Mit Kurzarbeit ins Finale

11.07.2019 • 19:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Serena Williams gewann vor 17 Jahren zum ersten Mal den Titel in Wimbledon. Im Endspiel am Samstag wartet Simona Halep.ap, APA
Serena Williams gewann vor 17 Jahren zum ersten Mal den Titel in Wimbledon. Im Endspiel am Samstag wartet Simona Halep.ap, APA

Serena Williams und Simona Halep treffen im Endspiel in Wimbledon aufeinander.

London Nur noch ein Sieg fehlt zum Grand-Slam-Rekord, die Tennis-Queen greift erneut nach ihrer Krone: Serena Williams hat in Wimbledon wie im Vorjahr das Finale erreicht. In nur 59 Minuten bezwang die US-Amerikanerin die ungesetzte Tschechin Barbora Strycova 6:1, 6:2 und machte damit ihre elfte Endspiel-Teilnahme in London perfekt. Ihre Gegnerin ist dort am Samstag die Rumänin Simona Halep.

Rekorde locken

Bei einem Erfolg würde Williams durch ihren dann 24. Major-Titel mit der Australierin Margaret Court gleichziehen. Es wäre zudem der erste seit der Geburt ihrer Tochter 2017. Einen anderen Rekord hat Williams dagegen bereits sicher. Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist sie nunmehr die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis. Bislang wurde die Bestmarke von der großen Martina Navratilova gehalten, die 1994 in Wimbledon exakt 33 Tage jünger war.

Von Rekorden wollte sie aber nichts wissen: „Es geht nicht um 24 oder 23 oder 25“, behauptete die US-Amerikanerin. „Egal, was ich mache, ich werde immer eine großartige Karriere haben.“

Williams machte gegen Strycova von Beginn an einen konzentrierten Eindruck, verzog kaum eine Miene und platzierte mit energischer Präzision ihre Schläge. Die bisherigen drei Duelle mit der Weltranglisten-54. hatte sie ausnahmslos glatt in zwei Sätzen gewonnen, auch diesmal marschierte sie mit zwei Breaks in nur 27 Minuten zum Gewinn des ersten Satzes.

Strycova (33) hatte in ihrer Halbfinal-Premiere bei einem der vier Majors der Wucht von Williams kaum etwas entgegenzusetzen. Insgesamt blieb das Match deshalb eine einseitige Angelegenheit. Ein kraftvoller Return sicherte Williams im zweiten Satz das Break zum 3:2, nach nicht einmal einer Stunde stand ihr nächster Finaleinzug fest. Im vergangenen Jahr hatte sie im Endspiel gegen die Kielerin Angelique Kerber verloren, genauso anschließend bei den US Open gegen die Japanerin Naomi Osaka.

Unmittelbar vor Williams‘ Sieg hatte sich Halep gegen die Ukrainerin Jelena Switolina 6:1, 6:3 durchgesetzt und spielt nun um ihren zweiten Major-Titel nach dem French-Open-Sieg 2018. „Das ist ein großartiges Gefühl. Es ist einer der schönsten Momente meines Lebens“, sagte Halep anschließend. „Es war nicht so einfach, wie das Ergebnis vermuten lässt.“

Richtige Taktik gewählt

Das Duell mit Switolina war von Beginn an geprägt von langen Grundlinienduellen. Den ersten Satz gewann Halep praktisch ohne einen echten Netzangriff. Doch auch so diktierte sie zumeist das Geschehen, Switolina versuchte aus der Defensive heraus zu kontern. „Ich musste in jedem Ballwechsel lange kämpfen. Aber ich denke, ich habe die richtige Taktik gewählt“, sagte Halep.

Für die 27-Jährige ist es nun die fünfte Endspiel-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier und die erste in Wimbledon. Dort hatte sie bei ihrem besten Abschneiden 2014 im Halbfinale gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard verloren. Nicht allzu vielversprechend ist auch ihre Bilanz gegen Williams. Von bislang zehn Duellen hat sie nur eines gewinnen können.

„Ich habe gelernt, dass ich eine Chance gegen Serena Williams habe.“

Tennis

Wimbledon Grand Slam, 42,47 Mill. Euro

Damen, Halbfinale Halep (ROU/7) – Switolina (UKR/8) 6:1, 6:3, Serena Williams (USA/11) – Strycova (CZE) 6:1, 6:2. Finale (Samstag): Halep – Williams

Herren, Halbfinale (heute) Djokovic – Bautista Agut, Nadal – Federer

Herren, Doppel, Halbfinale Mahut/Roger-Vasselin (FRA) – Dodig/Polasek (CRO/SVK) 6:2, 7:6(7), 7:6(2)

Mixed, Doppel, Viertelfinale Kveta Peschke/Wesley Koolhof (CZE/NED) – Laura Siegemund/Artem Sitak (GER/NZL) 6:1, 6:2