergangenheit mussten sich Schiedsrichter wie der Vorarlberger Robert Schörgenhofer oft vor den Spielern bezüglich ihrer Entscheidungen rechtfertigen. Neue Regeländerungen der FIFA sollen den Referees nun helfen.gepa

In der neuen Saison greifen auch auf Österreichs Fußballplätzen die Regeländerungen der FIFA.

schwarzach In vielen internationalen Ligen war der Videobeweis das große Gesprächsthema in der abgelaufenen Saison. Doch auch auf Österreichs Fußballplätzen gab es oftmals viel Uneinigkeit über die Auslegung von diversen Entscheidungen der Schiedsrichter. Allen voran die Auslegung beim Handspiel. Deshalb sah sich das IFAB (International Football Association Board) gezwungen, Regeländerungen zu beschließen, die den Interpretationsspielraum für Schiedsrichter bei Handspiel verkleinern sollen. Dazu kamen aber auch noch einige kleine, aber feine Änderungen hinzu, die den Fußball in Zulunft fairer gestalten sollen.

Handspiel: Jedes Tor, das mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, ist irregulär – ob Absicht vorliegt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auch wenn ein Spieler mit der Hand oder dem Arm in Ballbesitz gelangt und sich dadurch einen klaren Vorteil verschafft – also beispielsweise anschließend ein Tor erzielt – soll dies in jedem Fall geahndet werden. Unabhängig von der Absicht liegt ebenso in der Regel ein Vergehen vor, wenn der Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert – etwa bei Armhaltung über Schulterhöhe. Es ist in der Regel kein Handspiel, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines anderen Spielers an die Hand oder den Arm springt oder der Spieler sich im Fallen abstützt.

Trainer: In Zukunft können auch Trainer und andere Offizielle genau wie die Spieler mit einer Gelben oder Roten Karte bestraft werden. Kann der Schuldige nicht ausgemacht werden, erhält automatisch der Chef-Trainer die Verwarnung bzw. den Innenraumverweis.

Münzwurf: Bislang durfte der Gewinner des Münzwurfs die Seite auswählen, von der seine Mannschaft spielen wollte. Nun darf der Gewinner zwischen Seitenwahl und Anstoß wählen.

Auswechslung: Um Zeitspiel zu verhindern, muss der ausgewechselte Spieler fortan das Feld an der nächstmöglichen Linie verlassen – das kann Torlinie oder Seitenauslinie sein. Das Abklatschen mit dem Einwechselspieler in Höhe der Mittellinie wird damit immer seltener.

Mauer: Bei einem Freistoß in Tornähe dürfen sich die Spieler der ausführenden Mannschaft nicht mehr in die Mauer stellen. Sie müssen zumindest einen Meter Abstand zur Mauer halten. Vorausgesetzt: Diese besteht aus mindestens drei oder mehr Abwehrspielern.

Strafstoß: Der Torhüter muss beim Strafstoß bzw. Elfmeter künftig nur noch mit einem Fuß auf Höhe der Torlinie stehen, nicht mehr mit beiden Füßen.

Abstoß/Freistoß: Bisher musste der Ball immer erst den Strafraum verlassen, ehe er von einem Mitspieler berührt werden durfte. Jetzt dürfen Mitspieler ihn auch im Strafraum annehmen. Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Gegenspieler dürfen allerdings erst außerhalb des Strafraums an den Ball.

Freistoß: Freistöße dürfen auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter noch eine Gelbe oder Rote Karte zeigen will. Die Verwarnung kann er bei der nächsten Spielunterbrechung nachholen, um eine mögliche Torchance nicht zu verhindern.

Schiedsrichter: Der Schiedsrichter ist künftig nicht mehr „Luft“. Bislang lief die Partie einfach weiter, wenn der Unparteiische vom Ball getroffen wurde. Fortan gilt: Wird er angeschossen und ändert damit die Spielrichtung bzw. den Ballbesitz oder geht der Ball dadurch sogar ins Tor, gibt es Schiedsrichter-Ball.

Schiedsrichter-Ball: Es erhält künftig jenes Team den Ball vom Schiedsrichter, das zuletzt in Ballbesitz war.