„Ich bin in besten Händen“

12.07.2019 • 19:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Marco Rossi wird von Personalcoach Maximilian Cavada im Sommertraining auf Vordermann gebracht.ko
Marco Rossi wird von Personalcoach Maximilian Cavada im Sommertraining auf Vordermann gebracht.ko

Eishockeytalent Marco Rossi arbeitet mit Maximilian Cavada für seine Draft-Saison.

Göfis Man hält große Stücke im nordamerikanischen Eishockey auf Marco Rossi. Nach einer starken Rookie-Saison für die Ottawa 67‘s ist er nicht nur auf You Tube mit einem neuen Highlight-Video seiner besten Szenen aus der Ontario Hockey League präsent und für die Medien ein begehrter Gesprächspartner. Auch alle Scouts der NHL-Klubs haben vor dem nächsten Draft 2020 das Vorarlberger Eishockeytalent in den Notizblöcken, die Prognosen für die Talentewahl im nächsten Juni in Montreal sehen den Stürmer als Kandidaten für die erste Runde. Das Spielerprofil des 17-Jährigen wurde auf der Plattform Elite Prospects bereits knapp 150.000 Mal angeklickt.

Ruhe bewahren, am Boden bleiben

Marco selbst versucht – und das ziemlich unaufgeregt – all dem gerecht zu werden. „Ich weiß, dass in der kommenden Saison viel Druck auf mich zukommen wird. Ich muss versuchen, Ruhe zu bewahren, auf dem Boden zu bleiben.“ Unter der Aufsicht von Maximilian Cavada steht die Vorbereitung auf das wichtige Draft-Jahr nach dem Motto „der Meister wird im Sommer gemacht“. „Grundsätzlich schauen wir, Ausdauer, Kraft und Koordination unter einen Hut zu bekommen“, erzählt der Personaltrainer, der in seinem Fitnesszentrum in Göfis auch mit anderen jungen Sportlern aus den Bereichen Ski, Golf, Klettern oder Motorsport arbeitet. „Kraft hat Marco eigentlich genug. Wir versuchen koordinative Verbesserungen zu erreichen, an der Balance und der Agilität zu arbeiten. Koordinative Ausbildung ist in seinem Alter besonders wichtig.“ Zwei Einheiten stehen täglich auf dem Programm, eine intensive vormittags, eine „etwas lockere“ am Nachmittag. „Wir versuchen verschiedene Reize zu setzen“, sagt Cavada. „Eishockey ist ein dynamischer Sport, für das Training müssen beim Sportler die genauen Bedürfnisse erhoben, analysiert und individuell abgestimmt werden.“ Der Tagesplan ist exakt strukturiert, sind Beratungen mit Toni Mathis über das allgemeine Wohlbefinden ebenso inkludiert wie physiotherapeutische Maßnahmen, Massagen oder Ruhezeiten. „Ich bin bei Max in besten Händen“, weiß Rossi.

Ein Schwerpunkt wird auch im Bereich der Ernährung gesetzt. Nachdem bestehende Allergien ausgetestet wurden, ist bei Marco Fisch als Mahlzeit gestrichen. Ernährungsberaterin Laura Gertschnig hat im Menüplan 4000 Kalorien pro Tag, aufgeteilt auf bis zu sechs Portionen, vorgesehen. „Viel Gemüse und viel Obst sollten dabei sein“, vor allem frische Lebensmittel werden von Gertschnig empfohlen. Verpönt sind, so die Expertin, Fast Food und Fertiggerichte. Am Sonntag darf ihr Schützling ein Menü nach Lust und Laune wählen, „da ist auch ein Schnitzel erlaubt“.

Drei intensive Wochen

Zwei Wochen stand Rossi bei seinem Klub in Ottawa zuletzt auf dem Prüfstand. In Florida wurde anschließend auf dem Eis an Stärken und Schwächen gefeilt, auf der Skatemill, dem Eislaufsimulator, unter der Aufsicht des ehemaligen Salzburg-Coachs Yanick Dube gearbeitet. Unlimited Sports Management (USM), die Agentur von Rossi, organisierte Mentorshiptage, an denen mit anderen Talenten aus der ganzen Welt das Persönlichkeitsprofil geschärft wurde. In Vorbereitung auf das Profileben standen Interviewschulungen, der Draft oder Umgang mit Finanzen als Themen an, der ehemalige NHL-Star Alex Tanguay plauderte vor den Jungstars aus der Schule.

Die Draft-Show verfolgte Rossi am Fernseher. „So etwas zu sehen gibt eine Extramotivation.“ Der Deutsche Moritz Seider, den er bereits länger kennt, wurde als Nummer sechs von Detroit gezogen. „Moritz wurde selbst überrascht, er war auf 15 bis 20 eingestellt.“ Und apropos eingestellt: Die Agentur USM hat für den Draft 2020 schon Hotelzimmer in Montreal für die Familie Rossi vorgebucht. „Wir werden zwischen sieben bis zehn Personen sein“, verrät Vater Michael.