Wiesberger mit starken Nerven

Sport / 14.07.2019 • 23:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sieg in der dritten „Verlängerung“: Benjamin Hebert (l.) gratuliert Bernd Wiesberger zum Sieg bei den Scottish Open.reuters
Sieg in der dritten „Verlängerung“: Benjamin Hebert (l.) gratuliert Bernd Wiesberger zum Sieg bei den Scottish Open.reuters

Golfprofi setzte sich bei den Scottish Open am dritten Extraloch durch.

North Berwick Bernd Wiesberger hat seine Topform mit seinem sechsten Turniersieg auf der Golf-European-Tour unterstrichen. Der 33-jährige Burgenländer gewann die mit mehr als sechs Millionen Euro dotierten Scottish Open in North Berwick und holte nach Farsö seinen zweiten Titel in dieser Saison. Die Entscheidung fiel erst am dritten Extraloch des Stechens im Duell mit dem Franzosen Benjamin Hebert.

„Ich hätte gerne schon alles früher entschieden, aber manchmal muss man sich eben durchkämpfen. Ich bin sehr dankbar, wie es dann zu Ende gegangen ist“, gab Wiesberger zu Protokoll. Seine Freude war dementsprechend groß. „Es ist sehr toll, hier am Ende eines sehr langen Tages mit der Trophäe zu stehen.“

22 Schläge unter Par

Der 32-jährige Hebert spielte auf der Schlussrunde groß auf und machte dabei gleich sieben Schläge auf den seit der zweiten Runde führenden Wiesberger gut. Der spielte auf dem Par-71-Kurs mit einer 69 die deutlich schlechteste Runde im Turnierverlauf, was aber trotzdem für die „Verlängerung“ reichte. Zu der kam es nur, da dem Burgenländer auf dem 17. Loch ein Bogey, das zweite auf der letzten Runde, unterlief. Dem standen vier Birdies gegenüber. Er schloss wie Hebert bei 22 unter Par ab.

Im Stechen hatte Hebert zweimal die Chance, den Sack zuzumachen, auf dem Weg zu seinem ersten European-Tour-Titel machten ihm aber scheinbar die Nerven einen Strich durch die Rechnung. Der mit der größeren Erfahrung in solchen Situationen ausgestattete Wiesberger führte im dritten Extra-Anlauf auf der 18 schließlich die Entscheidung herbei.

Mit 1,034 Millionen Euro sicherte sich der Weltranglisten-83. den größten Siegerscheck seiner bisherigen Karriere. Für seine zuvor wertvollsten Erfolge bei den Open de France 2015 sowie beim Made in Denmark in Farsö Ende Mai 2019 hatte er mit je 500.000 Euro nur halb so viel Geld bekommen. Titel hatte er zuvor auch schon bei den Ballantine‘s Championship Incheon 2012, Lyoness Open Atzenbrugg 2012 sowie Shenzhen International 2017 geholt.

Doch nicht nur aus finanzieller Sicht war der erste Titel bei einem Rolex-Series-Event für den Oberwarter besonders. Am Freitag hatte er mit einer 61 einen neuen Platzrekord bei den Scottish Open markiert und am Samstag mit 20 unter Par eine neue historische Turnier-Bestmarke nach drei Runden folgen lassen. Wiesberger selbst schaffte in seiner gesamten Karriere zum ersten Mal so ein gutes Score vor dem Schlusstag. Er trat in Schottland die Nachfolge von Brandon Stone an, der sich 2018 den Pokal gesichert hatte.

Führung im „Race to Dubai“

Zudem übernahm Wiesberger die Führung im „Race to Dubai“, wo der beste Spieler der Saison gekürt wird.“ Wenn man bedenkt, in welchen Situationen ich letztes Jahr war, wo ich nicht gewusst habe, was als Nächstes passiert, dann schmeckt der Erfolg noch viel süßer.Nächste Woche wartet bei den Open Championship in Nordirland bereits die nächste Herausforderung auf das ÖGV-Ass, das dabei zum 241. Mal auf der European Tour antritt.

Golf

Scottish Open in North Berwick/Großbritannien (7,0 Mill. US-Dollar, Par 71):

Endstand nach 4 Runden: 1. Bernd Wiesberger (AUT) 262 Schläge. Stechen über 3 Löcher (67/61/65/69), 2. Benjamin Hebert (FRA) 262 (67/67/66/62), 3. Romain Langasque (FRA) 264 (65/67/65/67), 4. ex aequo Nino Bertasio (ITA) 265 (63/67/67/68), Andrew Johnston (ENG) 265 (69/65/69/62), Andrea Pavan (ITA) 265 (68/69/62/66), Andrew Putnam (USA) 265 (69/67/65/64) und Henrik Stenson (SWE) 265 (65/65/69/66)