Ein Ire krönt sich zum König

Sport / 21.07.2019 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Ire Shane Lowry feiert mit dem Sieg bei den 148. British Open den größten Erfolg in seiner Karriere. Reuters
Der Ire Shane Lowry feiert mit dem Sieg bei den 148. British Open den größten Erfolg in seiner Karriere. Reuters

Shane Lowry gewinnt in Nordirland die älteste Golf-Meisterschaft der Welt.

Portrush Der Ire Shane Lowry hat unter dem ohrenbetäubenden Jubel Tausender Golf-Fans überlegen die 148. British Open in Nordirland gewonnen. Der 32-Jährige feierte bei der ältesten Golf-Meisterschaft der Welt den größten Erfolg seiner Karriere. Lowry spielte am Finaltag im Royal Portrush Golf Club eine 72er-Runde und triumphierte mit einem Gesamtergebnis von 269 Schlägen vor dem Engländer Tommy Fleetwood (275) und dem Amerikaner Tony Finau (277). Für seinen ersten Major-Sieg erhielt Lowry die „Claret Jug“-Trophäe und ein Preisgeld rund 1,93 Millionen US-Dollar. 61 Jahre nach dem letzten Gastspiel einer British Open in Nordirland herrschte auf dem Par-71-Kurs an der Küste Volksfeststimmung. Die Nervosität war Lowry zu Beginn der Schlussrunde trotz eines Vorsprungs von vier Schlägen anzusehen. Gleich auf der ersten Spielbahn musste er mit einem Bogey einen Schlagverlust hinnehmen.

Lowry, der Kämpfer

Doch der Ire, der im 270 Kilometer entfernten Städtchen Mulligar aufwuchs, bekam sein Spiel schnell wieder unter Kontrolle und strebte unaufhaltsam dem Sieg entgegen.

Bei den US Open vor drei Jahren hatte er seine Nerven nicht im Griff: Auch 2016 war er mit vier Schlägen Vorsprung in die Finalrunde gestartet – seinen möglichen ersten Major-Sieg gab er damals aber noch aus der Hand.

Lokalmatador enttäuschte

Bevor die Zuschauer den Erfolg ihres Helden Lowry bejubeln konnten, mussten sie am Freitag einen kleinen Schock verarbeiten. Lokalmatador und Publikumsliebling Rory McIlroy schied trotz einer grandiosen Aufholjagd vorzeitig aus. Der viermalige Major-Sieger aus Holywood zeigte nach der blamablen 79er-Auftaktrunde auf seinem Heimplatz Kämpferqualitäten. Am Ende scheiterte der 30-Jährige aber um einen Schlag am Cut. US-Superstar Tiger Woods erging es bei dem mit 10,75 Millionen Dollar dotierten Turnier nicht besser. Der 43 Jahre alte Amerikaner war nach dem vorzeitigen Aus bedient. „Das ist frustrierender als alles andere, weil ich dieses Major so liebe“, kommentierte die langjährige Nummer eins der Welt seine schwache Vorstellung. Das raue Wetter an der Küste tat dem lädierten Rücken des 15-maligen Major-Champions nicht gut.

Bernd Wiesberger belegte am Ende den 32. Platz bei den British Open, besser als man es ihm vor dem letzten Tag prophezeite. An die Leistung der Scotish Open konnte der Wiener nicht anschließen.

Golf

148. British Open in Portrush/Nordirland (Par 71, 10,75 Millionen Dollar). Endstand nach der vierten Runde: 1. Shane Lowry (Irl) 269 Schläge (67+67+63+72), 2. Tommy Fleetwood (Eng) 275 (68+67+66+74), 3. Tony Finau (USA) 277 (68+70+68+71), 4. Lee Westwood (Eng) 278 (68+67+70+73), Brooks Koepka (USA) 278 (68+69+67+74), 11. u.a. Francesco Molinari (Ita) 281 (74+69+72+66), 32. u.a. Bernd Wiesberger (Aut) 285 (70+71+74+70); am Cut (143) nach zwei Runden gescheitert: u.a. Rory McIlroy (N) 144 (79+65), Matthias Schmid (D) 147 (76+71), Tiger Woods (USA) 148 (78+70) (SID)