„Französische Allianz“ macht Hoffnung

Sport / 14.07.2019 • 20:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Daryl Impey sorgte für den ersten südafrikanischen Etappensieg seit über zwölf Jahren.Ap
Daryl Impey sorgte für den ersten südafrikanischen Etappensieg seit über zwölf Jahren.Ap

Julian Alaphilippe verteidigte die Gesamtführung, Pöstlberger auf Etappen-Platz 13.

Brioude Publikumsliebling Julian Alaphilippe ist zurück im Gelben Trikot, Mitfavorit Thibaut Pinot nimmt Kurs auf den ganz großen Wurf: Bei der 106. Tour de France sind die Gastgeber pünktlich zum französischen Nationalfeiertag gestern ins Rampenlicht gefahren. Nun wird vom ersten Tour-Gesamtsieg seit 34 Jahren geträumt.

Am Samstag hatten der angriffslustige Alaphilippe und Landsmann Pinot den weiteren Favoriten auf der hügeligen Etappe einige Zeit abgenommen. „Die französische Allianz. Sie haben dem französischen Radsport Ehre erwiesen“, schrieb die Sport-Tageszeitung „L‘Equipe“. Auch der gestrige Sieg des Südafrikaners Daryl Impey in Brioude konnte die französische Party nicht stoppen, zahlreiche Zuschauer feierten auf den Straßen wieder einmal nur Alaphilippe. Der 27-Jährige vom Team Deceuninck Quick-Step startet auch heute im Gelben Trikot.

Nach einem kräftezehrenden Samstag ließen die Teams am Sonntag eine Fluchtgruppe davonziehen, die sich schnell einen Vorsprung von zehn Minuten herausfuhr. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel löste die Gruppe sich aber auf, Lukas Pöstlberger riskierte ein Solo, wurde aber am Schlussanstieg eingeholt und musste sich mit Rang 13 begnügen. Stattdessen siegte Impey im Sprint vor Tiesj Benoot und Jan Tratnik.

Schwere Verletzung

Überschattet wurde die Etappe vom Sturz des Italieners Alessandro de Marchi. Der CCC-Fahrer kam bereits zehn Kilometer nach dem Start zu Fall und blieb zunächst regungslos liegen. De Marchi wurde anschließend abtransportiert und zog sich nach ersten Angaben seines Teams Risswunden im Gesicht zu.

Der zehnte Tagesabschnitt der Frankreich-Rundfahrt führt heute über 217,5 Kilometer von Saint-Flour nach Albi. Dort wartet am Dienstag dann der erste Ruhetag auf die Profis.

Thema wurde die Tour de France auch in der Politik: Mitglieder des französischen Parlaments fordern die Aufnahme des wichtigsten Radrennens der Welt in die UNESCO-Liste für immaterielles Kulturerbe. „Die Tour de France ist mehr als ein nationales Emblem. Sie ist ein globaler Mythos“, sagte Parlamentsmitglied Philippe Folliot. Seine Forderung wurde von 54 Politikern unterzeichnet.

„Die Tour de France ist mehr als ein nationales Emblem. Sie ist ein globaler Mythos.“

Radsport

8. Etappe, Macon/Saint-Etienne (200 km): 1. Thomas de Gendt (BEL) Lotto 5:00:17 Std., 2. Thibaut Pinot (FRA) Groupama + 6 Sek., 3. Julian Alaphilippe (FRA) Deceuninck gleiche Zeit, 4. Michael Matthews (AUS) Sunweb 26, 5. Peter Sagan (SVK) Bora, 11. Patrick Konrad (AUT) Bora alle gleiche Zeit, 24. Giulio Ciccone (ITA) Trek gleiche Zeit, 64. Gregor Mühlberger (AUT) Bora 8:12 Min., 105. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora 19:43, 127. Marco Haller (AUT) Katjuscha 23:47

9. Etappe, Saint-Etienne/Brioude (170,5 km): 1. Daryl Impey (RSA) Mitchelton-Scott 4:03:12 Stunden, 2. Tiesj Benoot (BEL) Lotto Soudal gleiche Zeit, 3. Jan Tratnik (SLO) Bahrain-Merida +10 Sekunden, 4. Oliver Naesen (BEL) AG2R Mondiale, 5. Jasper Stuyven (BEL) Trek-Seg­afredo gleiche Zeit, 13. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora-Hansgrohe 5:26, 26. Gregor Mühlberger (AUT) Bora-Hansgrohe 16:25, 30. Giulio Ciccone (ITA) Trek-Segafredo, 35. Julian Alaphilippe (FRA) Deceuninck-Quick-Step, 36. Thibaut Pinot (FRA) Groupama-FDJ, 45. Patrick Konrad (AUT) Bora-Hansgrohe alle gleiche Zeit, 164. Marco Haller (AUT) Katjuscha Alpecin 21:22

Gesamtwertung: 1. Alaphilippe 38:37:36 Std., 2. Ciccone +23 Sek., 3. Pinot 53, 4. George Bennett (AUS) Jumbo-Visma 1:10 Min., 5. Geraint Thomas (GBR) Ineos 1:12, 6. Egan Bernal (COL) Ineos 1:16, 7. Steven Kruijswijk (NED) Jumbo-Visma 1:27, 8. Rigoberto Uran (COL) Education First 1:38, 20. Konrad 2:46, 52. Mühlberger 26:21, 113. Pöstlberger 1:07:39 Std., 152. Haller 1:24:22